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Weltspiegel

Beirut: Explosion hinterlässt 43 Meter tiefen Krater und Ärger in der Bevölkerung

Von nachrichten.at/apa   09. August 2020 21:27 Uhr

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Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte Erschütterungen der Stärke 3,3.

BEIRUT. Die Explosion von 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut hat einen 43 Meter tiefen Krater in den Boden gerissen. In der libanesischen Hauptstadt ist es am Sonntag zu neuen Zusammenstößen zwischen der Polizei und regierungskritischen Demonstranten gekommen.

Diese warfen mit Steinen auf Beamte, die eine Straße in Richtung des Parlaments abriegelten, wie auf Fernsehaufnahmen zu sehen war. Die Polizei setzte Tränengas ein. Demonstranten brachen zudem in die Ministerien für Verkehr und Wohnungsbau ein.

Beirut. Am Zugang zum Parlamentsplatz brach ein Feuer aus. Ein Reuters-Reporter berichtete von Tausenden Demonstranten, die dort und auf dem nahe gelegenen Märtyrer-Platz zusammenströmten. "Wir wollen die Regierung zerstören und töten", sagte ein 19-jähriger Mann. "Sie hat uns weder Jobs noch Rechte gegeben."

Bereits am Samstag war es zu Zusammenstößen im Zentrum der libanesischen Hauptstadt gekommen. Dabei waren ein Mensch getötet und mehr als 170 verletzt worden. Am Dienstag waren durch eine schwere Explosion am Hafen von Beirut 158 Personen ums Leben gekommen und mehr als 6.000 verwundet worden. Viele Libanesen machen Regierung und Behörden für das Unglück verantwortlich. Zudem prangern die Demonstranten Korruption und Misswirtschaft an. Der Libanon leidet unter einer Wirtschaftskrise und kämpft zudem gegen die Coronavirus-Pandemie.

Explosion riss 43 Meter tiefen Krater

Die Explosion von 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat hat einen 43 Meter tiefen Krater in den Boden gerissen. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens 158 Menschen getötet, 21 weitere werden noch vermisst. Mehr als 6.000 Menschen wurden verletzt und Hunderttausende obdachlos. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte eine Explosion von der Erdbebenstärke 3,3.

Nach Angaben von Regierungschef Hassan Diab lagerte das Ammoniumnitrat jahrelang ungesichert in einer Halle im Hafen. Die genaue Ursache der Explosionen ist noch unklar. 21 mutmaßliche Verantwortliche wurden festgenommen.

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Bild 1/26 Bildergalerie: Der Tag nach der Katastrophe: Halb Beirut liegt in Trümmern

Viele Libanesen machen die Regierung und politische Führung des Landes für die verheerende Explosionskatastrophe verantwortlich. Aus Protest waren tausende Menschen am Samstag durch Beirut marschiert und hatten kurzzeitig mehrere Regierungsgebäude gestürmt. Regierungschef Diab kündigte daraufhin vorgezogene Neuwahlen an. Bei Zusammenstößen am Rande der Demonstration wurde ein Polizist getötet, mehr als 230 Menschen wurden verletzt.

Frankreich richtete Luftbrücke ein

Frankreich hat nach eigenen Angaben eine Luftbrücke eingerichtet, um Katastrophenhelfer und Hilfsgüter in den krisenerschütterten Libanon zu bringen. Es werden auch zwei Schiffe, darunter ein Kriegsschiff, vom Mittelmeerhafen Toulon aus in Bewegung gesetzt, die unter anderem Nahrungsmittel transportieren, wie das französische Außenministerium am Sonntag in Paris mitteilte.

Es sprach von einer "außergewöhnlichen Mobilisierung". Eine gigantische Explosion im Hafen von Beirut hatte am Dienstag mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 6.000 verletzt. Die internationale Gemeinschaft berät am Sonntag in einer Videokonferenz über Soforthilfe für das Krisenland - geleitet wird das Treffen von UN-Generalsekretär António Guterres und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. Frankreich ist die frühere Mandatsmacht für den Libanon, beide Länder sind noch eng miteinander verbunden.

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