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Chronik

Föhnsturm, Muren und Lawinen: Ein Toter bei Unwettern

Von OÖN   19. November 2019 00:04 Uhr

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Bild 1/42 Bildergalerie: Murenabgänge im Westen Österreichs

BAD KLEINKIRCHHEIM / BAD GASTEIN. Mure tötete Pensionisten in Kärnten, zwei Verschüttete in Bad Gastein gerettet

Nur leichte Entspannung zeichnete sich gestern in den von Schneefall, Hochwasser und Murenabgängen geplagten Unwetterregionen in Kärnten, Osttirol, Salzburg und der Steiermark ab. In Bad Kleinkirchheim im Kärntner Bezirk Spittal an der Drau kam es sogar zu einer Katastrophe, bei der ein Mensch ums Leben kam.

Bei einem Murenabgang wurde ein 79-jähriger Hausbesitzer getötet. Gegen 10.30 Uhr war ein Hang oberhalb seines Wohnhauses ins Rutschen geraten und hatte das Wohnhaus praktisch völlig zerstört. Der Bewohner konnte Stunden später von den Suchmannschaften nur noch tot geborgen werden. Eine Reihe weiterer Häuser mussten geräumt werden.

Föhnsturm, Muren und Lawinen: Ein Toter bei Unwettern
Massive Schneefälle in Osttirol: Stromausfälle

Tal von Außenwelt abgeschnitten

Der Zivilschutzalarm blieb in mehreren Gemeinden im Bezirk Spittal an der Drau weiterhin aufrecht. Im Gurktal standen gestern sämtliche Feuerwehren im Hochwassereinsatz. Es gab Überschwemmungen, dazu kamen Verklausungen und kleinere Hangrutschungen. Im gesamten Gurktal kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Sperre der Tauernautobahn (A10) in Kärnten zwischen Spittal und Villach wurde hingegen gestern Abend von der Asfinag wieder aufgehoben.

Kaum besser war die Situation gestern in Osttirol, wo das eingeschneite Virgental weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten war. Hubschrauber belieferten die betroffenen Siedlungen mit Lebensmitteln und Medikamenten. "Der Bevölkerung geht es den Umständen entsprechend gut", sagte Anton Steiner, der Bürgermeister von Prägraten am Großvenediger gegenüber dem ORF Tirol.

Unwetter in Österreich

Zivilschutzalarm in Salzburg, Lawinengefahr in Osttirol, Murenabgänge in der Steiermark und in Kärnten, umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer in Oberösterreich. Es sind Bilder der Verwüstung, die die Unwetter in Österreich in den vergangenen Tagen hinterlassen haben.

Pkw von Schlammmassen erfasst

Von Vermurungen und Hangrutschungen heftig betroffen waren weiterhin in Tirol das Ziller-, Wipp- und Stubaital. Auf der Felbertauernstraße wurde laut Polizei am Sonntagabend der Wagen eines 45-jährigen Schweden von den Schlammmassen erfasst, als im Bereich des Peterbachgrabens eine Mure abging und die Straße bis zu einem halben Meter hoch verschüttete. Der Mann und seine 46-jährige Begleiterin konnten sich selbst befreien und blieben unverletzt. Sie wurden zu ihrem Quartier nach Matrei gebracht.

Die Felbertauernstraße bleibt voraussichtlich bis Sonntagvormittag gesperrt.

Zu dramatischen Szenen war es Sonntagabend auch im Salzburger Pongau gekommen. In Bad Gastein gingen gegen Mitternacht Muren auf zwei Häuser nieder. Zwei Menschen wurden verschüttet, konnten aber gerettet werden. Eine 79-jährige Bewohnerin, die nach zwei Stunden aus dem verschütteten Gebäude befreit worden war, ist laut Einsatzkräften schwer verletzt worden, schwebte aber nicht in Lebensgefahr.

Föhnsturm, Muren und Lawinen: Ein Toter bei Unwettern
Mure zerstörte Häuser im Salzburger Pongau.

In den Gebirgsgauen waren viele Güterwege und Forststraßen unpassierbar. Die Lawinengefahr in den Hohen Tauern und im Lungau ist groß, dafür sanken die Wasserstände der Flüsse, hieß es gestern.

Auch im oberen Murtal in der Steiermark blieb die Lage gestern kritisch.

Mit dem Nachlassen des Starkregens zeigte sich das Ausmaß der Schäden: Muren und Schlammlawinen, überflutete Keller und hohe Pegelstände der Mur. Bereits in der Nacht auf Sonntag hatten 50 Personen in Stadl an der Mur (Bezirk Murau) ihre Häuser verlassen müssen. Für den heutigen Dienstag ist mit weiteren Niederschlägen zu rechnen.

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Bild 1/79 Bildergalerie: Kampf gegen die Schneemassen in den Alpen

Föhnsturm in Oberösterreich

Von starken Niederschlägen blieb Oberösterreich dieser Tage verschont – dafür hatten die Feuerwehren mit anderen Problemen zu kämpfen: umgestürzte Bäume, beschädigte Oberleitungen, abgedeckte Dächer und gesperrte Straßen. Ein Föhnsturm, der Temperaturen bis zu 17 Grad brachte, fegte über das Land und entfaltete vor allem in den Bezirken Kirchdorf und Gmunden seine ganze Kraft. Der Bahnabschnitt zwischen Steeg-Gosau und Obertraun musste wegen umgestürzter Bäume bis gestern Vormittag gesperrt werden. Über Nacht gesperrt wurde auch die Pyhrnpass-Straße (B138) zwischen Windischgarsten und Spital am Pyhrn. Verletzt wurde in Oberösterreich zum Glück niemand.

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