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Tatort: Boernes Jagd nach dichtem Haar

Der neueste Tatort aus Münster: "Fangschuss" (20.15, ORF 2) betrachtet von den OÖNachrichten.

Tatort: Fangschuss

Jan Josef Liefers (l) als Prof. Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl (r) als Kommissar Frank Thiel. Bild: WDR

Die Hard-Facts: Die Episode Fangschuss spielt in Münster. Es ermitteln:
Axel Prahl als Hauptkommissar Frank Thiel und Jan Josef Liefers als Professor Karl-Friedrich Boerne.

Der erste Tote oder wie die Folge beginnt: Eine Ex-Freundin steht vor dem Wohnhaus ihres Verflossenen und klingelt. Er öffnet nicht, sie wird wütend, ruft ihn an – in diesem Moment stürzt ihr Ex vom Balkon auf den Boden.

Szenen einer Ehe I – Thiel und Boerne: Schön, dass die Flammen dieser Hass-Liebe wieder im romantischen Schein des Großbildfernsehers lodern. Die Begehung der Wohnung des vermeintlich Gesprungen ist ein Paradebeispiel für gewalttätige Kommunikation unter TV-Langzeitpaaren.

Thiel, der die IT-Ausrüstung des Toten bestaunt:
„Linux-Server-Administration. Heilige Scheiße! Kein Wunder, dass der vom Balkon gehüpft ist!“

Darauf Boerne: „Sie wären ja schon mit dem Ein- und Ausschalten eines solchen Geräts überfordert.“
Thiel bezeichnet Boerne indes als „Stubenhocker“.
Darauf der Professor: „Stubenhocker! Wissen Sie wie viele Liegestütze ich kann?“
Dramatische Pause von Boerne, dann: „Alle!“

Herrlich! Sie sind zurück.

Szenen einer Ehe II – Alberich und der Professor:

Natürlich produziert der Professor sein Ego auch an seiner zweiten angestammten Front.
Silke „Alberich“ Haller (Christine Urspruch) versucht eine kaputte Glühbirne zu wechseln – auf einer Leiter stehend. Ein Dialog entspinnt sich:

Boerne: „Wie viele Zwerge braucht man, um eine Leuchte zu wechseln?“
Alberich: „Am besten keinen!“

Wie erwartet, schlägt Alberich zurück und holt gegenüber ihrem eitlen Pfau von Chef zum Tiefschlag aus, der gerade versucht, für den Jagdschein zu lernen. Seine aktuelle Lern-Frage ist, wodurch sich das Gefieder eines Jungvogels von jenem eines älteren Tieres unterscheidet.

Alberich: „Durch die Dichte? Ihr Gefieder wird übrigens auch ganz schön schütter!“

Die Jagd nach dichtem Haar: Zugeben würde er es ja nie, aber Alberich hat ins schüttere Schwarze getroffen. Tief gekränkt, beunruhigt und heimlich sucht Boerne, der gestrenge Wissenschafter, Hilfe fürs Haar. Und findet diese bei Dr. Freitag, die ein wahres Wuchs-Wundermittel auf den Markt bringen soll.  
Wie es der Zufall (aka: das Drehbuch!) so will, ist sie Jägerin und nimmt ihm seine Prüfung ab, weshalb Boerne auf die Balz geht und sie als „jagende Diana“ umwirbt...

Plötzlich Papa:  Während Boerne die Gene seines Vaters einholen, holen Thiel vermutlich seine eigenen, weitergegebenen Gene ein. Die junge Leila (Janina Fautz) steht plötzlich vor seiner Türe und behauptet,
er sei ihr Vater. Darauf Thiel: „Ham‘ se Sie noch alle! Was soll das hier werden, der Enkeltrick?“

Läuft das alles zu einem passablen Krimi zusammen?
Der tote IT-Experte und der spätere Mord an Enthüllungsjournalisten Jens Offergeld (Christian Maria Goebel), der sich um Leila gekümmert hat und vor ihren Augen ermordet worden ist, stehen in rätselhafter Verbindung.
Bei der Auflösung stehen viel mehr die Kottan-würdigen Privat-Probleme der Figuren im Mittelpunkt.
Vor allem Thiel verkörpert das Sprichwort "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein ...." - egal ob mittels
DNA-Test belegt oder doch noch nicht. 

Am Ende gab es dann Witz, Reibereien, liebevoll gezeichnete Charaktere, Action, etwas ordentliche 
TV-Polizeiarbeit und eine skurrile Wendung zum Schluss. Das ist kein psychologischer Paradekrimi, aber ein typischer Münsteraner-Tatort. So wie es sich gehört.

Der Trailer:

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Artikel Nora Bruckmüller 02. April 2017 - 18:54 Uhr
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