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Reisen

Zu Hause in der Kvarner-Bucht

Von Clemens Thaler  04. September 2022 10:00 Uhr

Zu Hause in der Kvarner-Bucht

Die Region um Crikvenica ist ein Refugium für Insel-Hopper, Feinschmecker und Monarchie-Liebhaber.

Wenn man in Bad Ischl in die Schule gegangen ist, sieht man die k. u. k.-Zeit mit anderen Augen: nicht als etwas historisch Abstraktes, sondern etwas, das bis in die Gegenwart spürbar ist. Ähnlich das Gefühl beim Kroatien-Urlaub in der Region um Crikvenica. Sie war einst bis zum Österreichisch-Ungarischen Ausgleich im Jahr 1867 Teil des Österreichischen Küstenlandes. Ja, das gab es tatsächlich.

Daran erinnern heute nicht nur zahlreiche Villen der Donaumonarchie, prächtige Gärten, Alleen und Promenaden an der Küste, etwa die Strossmayerovo Setaliste, sondern auch Hotels wie das "Kvarner Palace", das zur österreichischen Holleis-Gruppe gehört. "Man merkt den k. u. k.-Charme bis heute. Er ist auch ein Grund, warum viele Gäste zu uns kommen", sagt Hoteldirektorin Bettina Tiefenbacher, eine gebürtige Kärntnerin, die schon lange noch weiter im Süden lebt. Bei der Ankunft in der mondänen Lobby des Belle-Époque-Hotels und in den Zimmern mit Fischgrät-Parkettboden fühlt man sich tatsächlich in eine andere Zeit versetzt. Der Blick auf das klare, türkise Meer und die vorgelagerte Insel Krk tut sein Übriges.

Zu Hause in der Kvarner-Bucht
Das Meer und die Insel Krk hat man von hier aus stets im Blick.

Crikvenica (wörtlich übrigens "Kirchlein") ist eine Stadt an der Adriaküste, etwa 37 Kilometer von Rijeka entfernt – mit rund 11.000 Einwohnern. Und im Sommer bestimmt zehnmal so vielen Urlaubern, die die Kvarner-Bucht und ihre Strände zur Erholung aufsuchen. Einer der bekanntesten unter ihnen ist der Sandstrand "Gradsko Kupaliste".

Die kroatische Riviera

Von 1849 bis 1861 war das Österreichische Küstenland ein eigenes Kronland im Kaisertum Österreich, bis 1918 war Österreichisch-Illyrisches Küstenland die zusammenfassende Bezeichnung für die drei österreichischen Kronländer: Marktgrafschaft Istrien, Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca und Reichsunmittelbare Stadt Triest. Das Küstenland hatte damals eine Größe von etwa 8000 km² und 1910 rund 900.000 Einwohner. Von ihnen waren fast die Hälfte Italiener, ein Viertel Slowenen, ein Fünftel Kroaten und fünf Prozent Deutsche. Triest hatte als größter See- und Handelshafen der Donaumonarchie enorme wirtschaftliche Bedeutung für die Monarchie, die Eröffnung der Eisenbahnlinie Wien-Triest im Jahre 1857 war daher wichtig. Mit ihr kam auch der Adel an die kroatische Rivera.

Zu Hause in der Kvarner-Bucht
Prächtige, von Palmen gesäumte Allee entlang der Küste

Ein Sprung auf die Insel

"Heute sind die Urlauber vorwiegend Österreicher und Deutsche", sagt Hoteldirektorin Tiefenbacher. Klar, dass es da als Nachspeise auch Kaiserschmarrn, Topfennockerl oder Apfelstrudel gibt. Die Küche des Hotels hat Haubenniveau, Feinschmecker genießen gerne heimischen Fisch. Dazu empfiehlt sich ein Glas des istrischen Weißweins Malvasia. Ein guter Tipp ist auch das Restaurant "Galija" direkt am Meer, neben der Kvarner Palace Strandbar. Lässige Location und sehr gutes Essen – unbedingt Calamari und den Lavakuchen probieren.

Von Crikvenica sind es nur wenige Kilometer auf die Insel Krk. Entweder man fährt mit dem Auto über die Brücke bei Kraljevica (Achtung: im Sommer oft Stau) oder man nimmt eine Fähre. Die Insel ist mit einer Fläche von rund 406 km² die größte Insel Kroatiens und liegt am Anfang der Kvarner-Bucht. Ihre weit zurückreichende Geschichte und natürlich die wunderschönen Badebuchten verleihen ihr Einzigartigkeit. Auf Krk gibt es 60 kleine Ortschaften und Städte, in denen ca. 18.000 Einwohner leben. In den Sommermonaten steigt die Zahl der Inselbewohner mit den Urlaubsgästen exponentiell: auf rund 100.000. Die Badesaison beginnt hier mit 19 Grad schon im Mai. Mit 104 Arten ist sie auch die schmetterlingsreichste Insel Dalmatiens.

Zu Hause in der Kvarner-Bucht
Ohne Meeresfrüchte geht es nicht.

Die Einheimischen und Tennis

Zurück auf dem Festland ist die Lieblingsbeschäftigung aller Urlauber das Sonnenliegen und Baden im Meer. Zum Strand Crni Molo sind es vom Hotel Kvarner Palace nur fünf Gehminuten – wie einst zur k. u. k.-Zeit geht man durch prächtig angelegte, grüne Gärten, die in den Sommermonaten gern willkommene Schattenspender sind. Die Strandpromenade bietet sich in den Morgenstunden auch als Laufstrecke an, immer mehr sind mit dem E-Bike unterwegs. Wer will, kann auf dem hoteleigenen Platz Tennis spielen, am Abend treffen sich hier die Einheimischen zu einem Match. Am Heimweg nach Österreich muss man unbedingt noch im Restaurant "Dida" in Crikvenica Station machen. Außergewöhnliches Essen, grandioser Meerblick. Schade, dass man nicht schneller im österreichischen Kronland ist.

Übernachten und Essen

Das Vier-Sterne-Hotel „Kvarner Palace“ war schon immer eine der ersten Adressen in Crikvenica. Im Stil der Belle Époque 1895 erbaut, wurde es nach umfangreicher Renovierung 2014 neu eröffnet. Es gehört mittlerweile zur Holleis-Gruppe. Die 114 Zimmer vereinen mondänen K.-u.-K.-Schick mit zeitgemäßem Komfort – und grandiosem Meerblick. Zum Hotel zählt auch ein eigener Strandabschnitt mit Strandbar (Sandstrand), vom Salzwasserpool blickt man erhaben über das Meer und auf die gegenüberliegende Insel Krk. Außergewöhnlich ist auch der 30.000 m² große Hotelpark, der im Sommer auch ein sehr guter Schattenspender ist.

Infos und Restaurant-Tipps:
kvarnerpalace.info
galija-crikvenica.hr
restaurant-dida.com

Artikel von

Clemens Thaler

Redaktionsmanager, stv. Chef vom Dienst

Clemens Thaler

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