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Metaller-KV: "Es ist schwierig und zäh"

WIEN. Weiterhin gibt es keine spruchreife Annäherung bei den KV-Verhandlungen der Metaller. Sollten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber heute wieder nicht auf einen Kollektivvertrag einigen, wollen die Arbeitnehmer streiken.

PRO-GE-Chef Rainer Wimmer Bild: (APA/ROBERT JAEGER)

36 Stunden wurde in den ersten vier Runden verhandelt, und in der laufenden fünften Runde sind es Donnerstagabend gegen 19:30 auch schon wieder sechs weitere Stunden gewesen. Aber eine spruchreife Annäherung hat es in den Metaller-KV-Verhandlungen bisher auch heute noch nicht gegeben.

"Es ist schwierig und zäh", sagten die beiden Gewerkschafter Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) in einer Verhandlungspause gegen 19:30 Uhr. Bis zu einer Einigung sei es "ein langer Weg". Es werde intensiv diskutiert, hatte ein Arbeitgebervertreter zwei Stunden davor gesagt.

Beim Metaller-KV geht es um sechs verschiedene Kollektivverträge für insgesamt rund 192.000 Beschäftigte. Der Abschluss in der Metalltechnischen Industrie mit alleine gut 126.000 Mitarbeitern, bei der heute die fünfte Runde ansteht, gilt als richtungsweisend und ist praktisch stets Vorlage für die fünf weiteren KV gewesen, seit diese vor einigen Jahren getrennt wurden.

Video: Metaller bekräftigen ihre Streikdrohung

 

Mit dem Vorwurf der Verbreitung von Halbwahrheiten und Verdrehungen schärfte der Chefverhandler des größten Metallverbands, der Metalltechnischen Industrie, Christian Knill, am Mittwoch die Kritik der Arbeitgeberseite noch einmal nach. Den Funktionären warf er auch vor, Betriebe aus der Fahrzeug- und Stahlindustrie in „Geiselhaft“ zu nehmen – diese hätten Versammlungen in branchenfremden Betrieben abgehalten. „Das heurige Theater ist einzigartig und ein Tiefpunkt in der sozialpartnerschaftlichen Tradition der Gewerkschaften“, sagte Knill am Mittwoch.

Lohnerhöhung: Zwischen zwei und fünf Prozent

Die Gewerkschaft fordert für die 192.000 Beschäftigten der Metallindustrie 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bzw. mindestens 100 Euro mehr im Monat. Den Arbeitgebern ist das zu viel. Sie bieten gut 2 Prozent Inflationsausgleich plus einen Anteil an der Produktivitätssteigerung, die sie mit 0,7 Prozent taxieren.

Heißes Thema ist auch das neue Arbeitszeitgesetz. Hier wollen die Gewerkschafter umfangreiche Kompensationen für die neue Möglichkeit von 12-Stunden-Tagen wie zum Beispiel höhere Zuschläge und bezahlte Pausen bei langen Arbeitszeiten sowie einen Kündigungsschutz für jene, die Arbeitszeiten von täglich zwölf Stunden oder 60 Stunden pro Woche ablehnen. Beim Arbeitszeitthema sehen sich die Arbeitgeber aber als falscher Ansprechpartner und verweisen an die Politik. Sie seien aber "gerne bereit" zu fairen Lösungen, sollte die betriebliche Praxis in Sachen Arbeitszeit doch ein anderes Bild ergeben, hieß es zuletzt.

Auch Handel trifft sich zu Verhandlungen

Weniger ereignisreich dürften die Gespräche im Handel ablaufen: dort treffen sich die Sozialpartner erst zum zweiten Mal. Dabei geht es um einen neuen Kollektivvertrag für mehr als 400.000 Angestellte und 15.000 Lehrlinge im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel. Zankapfel ist auch hier das Thema Arbeitszeit. Ein Zielwert für das geforderte Gehaltsplus wurde noch gar nicht genannt. Eine Einigung bereits am Donnerstag ist unwahrscheinlich.

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Artikel nachrichten.at/apa 08. November 2018 - 19:48 Uhr
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