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Weltspiegel

AKW Mochovce: Leitender Ingenieur bestätigte Mängel

Von nachrichten.at/apa   02. Dezember 2019 19:56 Uhr

Mochovce: Kurz fordert internationale Überprüfung
Atomkraftwerk Mochovce

WIEN. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 sieht Berichte über Sicherheitsmängel beim Bau des neuen Reaktors im slowakischen Atomkraftwerk Mochovce durch Aussagen eines leitenden Ingenieurs der Betreibergesellschaft bestätigt.

Bei einer Reaktorbegehung Ende November habe der Mann bestätigt, dass die Sicherheitshülle durch Bohrungen beschädigt worden sei, wie Global 2000 am Montag mitteilte.

Die Bohrungen seien "vielfach unkontrolliert" erfolgt. In mindestens drei Fällen seien "essenzielle, große Rohrleitungen des Reaktors, darunter im Boden verlegte Notkühl-Systeme, angebohrt und zerstört wurden", erklärte der Anti-Atom-Sprecher der Organisation, Reinhard Uhrig, der an der Reaktorbegehung teilgenommen hatte, am Montag in einer Aussendung. Es handle sich um ein Heizsystem im Zentralbereich des Reaktors sowie um zwei Fälle, in denen zentrale Teile wie große Notfall-Entwässerungsrohre zerstört worden seien.

Bereits im April hatte Global 2000 den Stopp des AKW-Bauprojekts Mochovce 3 geforderte, nachdem sich mehrere ehemalige Arbeiter und Ingenieure wegen "gravierender Mängel" an die Öffentlichkeit gewandt hatten. Die damalige Bundesregierung setzte sich daraufhin für eine Überprüfung des Atomkraftwerk, das nur rund 100 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt liegt, ein.

Im Oktober führte die Internationale Atomenergiebehörde IAEO (IAEA) eine Inspektion durch, die laut Global 2000 am Donnerstag beendet werden soll. Die Umweltschutzorganisation appellierte an die Betreibergesellschaft Slowakische Energiewerke (SE), alle Bohr-Protokolle vollständig offenzulegen, zudem müsse die IAEO alle Bohrarbeiten im neuen Reaktor genau überprüfen.

Die Inbetriebnahme der Blöcke 3 und 4 war ursprünglich schon für 2012 und 2013 geplant und wurde mehrmals verschoben. Im Mai räumte SE sein, dass sich der Fertigbau der neuen Blöcke auch wegen Einwänden aus Österreich möglicherweise bis März 2020 verzögern werde.

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