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Wie die Mutter, so die Tochter

Von Anneliese Edlinger, 31. Mai 2019, 00:04 Uhr
Wie die Mutter, so die Tochter
Bild: Alexander Schwarzl

WILHERING. "Eigentlich", sagt Margit Stadler-Schauer, "war ich ja dagegen, dass Lilli dieselbe Sportart macht wie ich. Ich dachte, sie soll turnen." Aber das habe die damals Siebenjährige genauso wenig begeistert wie die Musicalschule. "Und dann ist sie eines Tages von der Volksschule heimgekommen und hat gesagt: ,Mama, ich hab da etwas gesehen. Da wird mit einem Ball und langen Bändern geturnt. Das will ich machen.’"

Das, was Lilli gesehen hatte, war Rhythmische Gymnastik. Eben jene Sportart, in der ihre Mama mehr als 30 Jahre zuvor große Erfolge eingefahren hatte. Und weil schon die kleine Lilli hartnäckig sein konnte, wenn sie sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hat ("Da ist sie mir nicht unähnlich", Zitat Mutter), war die Sache klar: Sie wird rhythmische Gymnastin, so wie einst die Mama.

Wie die Mutter, so die Tochter
1984: Margit Stadler als 15-Jährige – damals wurde sie österreichische Jugendmeisterin in rhythmischer Gymnastik. Bild: privat

Und die machte sich, wie Eltern das eben tun, gleich einmal Sorgen. Denn schnell hatte sich abgezeichnet, dass Lilli außergewöhnlich viel Talent hat und den nötigen Ehrgeiz dazu. Aber würde sie auch dem Druck standhalten, der sich bei Wettkämpfen unweigerlich aufbaut? "Da hatte ich schon Bedenken", sagt Mama Margit. Doch nach dem ersten Wettkampf seien diese zerstreut gewesen. "Ich habe mein Mäderl fast nicht wiedererkannt. Sie ist da als Siebeneinhalbjährige so selbstbewusst reingegangen, dass ich richtig gestaunt habe."

Heute ist Lilli 15 Jahre alt und kann schon eine Reihe an sportlichen Erfolgen aufweisen. Als frischgebackene Bundesmeisterin der Juniorenklasse ist sie die erste Oberösterreicherin in dieser Disziplin. Und den Landesmeistertitel hat sie sich am vergangenen Wochenende auch wieder gesichert.

Wie die Mutter, so die Tochter
Stark verbunden: Margit Stadler-Schauer und Tochter Karla Lilli Bild: privat

Mehr als sehen lassen können sich aber auch die Leistungen ihrer Mutter Margit, damals, Mitte der 1980er Jahre, als diese Spitzenathletin war: Österreichische Jugendmeisterin 1984, Staatsmeisterin 1985. Dazu Fünfte bei der Europameisterschaft und Elfte bei der Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik.

Spannend ist auch, dass Mutter und Tochter – obwohl zwischen ihren Leistungen 35 Jahre liegen – mit Edith Parzmayr dieselbe Trainerin haben. Und was das mentale Training betrifft, steht die Mama Lilli zur Seite. Ausgefüllt sind die Tage der beiden allemal. Margit Stadler-Schauer hat den elterlichen Stadlerhof zur Veranstaltungslocation umgebaut. Dass daneben noch Bio-Sonderkulturen gezogen werden, liegt an Vater Josef, der sich darum kümmert. Gatte Karl betreibt Einrichtungshäuser, hilft bei Veranstaltungen aber ebenso mit wie Lilli und ihr Bruder Karl-Josef. Doch zurück zum Spitzensport. Eigentlich, sagt Margit Stadler-Schauer, seien die Leistungen der Tochter besser als die eigenen. "Ich war nicht so gut wie sie. Das Niveau hat sich enorm gesteigert."

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Autor
Anneliese Edlinger

Lokalredakteurin Oberösterreich

Anneliese Edlinger

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