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Kultur

Helmut Rogl schenkt sich zum 60er seine erste Sinfonie

Von Peter Grubmüller  31. März 2020 00:04 Uhr

Helmut Rogl schenkt sich zum 60er seine erste Sinfonie
Helmut Rogl

Der mit dem Kulturpreis des Landes Oberösterreich (2001) ausgezeichnete Komponist feiert am 2. April Geburtstag

Es scheint, als rüttle Helmut Rogl nichts aus der Ruhe – bis man mit ihm über Musik spricht. Dann offenbart der Komponist, der obendrein als Marketing-Direktor der Oberösterreichischen Versicherung arbeitet, sein mitreißendes Wesen.

Am 2. April wird Rogl 60 – natürlich feiert er daheim, wie viele Jubilare in Zeiten der Corona-Vorkehrungen. Die für diesen Tag eingetaktete Uraufführung seiner ersten Sinfonie (op. 66) an der Linzer Bruckner-Uni musste leider verschoben werden.

Rogl kam in Enns zur Welt. Als er zwei Jahre alt war, übersiedelte er mit seinen Eltern nach Linz. "Mit sieben wurde mir Klavierunterricht ermöglicht – und schon als Kind war ich vom Theater fasziniert", sagt Rogl. Gitarrespielen brachte er sich selbst bei, selbstverständlich musizierte er in einer Band, es waren die 70er-Jahre. Nach der Matura akzeptierte ihn zur eigenen Verblüffung der als penibel bekannte Kompositionsprofessor Helmut Schiff am Linzer Bruckner-Konservatorium (heute Bruckner-Uni). Es folgten Studien bei Gunter Waldeck, sein Kompositionsdiplom erwarb er 1986 am Salzburger Mozarteum. Im Jahr davor hatte er an der Linzer JKU zum Doktor der Betriebswirtschaften promoviert.

Weil er sie selbst spielte und hoffte, dass diese Musik aufgeführt würde, waren seine anfänglichen Kompositionen Kammermusik-Werke. Die erste Sinfonie ist dennoch nicht sein erster Wurf für großes Orchester. Das Beherrschen dieser Form hat er unter anderem mit dem 1994 im Wiener Konzerthaus uraufgeführten Cellokonzert, dem im Jahr darauf zum 50-jährigen Gedenken der Befreiung des KZ Mauthausen gespielten "Memento" oder 2002 mit der Eröffnungsmusik für das Linzer Brucknerfest bewiesen. Schostakowitsch ist einer seiner künstlerischen Helden, "weil die Russen stilistisch weniger verkrampft waren als andere". In seinen Kompositionen bringt Rogl ein an die Romantik erinnerndes Gewebe mit zeitgenössischen Einflechtungen zum Klingen. Glücklicherweise ist die Uraufführung seiner Sinfonie nur verschoben.

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