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Wirtschaft

Grasser-Prozess: "Da hat es mich vom Hocker gehauen"

Von nachrichten.at/apa   11. Dezember 2019 18:18 Uhr

Im großen Schwurgerichtssaal fand mittlerweile der 130. Prozesstag gegen Strasser statt.

WIEN. Am 130. Verhandlungstag im Grasser-Prozess wurden drei Zeugen zu den Geldflüssen aus der Buwog-Provision in Liechtenstein befragt. Einer der beiden Schweizer Zeugen konnte sich gut erinnern.

Wenig Erinnerung wies die per Videokonferenz aus der Schweiz befragte erste Zeugin zu ihrer Tätigkeit in der Mandarin-Gesellschaft auf, hingegen hatte der zweite Zeuge, ein ehemaliger Direktor der Hypo Investment Bank Liechtenstein, deutlich mehr Erinnerungen. Es sei "drunter und drüber" gegangen bei einer Besprechung in der Bank im Oktober 2009 - kurz nachdem die Buwog-Provision in den Medien erstmals berichtet wurde. Zeuge Gerhard L. schilderte, wie der nunmehr Zweitangeklagte Walter Meischberger bei einer Besprechung in der Bank in Vaduz eröffnet habe, dass das Geld auf seinen Konten aus der Buwog-Provision stammte. "Da hat es mich vom Hocker gehauen." Denn ursprünglich hatte Meischberger der Bank gegenüber angegeben, dass das Geld auf seinen Konten aus Immobiliengeschäften in Osteuropa stammte. Im Oktober 2009 habe Meischberger dann der Bank erklärt, dass die Millionen aus einer Provision bei einer Wohnungsprivatisierung in Österreich kamen. "Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir diese Geschäftsverbindung wahrscheinlich nicht gemacht", so der Zeuge. Im Herbst 2009 war in den Medien erstmals über die bis dahin geheimgehaltene Buwog-Provision berichtet worden.

Friedrich C., ein Cousin des mitangeklagten Schweizer Vermögensverwalters Norbert Wicki sagte aus, seiner Wahrnehmung nach sei die gemeinsame Großmutter nicht vermögend gewesen, sie habe vier Kinder gehabt. Wicki hatte hingegen bei der Eröffnung des Mandarin-Kontos bei der Raiffeisenbank Liechtenstein angegeben, die Offshore-Gesellschaft Mandarin gehöre seiner Mutter, die eine große Erbschaft ihrer Mutter erwarte, mindestens 500.000 Euro. Tatsächlich war der Nachlass der Großmutter 34.000 Euro, so die Richterin Marion Hohenecker.

Die am Vormittag per Videoschaltung in die Schweiz befragte Zeugin Sibylle R. war Verwaltungsrätin der Offshore-Gesellschaft Mandarin, hatte dennoch wenig Erinnerung an die von der Firma getätigten Geschäfte. Bei Wickis Private Asset Partners (PAP) war R. 15 Jahre lang, von 2000 bis 2015, beschäftigt. An Unterschriften, die sie in Geldgeschäften geleistet hatte, hatte R. kaum Erinnerungen. Bezüglich vorgezeigter Aktennotizen meinte sie mehrmals, die Darstellungsform, also das Layout, kenne sie, aber weder zu Inhalt noch zu Verfasser könne sie etwas beitragen. Im Wesentlichen seien aber alle Entscheidungen zum Konto Mandarin von Wicki getroffen worden.

Morgen, den 12. Dezember, jährt sich der Prozessbeginn bereits zum zweiten Mal. Der Tag ist aber prozessfrei, dafür geht es am 18. Dezember mit Zeugenbefragungen weiter. Am 19. Dezember wird dann der Banker Julius Meinl per Videokonferenz als Zeuge einvernommen.

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