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LASK

Hassbotschaften und Drohungen: Jürgen Werner trat als LASK-Vizepräsident zurück

Von OÖN-Sport   27. Mai 2021 17:59 Uhr

Jürgen Werner trat zurück.

„Die aktuelle Medienkampagne gegen meine Person übersteigt meine Belastungsgrenze“, sagte der 59-Jährige

Gestern hatte der Senat 2 der Fußball-Bundesliga ein Verfahren gegen Jürgen Werner wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das ÖFB-Reglement zur Arbeit mit Spielervermittlern eingeleitet. Heute erklärte der 59-Jährige seinen Rücktritt als LASK-Vizepräsident. Werner tat dies in einem Brief an ausgewählte Empfänger, darunter die Oberösterreichischen Nachrichten.

„Die mediale Vorverurteilung der vergangenen Wochen ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen“, schrieb Werner: „Die aktuelle Medienkampagne gegen meine Person und damit auch gegen den LASK übersteigt meine Belastungsgrenze. Die sich ständig wiederholenden Vorwürfe haben mich erschöpft. Meine Familie und ich erhalten Hassbotschaften und Drohungen von Menschen, die wir nicht einmal kennen.“

"Mehrere hunderttausend Euro bezahlt"

Werner erläuterte, dass er seit 2013 ehrenamtlich für den LASK gearbeitet habe. Zuerst als externer Berater, dann nach dem Verkauf seiner Firma als Sportvorstand und Vizepräsident. „Ich habe für diese Tätigkeiten weder Gehalt noch Aufwandsentschädigung bezogen. Alle Spesen, egal ob Auto, Tankkosten, Flugtickets oder Hotels habe ich immer aus der eigenen Tasche bezahlt“, erläuterte Werner: „Zusätzlich habe ich als Sponsor dem LASK mehrere hunderttausend Euro in den letzten sieben Jahren für Marketingleistungen und Tickets bezahlt. Nun muss ich mir sogar noch die Anschuldigung gefallen lassen, ich hätte mich am Verein bereichert.“

"Falsch bzw. völlig aus dem Zusammenhang gerissen"

Das Magazin "News" hatte Ende April berichtet, dass Werner über eine Firmenbeteiligung mit den Transferrechten von LASK-Spielern Geschäfte gemacht haben soll und damit gegen FIFA-Regeln ("Third Party Ownership") verstoßen haben soll.

Werner, der früher Spielervermittler war, später auch Berater und Sportvorstand des LASK und seit 2019 auf seine Rolle als Vizepräsident fokussiert ist, habe demnach diskrete Deals mit Transferrechten abgewickelt, und zwar mutmaßlich auch nach 2015 noch, als diese von der FIFA und dem ÖFB längst ausdrücklich untersagt waren.

Werner wies diese Anschuldigungen stets zurück - auch in seinem  heutigen Brief. "Die gezielten Vorwürfe, die seit Wochen gegen mich in Boulevardmedien platziert werden, sind falsch bzw. völlig aus dem Zusammenhang gerissen." Der ehemalige Teamspieler brachte seine Enttäuschung zum Ausdruck, dass Anschuldigungen veröffentlicht worden seien, "ohne jemals dazu einen Beweis vorgelegt zu haben".

Der Senat 5 (Lizenzausschuss) der Bundesliga leitete gegen den LASK  ein Disziplinarverfahren ein, der Klub hat bis 1. Juni Zeit, eine Stellungnahme abzugeben sowie die Möglichkeit einer persönlichen Anhörung während der in der darauffolgenden Woche stattfindenden Sitzung. Parallel dazu läuft seit gestern ein Verfahren vor dem Senat 2 (Schlichtungs- und Kontrollausschuss) gegen Werner persönlich.

"Ziel, dem LASK größtmöglichen Schaden zuzufügen"

"Der LASK bzw. ich müssen jetzt beweisen, dass es keinerlei solcher Vereinbarungen bzw. Verträge gibt", sagte Werner: "In einem Rechtsstaat sollte das eigentlich umgekehrt sein! Diese mediale Inszenierung und Vorverurteilung dient offensichtlich dem Ziel, dem LASK und mir den größtmöglichen Schaden zuzufügen."

Die Konsequenz daraus: "Ich habe mich deshalb, nach vielen Gesprächen mit Freunden und Familie und schweren Herzens, dazu entschlossen, mit dem heutigen Tag als Vizepräsident des LASK zurückzutreten", schrieb Werner, der sich bei Präsident Siegmund Gruber, den "wahren Freunden des LASK" sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Verein für ihren Rückhalt in den vergangenen Wochen bedankte.

"Bis zuletzt haben sie versucht, mich umzustimmen", berichtete Werner: "Ich treffe diese Entscheidung zum Wohle des LASK und in der Hoffnung, dass die bösartigen medialen Vorverurteilungen damit aufhören. Wer diesen Rücktritt als Schuldeingeständnis wertet, der irrt."

"Der Zenit ist noch lange nicht erreicht"

Abschließend blickte Werner auf seine LASK-Zeit zurück und auch in die Zukunft: "Wir haben wirklich etwas Phänomenales geschaffen, und der Zenit ist noch lange nicht erreicht. Ich bin davon überzeugt, dass der LASK auch die nächsten hoch gesteckten Ziele erreichen wird. Als wahrer Freund des LASK werde ich, wenn dies gewünscht wird, der sportlichen Führung natürlich gerne beratend zur Seite stehen."

Schlusssatz: "Ich werde die neu gewonnene Zeit nun aufwenden, um meine Reputation wiederherzustellen und gegen diese Vorwürfe auch rechtlich vorzugehen."

 

 

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