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Linz

So wird die neue Wohnanlage Wimhölzel-Hinterland aussehen

04. Dezember 2018 11:38 Uhr

Rendering Wimhölzel-Hinterland

LINZ. Mehr als 400 Wohnungen werden in vier Bauetappen bis 2028 errichtet.

Seit Dezember 2017 ist es fix: Die insgesamt acht Häuserzeilen der Wohnanlage Wimhölzel-Hinterland mit zusammen mehr als 400 Wohneinheiten aus dem Jahr 1930 werden abgerissen. Die Entscheidung, die der GWG-Aufsichtsrat mit großer Mehrheit fällte, löste bei den Bewohnern vor allem eines aus: Unmut und Unsicherheit.

Heute Vormittag, nach erfolgreichem Abschluss des kooperativen Verfahrens mit Beteiligten aus Politik, der GWG und nicht zuletzt den Bewohnern der Wohnanlage im Linzer Franckviertel, wurden die Entwürfe für den Neubau vorgestellt. 

Die GWG-Geschäftsführer Wolfgang Pfeil und Nikolaus Stadler sind mit den Ergebnissen zufrieden: "Das vorliegende Resultat kann sich sehen lassen. Mit dem erarbeiteten Projekt ist es möglich, leistbare und kostengünstige Wohnungen anzubieten". Gleichzeitig wollen die Direktoren - wenn es demnächst um die Entwicklung der Grundrisse geht - "die Wünsche der Mieter im größtmöglichen Ausmaß berücksichtigen".

Gemeinschaftsflächen, Grünzonen und Sammelgarage

Außerordentliche Mitsprache erhielten die Bewohner aber auch, wenn es um andere Qualitäten der Siedlung ging. Großzügige Freiräume, viele Grünflächen und Durchblicke in alle Richtungen: So wird sich das neue Wimhölzel-Hinterland präsentieren. Anstelle der acht parallel ausgerichteten Zeilenbauten werden acht längliche, Nord-Süd-orientierte Baukörper mit jeweils vier Stöcken das Viertel strukturieren und von achtgeschossigen Turmbauten ergänzt. Dazwischen ist Platz für parkähnliche Grünräume und Platzflächen vorgesehen. Die Sockelzonen des neu konzipierten öffentlichen Stadtplatzes mit dem Namen "Hinterlandplatz" sollen für Kaffeehäuser, eine Bäckerei und altersgerechtes Wohnen genutzt werden. 

"Dass die Betroffenen großes Mitspracherecht bei der Gestaltung ihres zukünftigen Zuhauses hatten, ist ein großer Erfolg", freut sich Grüne-Sozialsprecherin Marie-Edwige Hartig über die Entscheidung, welches Modell für den Neubau der Wohnanlage sowie die umliegende Gestaltung gewählt wurde.

Um den Austausch unter den Mietern weiter zu ermöglichen, wird eine unterirdische Sammelgarage unter den Bauabschnitten errichtet.

"Ich glaube, das wir ein wirklich schönes Stadtviertel bekommen werden", sagt Bewohnersprecher Harald Daume, der erst im letzten Bauabschnitt in den Neubau übersiedeln wird. 

Vier Bauetappen

Für ihn bedeutet es, dass er erst circa im Jahr 2026 aus seiner Wohnung ausziehen muss. Von den 103 Wohnungen des ersten Bauabschnitts sind bereits 70 Mieter durch die GWG umgesiedelt worden, 33 Mieter warten noch auf andere Wohnungen - welche sie ohne Vormerkkaution bekommen. Auch ein Übersiedlungsservice für Küche und Möblierung wurden seitens der Wohnungsgenossenschaft zugesichert.

Mit dem Bau der ersten Wohnhäuser soll bereits 2020 begonnen werden. Bis 2026 sollen alle rund 400 neuen Wohnungen errichtet sein. "Ich weiß schon ganz genau, wo ich wohnen möchte" sagt Daume und zeigt auf eines der oberen Stockwerke im Turmbau des letzten Bauabschnittes. 

Finale Planungen

Bevor es jedoch so weit ist, "beginnt erst jetzt die Arbeit", sagt Architekt Andreas Kleboth, Leiter des kooperativen Verfahrens. Gemeint ist damit die Planung der Wohnungsgrößen und der Grundrisse, die die Büros Frötscher Lichtenwagner, Werner Neuwirth und transparadiso verwirklichen werden. Von letzteren stammt auch das städtebauliche Leitprojekt.

"Die jetzigen Wohnungen entsprechen nicht mehr dem Zeitgeist", sagt Infrastruktur-Stadtrat Markus Hein (FP). Pfeil fügt hinzu, dass einige Wohnungen noch über Gemeinschaftsbäder verfügen und dies nun "durch moderne Sanitäranlagen, die in allen Wohnungen barrierefrei vorhanden sein werden" geändert würde. 

Die Wohnungsgrößen sollen sich, anstelle der aktuellen 30 bis 45 Quadratmeter, um die 50 Quadratmeter - mit einigen größeren für Familien - bewegen. "Das ist die meistgefragte Norm im Moment. Daran wollen wir uns orientieren", sagt Bürgermeister Klaus Luger (SP).

Die anfänglichen Befürchtungen vieler der 430 Bewohner, dass die Neubauwohnungen nicht mehr leistbar wären, konnte die GWG abfedern. So wurde ein Sozialplan mit insgesamt 1,2 Millionen Euro erstellt. Die Kosten dafür teilt sich die Wohnungsgenossenschaft mit der Stadt Linz. Die Ausgleichszahlungen werden auf zehn Jahre geleistet. 

"Ich kann für die meisten von uns sagen: Wir freuen uns auf die neue Wohnanlage", sagt Daume abschließend. Mit einem Lächeln, das von ehrlicher Vorfreude zeugt.

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