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Nach Einbruchserie rüsten Bewohner am Froschberg auf

LINZ. Alarmanlage, Sicherheitstür, Panzerbalken: Die Polizei informierte verunsicherte Bürger über geeignete Sicherheitsmaßnahmen.

Einbruchserie

(Symbolbild) Bild: APA

"Heute ist ein guter Abend zum Einbrechen. Die Hausbesitzer sind nicht daheim, und auch die Polizei ist hier im Volkshaus." Es war so etwas wie Galgenhumor, mit dem sich Mittwochabend ein Bewohner des Linzer Froschbergs auf den Info-Abend "Gemeinsam sicher in Linz" einstellte. Und dafür auch kurze Lacher erntete. Doch dann wurden die Mienen wieder ernst. Passend zum Thema des Abends.

SP-Gemeinderat Klaus Strigl und die Linzer Polizei hatten eingeladen, um die nach einer Einbruchsserie in der Gegend teilweise stark verunsicherte Bevölkerung darüber aufzuklären, wie sie ihr Zuhause am besten schützen könne.

Dem Einbrecher sein Vorhaben so schwierig wie möglich zu machen, war die zentrale Botschaft.

Und wie sich im Laufe des Abends herausstellte, haben viele Haus- und Wohnungsbesitzer in der Gegend ihr Daheim schon ordentlich aufgerüstet. Da war die Rede von Panzerbalken und -jalousien, "die sind der beste Schutz, da kommt keiner rein", gab eine Bewohnerin ihren Erfahrungsschatz weiter. Dazu Sicherheitsschlösser für Haustore, massive Querbalken aus Stahl als Zusatzschutz für Wohnungstüren oder Alarmanlagen. "Die sollen aber von einem dafür geeigneten Unternehmen eingebaut werden", sagte Klaus Knoll. Er ist Präventionsbeamter der Linzer Polizei und machte deutlich: "Sobald eine Wohnung gut geschützt ist – und sei es nur durch ein zweites Türschloss –, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich die Einbrecher ein anderes Objekt suchen, wo sie die Tat einfacher und schneller durchführen können", sagte Knoll.

Nach Einbruchserie rüsten Bewohner am Froschberg auf

Reges Interesse an den Tipps der Polizei.

Wobei Täter ihre späteren Opfer nicht zufällig aussuchen, sondern fast immer vorher ausspionieren würden. "Deshalb: Geben Sie Ihre Beobachtungen weiter. Informieren Sie die Polizei, wenn Ihnen etwas eigenartig vorkommt", sagte der stv. Landespolizeidirektor Erwin Fuchs. So könne von verdächtigen Personen, die um ein Haus herumschleichen, Personalia überprüft und Fingerabdrücke genommen werden. "Das hat uns schon öfter die Arbeit erleichtert und bei der Aufklärung geholfen."

Und wer einen Einbrecher auf frischer Tat ertappe, "soll sofort die Nummer 133 wählen und nicht irgendeine andere Polizeistation anrufen", sagte Gerhard Gierlinger. Der Innviertler Kontrollinspektor hat schon in Schärding das Projekt "Sicherheitspartner" umgesetzt und tut das jetzt auch in Linz (mehr dazu siehe Artikel unten).

Während Fuchs davon ausgeht, dass die Einbrüche leicht zurückgehen – "Wir haben vor kurzem eine litauische Bande festgenommen" –, berichteten Froschberg-Bewohner von aktuellen Einbrüchen und Einbruchsversuchen.

Fazit des Abends: Sicherheitsfirmen werden am Froschberg ein breites Betätigungsfeld finden, denn viele Bewohner wollen in Einbruchsschutz investieren.

 

Stimmen: Nicht nur auf dem Froschberg gab es vermehrt Einbrüche. Auch in Magdalena, auf dem Pöstlingberg und in Urfahr, so die Informationen der Polizei.

 

"Ich war daheim, als vergangenen Freitag beim Nachbarn, mit dem ich Tür an Tür wohne, eingebrochen wurde. Aber gehört habe ich nichts. Die sind ganz leise vorgegangen." – Sissy St., Froschberg

"Nachdem mir immer mehr Leute von Einbrüchen erzählt haben, haben wir den Abend organisiert. Die Bürger müssen wissen, wie sie sich am besten schützen können." – Klaus Strigl, SP-Gemeinderat

"Von vier Wohnungen im Erdgeschoß unserer Wohnanlage ist in drei eingebrochen worden. Ich wohne zwar im ersten Stock, aber wirklich sicher fühle ich mich nicht mehr." – Ingrid B., Froschberg

"Und wenn Sie nur kurz den Müll raustragen. Sperren Sie die Tür zu, lassen Sie das Licht brennen und das Radio laufen. Profi-Einbrecher sind unglaublich schnell." – Klaus Knoll, Polizist

"Steht Ihnen plötzlich ein Einbrecher gegenüber, dann tun Sie, was er verlangt. Das Wichtigste ist Ihr Leben, alles andere ist ersetzbar." – Gerhard Gierlinger, Sicherheitskoordinator der Polizei

 

Polizei sucht "Sicherheitspartner"

"Ich sage es offen: Hilfssheriffs brauchen wir keine." Aber aufmerksame Bürger, die ihre und die Beobachtungen anderer Bewohner an die Polizei weitergeben, würden sehr wohl gesucht, sagte der stv. Landespolizeidirektor Erwin Fuchs zu den Froschberg-Bewohnern.

Denn so wie in Schärding, wo ein Pilotprojekt gestartet wurde, möchte die Polizei auch in Linz sogenannte "Sicherheitspartner" finden und auf diese Weise im regelmäßigen Austausch mit der Bevölkerung bleiben.

"Sicherheitspartner" sollen in ihrer Wohngegend Kontaktpersonen für Bewohner sein, die auffällige Beobachtungen machen. Sie geben diese gesammelt an die Polizei weiter und erfahren im Gegenzug, was sich aus Sicht der Exekutive in ihrem Umfeld tut.

Interessenten können sich bei Kontrollinspektor Gerhard Gierlinger (0 664 / 816 89 69) melden.

 

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Artikel Anneliese Edlinger 09. März 2018 - 00:04 Uhr
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