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Linz

Linz bekommt ein streng veganes Fast Food-Restaurant

Von Karin Haas   14. Mai 2014 00:04 Uhr

Absage an Fleisch-Fans: In Linz eröffnet ein Tiroler ein veganes Fast-Food-Lokal
Bernhard Falkner freut sich auf sein neues Restaurant, das hier in der Domgasse 2 im September starten und frischen kulinarischen Wind bringen soll.

LINZ. Das frühere "La Bohème" im altehrwürdigen Stiftshaus am Pfarrplatz wird groß umgebaut und beheimatet bald das erste rein vegane Fast-Food-Lokal Oberösterreichs.

Ein gebürtiger Tiroler will es in Linz wissen. Gibt es genug Veganer, damit ein Restaurant ganz ohne Fleisch und ohne Milch, Eier und Käse überleben kann? Bernhard Falkner (41) aus Landeck, seit Jahren der Liebe wegen ein Wahl-Oberösterreicher mit Wohnort Traun, startet in der Domgasse 2 unweit des Linzer Pfarrplatzes mit einem eigenen Lokal durch. Früher war dort das La Bohéme, davor die Wachauer Weinstube.

Neues Lokal heißt "front food"

Das neue "front food" wird das erste rein vegane Fast-Food-Lokal Oberösterreichs und wahrscheinlich sogar bundesweit einzigartig sein. Es ist Falkners Konzept und ausdrücklich kein Franchise. "Slow Food gibt es ja genug. Vegetarier und Veganer finden etwa im p’aa, im Gelben Krokodil und bei den Donauwirtinnen Gerichte, die ihnen passen. Doch ein veganes Fast-Food gibt es nicht", sagt Falkner. Er ist selbst seit 13 Jahren Vegetarier und seit neun Jahren vegan unterwegs. Start soll im September sein. Am Herd will Falkner selbst stehen. Es sollen Burger, "Schnitzel"-Semmel mit "Schnitzel" aus Soja, Nuggets, Salate, Nudeln, Reis- und Chiligerichte angeboten werden. Neben vegan soll auch (fast) alles bio, regional und nachhaltig sein, sogar die Verpackung.

Auf 140 Quadratmetern Fläche wird es 60 Sitzplätze geben. Doch zuvor muss noch groß umgebaut werden. Das Haus Domgasse 2 gehört Hannes und Clemens Strahammer, den Söhnen des verunglückten früheren voestalpine-Generals Peter Strahammer. "Falkners Konzept ist stimmig und gefällt mir gut", sagt Hannes Strahammer.

Falkner baut auch auf Gelegenheits-Veganer besonders als Mittagskunden. Das "front food" wird auch abends offen sein. Ab 22 Uhr ist Schluss, was auch die Hausbewohner freut. Denn beim Vorgänger La Bohème war es mit Live-Musik und späten Gästen manchmal laut geworden. Das La Bohème betrieb der frühere Galerist Gerhard Aigner. Er hörte altersbedingt bereits vor Wochen auf.

Das Haus Domgasse 2 hat eine große Historie hinter sich. Das Gebäude stammt aus 1531 und war einst das Mondseer und Garstener Stiftshaus. Hannes Strahammer sagt, das Haus werde historisch rückgebaut. Das künftige Schmuckstück mit sieben Wohnungen wird aber auch ein bisserl moderner. Ein Lift bringt den Bewohnern Komfort. So ganz nebenbei wird der (feuchte) Keller saniert.

 

Mondseer Stiftshaus bald wie neu

Seit mehr als 120 Jahren ist in der Linzer Domgasse 2 im ehrwürdigen Mondseer und Garstener Stifthaus ein Lokal. 1884 eröffnete dort die Dalmatiner Weinstube. Sie wurde 1918 in Wachauer Weinstube umbenannt. Das La Bohéme setzte fast 15 Jahre die Tradition fort. Doch Ende März war heuer Schluss. Am 29. März war die Abschlussparty des auch optisch in die Jahre gekommenen Lokals. Zuletzt wurden mit Live-Musik und der Küche, die zum Selberkochen gemietet werden konnte, vor allem Studenten, die auf ihr Börsel schauen mussten, angezogen.

Nun soll das Haus saniert und aufgewertet werden. Das neue „front food“ soll das aus dem Jahre 1531 stammende, später barockisierte Haus auch für Passanten attraktivieren. Es gehört den Söhnen des verstorbenen früheren voestalpine-Chefs Peter Strahammer.

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