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Oberösterreich

Vater des entführten Samuel bittet Mutter per E-Mail um Einigung

Von Gerhild Niedoba   04. Januar 2011 00:04 Uhr

Vater des entführten Samuel bittet Mutter per E-Mail um Einigung
Samuel ist nach wie vor von seinem Vater getrennt.

WILHERING. Warten und Bangen heißt es weiterhin für den Vater des am 22. Dezember nach Tschechien entführten Samuel. Nach juristischen Anträgen hat der 36-Jährige jetzt auch per Mail an die Kindesmutter appelliert, den Buben wieder nach Hause zu bringen.

Für den 36-jährigen ÖBB-Bediensteten Harald Fröhlich aus Wilhering waren die vergangenen Feiertage alles andere als friedvoll. Seit knapp zwei Wochen drehen sich all seine Gedanken nur noch um seinen fünfjährigen Sohn. Samuel war damals von seiner tschechischen Mutter, die für das gemeinsame Treffen zum Linzer Weihnachtsmarkt angereist war, in ihr Heimatland verschleppt worden.

Der verzweifelte Vater, der das alleinige Sorgerecht hat, will daher nichts unversucht lassen. Zuerst setzte er alle juristisch relevanten Schritte zur Rückkehr seines Sohnes.

Keine Antwort auf E-Mail

Und jetzt habe er auch ein versöhnliches Angebot an die 26-jährige Mutter gerichtet. „Ich habe ihr in einem E-Mail geschrieben, dass es mir nicht um ihre strafrechtliche Verurteilung geht, sondern um ihre Vernunft.“ Sie solle mit Samuel noch einen schönen und friedlichen Jahreswechsel verbringen – und ihn dann spätestens bis 9. Jänner wieder nach Hause bringen, zitiert Harald Fröhlich aus seinem Schreiben. Eine Antwort habe er bis dato aber noch nicht erhalten.

Wenig erfreulich sei auch das zweite Telefonat zu Neujahr mit seinem Sohn verlaufen. Fröhlich vermutet, dass der Bub davor von seiner Mutter „bearbeitet“ worden sei. Sein Sohn sei sehr aufgebracht gewesen und habe dem Vater vorgeworfen, ihnen die Polizei geschickt zu haben. „Ich habe ihm nicht dagegen geredet. Denn trotz des Streits soll alles gut über die Bühne gehen“, wünscht sich der 36-Jährige.

Das Verhalten der Kindsmutter verstehe er nicht. Seit der Trennung der Eltern – Samuel war damals eineinhalb Jahre alt – habe die Mutter den Buben kaum besucht. Und das, obwohl sie nur ein paar Kilometer entfernt wohnte, sagt Fröhlich. „Für Samuel ist sie wie eine Verwandte, die halt Mama heißt.“ Anfang 2008 hätten sich die Eltern dann einvernehmlich auf das alleinige Sorgerecht des Vaters geeinigt. „Ich habe ihr nie das Besuchsrecht verboten, obwohl es ihr nicht zustand.“

Vor rund einem Jahr übersiedelte die 26-Jährige schließlich in ihre Heimat Tschechien. Vor dem folgenschweren Dezember-Treffen habe die Mutter Samuel das letzte Mal im August gesehen.

Der Wilheringer hofft jetzt, dass die zwei Anträge, die er beim Trauner Bezirksgericht eingebracht hat, Wirkung zeigen. Der Antrag auf Herausgabeverfügung sollte der Mutter nächste Woche zugestellt werden, sagt Fröhlich. Trotz allem bangt er um sein Recht. „Aus unserer Sicht kann sich jetzt keiner querlegen. Aber eine gewisse Skepsis bleibt, da wir nicht wissen, welche Geschichte in Tschechien aufgetischt wird.“

 

Chronologie

Am 22. Dezember treffen sich Harald Fröhlich und Sohn Samuel mit dessen Mutter am Linzer Weihnachtsmarkt. Die Tschechin (26) kommt in Begleitung eines Freundes und ihrer Mutter. Während die Großmutter Fröhlich ablenkt, verschwindet die Kindesmutter mit dem Buben. Fahndungen blieben zunächst ergebnislos. Inzwischen ist klar, dass Mutter und Sohn in Tschechien sind.

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