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Oberösterreich

Der „Franz von Assisi“ vom Spallerhof

Nicht nur zum Welttierschutztag sind Pfarrer Franz Zeiger Tiere ein Anliegen

Bild: privat

Die Liebe zu den Tieren wurde Franz Zeiger quasi in die Wiege gelegt: „Schon als Kind gab es in meiner Familie immer Tiere, wie Hamster, Katzen und Hunde“, erzählt der 56-Jährige über sein Aufwachsen mit seinem Bruder und seiner Schwester in Steyr-Münichholz. Heute ist der Respekt vor Natur und Tierwelt ein wesentlicher Eckpunkt in seinem Wirken – nicht nur am heutigen Welttierschutztag: „Die Schöpfung in den Mittelpunkt zu stellen, gehört zu meiner Spiritualität“, sagt Zeiger. „Der Mensch funktioniert ohne die Schöpfung nicht.“

Diese Einstellung setzt der Priester in seiner Pfarre in St. Peter im Linzer Stadtteil Spallerhof in die Tat um. So gründete er vor neun Jahren eine „Tiertafel“. Dort erhalten jene, die wenig finanzielle Mittel haben, Futter für ihre Tiere. „Pro Jahr vergeben wir 16 bis 18 Tonnen Futter“, sagt Zeiger nicht ohne Stolz. Auch bei Arztkosten hilft die Tiertafel nach Möglichkeit mit. „Gerade für Menschen mit niedrigem Einkommen sind Tiere ein wichtiger Faktor, der ihnen Halt und Zuversicht gibt.“ Auch zwei Esel haben die Tierfreunde vom Spallerhof vor dem Schlachter gerettet. Resi und Lisi leben jetzt auf einem Bauernhof in Hinterstoder. Nur einmal im Jahr müssen sie arbeiten – bei der Palmprozession der Pfarre St. Peter.

Priester wurde der 56-Jährige über Umwege. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Behindertenbetreuer und arbeitete als Sozialarbeiter. Anfang der 1990er-Jahre begann er mit dem Theologie-Studium, 1997 wurde er Priester. Drei Jahre lang arbeitete er als Kaplan in der Pfarre Linz-St. Michael, seit 2000 wirkt er als Pfarrer am Spallerhof. Unkonventionell wie er ist, führte er dort nicht nur eine Tiersegnung rund um den 4. Oktober ein. Menschen, die nicht persönlich kommen können, können auch per E-Mail ein Foto schicken, das stellvertretend gesegnet wird. Seither muss er vorab hunderte E-Mails aus aller Welt beantworten. Das macht er gerne: „Diese Tiere sind für ihre Besitzer oft das Einzige, was ihnen geblieben ist. Ihnen spreche ich gerne Mut zu.“

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Artikel Herbert Schorn 04. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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