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Andreescu lässt Serena Williams weiter warten

09. September 2019 00:04 Uhr

Andreescu lässt Serena Williams weiter warten
Zum Hinlegen: Ein Jahr nach Naomi Osaka triumphierte erneut eine Außenseiterin auf dem New Yorker Hartplatz.

NEW YORK. US-Open-Coup: 19-Jährige siegte in New York, Tennis-Legende verpasste den 24. Major-Titel.

Ein Jahr nach Naomi Osaka hat das Damen-Tennis neuerlich einen Shootingstar, der Serena Williams bei den US Open in New York die Suppe versalzte. Wieder war alles angerichtet für die 37-jährige US-Amerikanerin, die in ihrem vierten Grand-Slam-Finale nach der Babypause endlich ihren 24. Major-Titel holen wollte. Doch es war die erst 19-jährige Kanadierin Bianca Andreescu, die am Samstag in Flushing Meadows mit 6:3, 7:5 triumphierte.

Andreescu ist die erste kanadische Major-Siegerin überhaupt. Und konnte es selbst fast nicht glauben. "Ich träume schon sehr lange davon. Seit damals habe ich es fast jeden Tag visualisiert. Es ist verrückt, dass es jetzt Realität geworden ist", sagte Andreescu verwundert. 15 Jahre war die Kanadierin alt, als sie selbst einen Scheck bastelte, wie ihn die Gewinnerin der US Open auch erhält. Jahr für Jahr notierte sie darauf das aktuelle Preisgeld, um ihr großes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Nun, mit gerade einmal 19 Jahren, muss Bianca Andreescu nicht mehr basteln – sie hält den Siegerscheck über 3,85 Millionen Dollar wirklich in den Händen.

Sie küsste den Boden und rollte auf den Rücken, ein Glücksmoment sondergleichen für die Aufsteigerin, die nun sogar auf Platz 5 im Ranking hochschnellen wird. Noch vor einem Jahr war Andreescu in der ersten Qualifikationsrunde gescheitert, nun ist sie die erste Hauptfeld-Debütantin, die den Triumph geschafft hat.

Williams scheiterte hingegen nach den Wimbledon-Finali 2018 und 2019 sowie dem US-Open-Endspiel im Vorjahr neuerlich an ihrem großen Vorhaben. Denn die am 26. September 38 Jahre alt werdende US-Amerikanerin spielt eigentlich nur noch, um den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court (geborene Smith) mit 24 Grand-Slam-Titeln zu egalisieren und zu überbieten.

Williams, die im Verlauf des Turniers ihr bestes Tennis seit ihrer Rückkehr auf die WTA Tour als Mutter gezeigt hatte, hatte sich im Finish bei 1:5 noch einmal aufgebäumt. "Ich habe versucht, länger hier draußen zu bleiben. Die Fans haben so sehr geschrien, und ich habe etwas besser gespielt. Aber Bianca hat ein unglaubliches Match gespielt. Ich bin stolz und glücklich für dich."

Der größte Altersunterschied zweier Finalistinnen in der "Open Era", Williams ist 18 Jahre und 263 Tage älter, war auf dem Platz nicht zu bemerken. Und schon gar nicht die Tatsache, dass Williams ihr 33. und Andreescu ihr erstes Grand-Slam-Finale bestritt. Der Teenager aus Ontario blieb fokussiert und cool, während Williams der Druck, zu Hause, 20 Jahre nach ihrem ersten Major-Sieg bei den US Open, Titel Nummer 24 zu holen, anzumerken war.

Das Match hatte schon gar nicht nach dem Geschmack des Großteils der über 23.000 Fans und auch nicht des US-Superstars begonnen: Mit einem Doppelfehler musste eine nervöse Serena Williams gleich das Auftaktgame abgeben, Andreescu stellte sicher auf 2:0. Williams musste in der Folge, neuerlich mit einem Doppelfehler, beim ersten Satzball den ersten Durchgang mit 3:6 nach 43 Minuten abgeben. Auch im zweiten Durchgang gelang Andreescu ein frühes Break zum 2:0. Sie hatte nach 75 Minuten ihren ersten Matchball, doch als Williams doch noch ein Rebreak zum 2:5 gelang, wechselte das Momentum.

Zu null musste Andreescu auch den Aufschlag zum 4:5 abgeben und unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Fans gelang Williams das 5:5. Die Williams-Anhänger schöpften Hoffnung. Unter ihnen auch die extra eingeflogene Freundin Meghan Markle, Herzogin von Sussex und Frau des britischen Prinzen Harry, in Williams’ Box. Doch Andreescu fing sich und nutzte ihren dritten Matchball zum Triumph. Es wird wohl nicht ihr letzter gewesen sein.

Williams will weiter kämpfen

Ans Aufgeben denkt auch Williams nicht. "Ganz ehrlich, es ist wirklich super frustrierend. Ich bin so, so nahe dran und doch so weit davon entfernt", gestand Williams im prall gefüllten Interviewraum in den Katakomben des Arthur Ashe Stadium. "Ich denke, ich muss einfach weitermachen, wenn ich eine professionelle Tennisspielerin sein will." Und: "Ich glaube, dass ich besser spielen und mehr tun hätte können. Ich glaube, dass ich einfach mehr Serena hätte sein können."

> Mehr über Bianca Andreescu erfahren Sie hier

Kolumbianer siegten

 

Juan Sebastian Cabal und Robert Farah haben nach ihrem Triumph in Wimbledon nachgedoppelt und auch bei den US-Tennis-Open in New York als erste Kolumbianer den Titel geholt. Das topgesetzte Duo setzte sich im Finale des Herren-Doppels gegen Marcel Granollers (Sp) und Horacio Zeballos (Arg), die Bezwinger der Österreicher Oliver Marach/Jürgen Melzer, mit 6:4, 7:5 durch. Die US-Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands und der Brite Jamie Murray verteidigten ihren Titel im Mixedbewerb erfolgreich.

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