Lade Inhalte...

SV Ried

"Die haben beim Einsteigen in den Bus nicht einmal gewusst, wo Ried liegt"

Von Harald Bartl  21. November 2020 00:04 Uhr

"Die haben beim Einsteigen in den Bus nicht einmal gewusst, wo Ried liegt"
Im April 2017 feierte die SV Ried einen 3:0-Sieg über den SK Rapid – einige Wochen später musste man aus der Bundesliga absteigen.

RIED. Am Sonntag empfangen die Innviertler nach dreijähriger Pause wieder Rapid.

Wie bezwingt man als krasser Außenseiter den SK Rapid? Am Sonntag (Josko-Arena, 17 Uhr) treffen die Fußballer der SV Guntamatic Ried nach drei Jahren Bundesliga-Pause wieder daheim auf Österreichs Rekordmeister.

Vor 25 Jahren zeigte es die SV Ried bei ihrer Bundesliga-Premiere eindrucksvoll vor. Der 2:1-Sieg vom 2. August 1995 ist in die Klub-Geschichte eingegangen – und bis heute unvergessen. "Vor dem Spiel haben wir Rapid zumindest in der Öffentlichkeit in den Himmel gehoben", erinnert sich Rieds Jahrhundert-Trainer Klaus Roitinger im OÖN-Gespräch zurück.

In der Kabine sah das schon etwas anders aus. Roitinger: "Ich habe zufällig gesehen, wie sich ein Rapid-Spieler vor dem Aufwärmen noch schnell eine Zigarette angezündet hat. Das habe ich der Mannschaft bei der letzten Besprechung in der Kabine natürlich sofort unter die Nase gerieben und gesagt: Das macht nur jemand, der uns nicht ernst nimmt."

Tatsächlich war Ried im Innkreis im Jahr 1995 natürlich noch keinem Profikicker ein Begriff. Roitinger: "Da haben viele Spieler beim Einsteigen in den Mannschaftsbus nicht einmal gewusst, wo Ried liegt."

Im Spiel lief dann alles für die Innviertler. Nach einer Stunde ging man durch Roland Krammer mit 1:0 in Führung. Gleich darauf schenkte Peter Guggi den Gastgebern mit einem kapitalen Eigenfehler das 2:0, das Pavel Mraz erzielte. Roitinger: "Danach sind die Rapid-Spieler doch richtig nervös und vor allem auch vom Rieder Publikum erdrückt worden."

Offiziell waren es 9000 Zuschauer, in Wahrheit dürften es rund 11.000 im alten Rieder Stadion gewesen sein, die ihre Kicker zum Sieg trieben. "Jeder gewonnene Zweikampf, jeder gelungene Pass, jeder Outeinwurf ist gefeiert worden", erinnert sich der damalige Kapitän Leo Kiesenhofer zurück. "Und mit dem Schlusspfiff sind alle Zuschauer sofort aufs Spielfeld gestürmt, und haben uns gefeiert. Das wäre heute alles unvorstellbar."

Kiensenhofers Rat an das Team

Als Stadionverantwortlicher der Josko-Arena wird Kiesenhofer am Sonntag – so wie immer – wenige Meter von der Rieder Trainerbank entfernt Platz nehmen. Und er kann der aktuellen Rieder Mannschaft nur jenen Rat weitergeben, den er damals selbst befolgt hat: "In jedem Spiel gibt es eine Chance. Man muss nur daran glauben. Auch wenn es natürlich sehr schade ist, dass uns im Gegensatz zu den Auftaktpartien gegen die WSG Tirol und Salzburg diesmal gar keine Fans unterstützen können."

2. August 1995: SV Ried – SK Rapid 2:1 (0:0) Tore: Krammer (60.), Mraz (67.); Stöger (88.); Ried: Unger; Eder; Kiesenhofer, Steininger; Angerschmid, Krammer, Glasner, Stanisavljevic, Drechsel; Möseneder (72. Dampfhofer), Mraz (75. Weber). SK Rapid: Konsel; Barisic, Ivanov, Schöttel; Heraf, Guggi (74. Haller), Jovanovic (50. Stumpf), Stöger, Marasek; Sliwowski (74. Bürringer), Mandreko Rieder Stadion, 9000; Lerchenmüller

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Artikel von

Harald Bartl

stellvertretender Ressortleiter Sport

Harald Bartl
Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr zum Thema

mehr aus SV Ried

7  Kommentare expand_more 7  Kommentare expand_less