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Außenpolitik

Wegen Ölfeldern: US-Truppen bleiben doch in Syrien

Von OÖN   22. Oktober 2019 00:04 Uhr

Wegen Ölfeldern: US-Truppen bleiben doch in Syrien
Ein Teil der US-Truppen ist bereits aus Syrien abgezogen.

DAMASKUS. Heute endet die Feuerpause in Nordsyrien – Türkei will "Sicherheitszone" auf 444 Kilometer ausdehnen

Mit dem Truppenabzug aus Nordsyrien haben die USA der Türkei eine Offensive gegen die Kurden ermöglicht. Nun überlegt US-Verteidigungsminister Mark Espe allerdings wieder, doch ein paar Soldaten in Syrien zu lassen. Diese könnten so zusammen mit kurdischen Kämpfern die Ölfelder schützen und verhindern, dass sie der Terrormiliz Islamischer Staat in die Hände fallen, sagte Espe. Mittlerweile haben 500 US-Soldaten das Land verlassen und die Grenze zum Irak überquert. Die Stimmungslage in der Region war entsprechend angespannt. Ein Video der kurdischen Nachrichtenseite "Hawar News" zeigte, wie Menschen in der nordsyrischen Stadt Kamischli gepanzerte Fahrzeuge der US-Armee mit Kartoffeln bewarfen und die Soldaten als "Lügner" beschimpften.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Türkei mit ihrem Vormarsch im Nordosten Syriens zunächst eine "Sicherheitszone" von 120 Kilometern Länge einnehmen will. Im weiteren Verlauf solle die Zone auf eine Länge von 444 Kilometern ausgedehnt werden. Dabei strebt Ankara an, dass die "Sicherheitszone" rund 30 Kilometer tief in das syrische Staatsgebiet hineinragt. Vor allem der Iran zeigte sich empört über die türkischen Pläne. Die geplante Errichtung von zwölf türkischen Beobachtungsposten in Syrien sei "inakzeptabel" und werde vom Iran als "Aggression gegen die Souveränität eines unabhängigen Staates" gesehen, die auf "Widerstand" Teherans und anderer Länder stoßen werde, hieß es aus dem Außenministerium in Teheran.

In der Zwischenzeit steigen in Nordsyrien wieder die Spannungen: Die am Donnerstag ausgerufene Waffenruhe soll nach den Angaben des türkischen Militärs heute um 21 Uhr enden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte einmal mehr, die Offensive fortzusetzen, sollten die Kurden bis dahin immer noch in dem Gebiet sein. Die Kurden-Miliz SDF teilte zwar mit, sie habe sich aus dem strategisch wichtigen Grenzort Ras al-Ain zurückgezogen. Mit der Türkei verbündete syrische Rebellen erklärten jedoch, der Abzug sei noch nicht abgeschlossen.

Putin empfängt Erdogan

Rechtzeitig zum Ende der Waffenpause reist Erdogan heute zum russischen Präsidenten Putin. Das Treffen der beiden Präsidenten in Sotschi hat vor allem symbolischen Charakter. Die beiden Staatspräsidenten wollen sich der Weltöffentlichkeit als entschlossene Kriegsherren zeigen. Die Russen haben Erdogan im Gegensatz zum Westen von Anfang an bei seinem umstrittenen Einmarsch in die Kurdengebiete Nordsyriens unterstützt.

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