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Weltspiegel

Fans drangen bei Maradona-Totenwache in Regierungssitz ein

Von nachrichten.at/apa   26. November 2020 11:55 Uhr

BUENOS AIRES. Bei der Totenwache für die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona sind Fans mit Gewalt in den Regierungspalast Casa Rosada eingedrungen.

Einige Fans kletterten am Donnerstag über den Zaun vor dem Eingang und verschafften sich Zugang zur Casa Rosada, wie im Fernsehen zu sehen war. Offenbar befürchteten sie, nicht mehr zu dem Sarg ihres Idols vorgelassen zu werden, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Im Inneren des Regierungssitzes wurde Maradonas Sarg in einem anderen Raum in Sicherheit gebracht.

Auch auf den Straßen vor dem Regierungsgebäude im historischen Zentrum von Buenos Aires kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Aufgebrachte Fans schleuderten Steine und Flaschen auf die Polizei, die Beamten feuerten Gummigeschosse in die Menge und setzen Wasserwerfer ein. 

Maradona war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren gestorben, sein Sarg wurde in der Casa Rosada im historischen Zentrum von Buenos Aires aufgebahrt. Tausende Anhänger verabschiedeten sich seit den frühen Morgenstunden von ihrem Idol. Nach dem Willen seiner Familie soll Maradona noch am Donnerstag auf einem privaten Friedhof in einem Vorort von Buenos Aires beigesetzt werden, wie lokale Medien berichteten.

Der Weltmeister von 1986 war am späten Mittwochvormittag im Alter von 60 Jahren einem Herzinfarkt erlegen. Am Donnerstag nahmen Zehntausende Fans Abschied von ihrem Idol, dessen Sarg im Präsidentenpalast von Buenos Aires aufgebahrt war. Aus aller Welt trafen Trauerbotschaften für Maradona ein, der in seiner Profi-Ära als bester Fußballer der Welt galt.

ORF-Video: Trauer um Maradona

Politiker und Sportstars aus der ganzen Welt haben den gestorbenen Diego Maradona (60) als einen der größten Fußballer der Geschichte gewürdigt. Argentiniens Fußball-Genie Diego Armando Maradona ist als einer der weltgrößten Sportler in die Geschichte eingegangen. Nicht nur die Fußball-Welt trauert nach um den verstorbenen argentinischen Nationalhelden. Reaktionen aus Politik, Sport sowie internationale Pressestimmen für Sie zusammengefasst:

Emmanuel Macron (Frankreichs Staatspräsident): "Die Hand Gottes hat uns ein Fußballgenie auf die Erde gebracht. Sie hat ihn (Maradona, Anm.) uns nun mit einem unvorhersehbaren Dribbling, das unsere gesamte Verteidigung getäuscht hat, wieder genommen (...), den geliebten, unangefochtenen Souverän des Fußballs. (...) Diego bleibt (auf Spanisch: Diego se queda)."

Michel Platini (Fußball-Europameister mit Frankreich 1984 und ehemaliger UEFA-Präsident): "Er hatte technisch alles: linker Fuß, Kontrolle, Schuss und war dazu noch sehr quirlig. Um den 'Eisenfüßen' auf dem Platz in den 1970ern und 80ern zu entgehen, warst du besser sehr, sehr quirlig, und er war noch dazu ein Dribbler. Er hat gedribbelt, gedribbelt, gedribbelt."

Pele (Fußball-Idol Brasiliens): "Eine traurige Nachricht, so einen Freund zu verlieren. Möge Gott seiner Familie genug Kraft geben. Eines Tages werden wir sicher im Himmel gemeinsam kicken."

Diego Maradona und Pele auf einem Archivbild aus dem Jahr 2016.

Romario (Fußball-Weltmeister mit Brasilien 1994): "Mein Freund ist gegangen. Maradona, die Legende! Der Argentinier, der die Welt nicht nur mit dem Ball an seinem Fuß erobert hat, sondern auch mit seiner Freude und einzigartigen Persönlichkeit. Ich habe es schon ein paar Mal gesagt: Von den Spielern, die ich auf dem Feld gesehen habe, war er der beste."

Lionel Messi (argentinischer Rekord-Weltfußballer): "Ein sehr trauriger Tag für alle Argentinier und für den Fußball. Er verlässt uns, aber er geht nicht weg, weil Diego ewig ist. Ich behalte all die schönen Augenblicke in Erinnerung, die ich mit ihm erlebt habe. Mein Beileid an seine ganze Familie und an seine Freunde. Ruhe in Frieden."

Cristiano Ronaldo (portugiesischer Fußball-Star): "Heute verabschiede ich mich von einem Freund und die Welt verabschiedet sich von einem ewigen Genie. Einer der Besten unserer Zeit. Ein beispielloser Zauberer. Er geht viel zu früh, hinterlässt aber ein grenzenloses Vermächtnis und eine Leere, die nie mehr aufgefüllt werden wird. Ruhe in Frieden. Du wirst nie vergessen werden."

Zlatan Ibrahimovic (Schwedens Fußball-Superstar vom AC Milan): "Maradona ist nicht tot, er ist unsterblich. Gott hat uns den begnadetsten Fußballer aller Zeiten gegeben. Er wird für immer und immer leben."

Rafael Nadal (spanischer Tennis-Star): "Heute ist die Welt des Sports im Allgemeinen und des Fußballs im Besonderen leer. Maradona war einer der größten Sportler der Geschichte. Was er im Fußball getan hat, bleibt. Mein aufrichtiges Beileid an seine Familie, die Welt des Fußballs und ganz Argentinien."

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Die Fußball-Welt weint um ein Idol

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Internationale Pressestimmen

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Zwischen Genie und Wahnsinn. Die Fußball-Welt muss sich von einem ihrer größten Spieler verabschieden: Im Alter von nur 60 Jahren ist Diego Armando Maradona gestorben. (...) Weltmeister, Serienmeister, Uefa-Cup-Sieger, Nationaltrainer, Doping-Sünder, gescheiterter TV-Moderator und Kokain-Junkie in Personalunion - eigentlich viel zu viel für ein einziges Leben."

Süddeutsche Zeitung: "Der Fuß Gottes (...) Der Menschlichste unter den Göttern. Das fehlbare Genie: Nur wenige Menschen haben in ihrer Vita so viele grundverschiedene Kapitel gefüllt wie Diego Armando Maradona. Jahrelang wandelte der Argentinier zwischen Himmel und Hölle."

Neue Zürcher Zeitung: "Diego Maradona hatte eine Karriere wie eine Mondlandung."

The Guardian: "Maradona war eine perfekte Darstellung der menschlichen Fähigkeit, widersprüchlich zu sein, hässlich und schön zugleich zu vermitteln (...). Ohne Frage begabt und ein Genie nach jeder Definition des Begriffs, entwickelte Maradona eine fast übermenschliche Fähigkeit, mit dem Ball das zu tun, was große Künstler mit einem Pinsel oder Komponisten mit Musik machen."

Gazzetta dello Sport: "Maradona ist tot: Der Fußball weint um den Größten von allen."

Washington Post: "Durch Herrn Maradonas Tod hat die Welt einen ihrer talentiertesten Sportler und eine ihrer gequältesten Seelen verloren."

New York Times: "Maradonas Fuß schien der Ball zu folgen wie ein Haustier. Es hieß, er könne mit einer Orange, was andere nur mit einem Ball zustande brachten. Und er spielte mit einer Art brillanten Tarnung, scheinbar schläfrig über weite Strecken, nur um sich dann in wichtigen Momenten mit faszinierenden Dribblings, verblüffenden Pässen oder unhaltbaren Schüssen zu behaupten."

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