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Bildungsexpertin: "Benotung ist Rolle rückwärts"

WELS. Margret Rasfeld ist Initiatorin von "Schule im Aufbruch" - in Wels kritisierte sie Pläne der Regierungsverhandler

Margret Rasfeld hielt in Wels vor Lehrern einen Vortrag und leitete gestern (im Bild) in der HAK 1 einen Workshop. Bild: fam

 Auf Einladung von Direktor Alois Hochreiner und Lehrerin Elisabeth Fellinger hielt Margret Rasfeld, Initiatorin von „Schule im Aufbruch, in der Welser Handelsakademie 1 einen Workshop. Die Schulgründerin und Buchautorin aus Berlin propagiert neue, selbstbestimmte Lernformen, um globalen Herausforderungen wie Digitalisierung und Klimawandel wirksam begegnen zu können.

OÖN: Sie schreiben, dass der Wandel in Gesellschaft und Arbeitswelt ein zeitgemäßes Verständnis von Lernen und Bildung erfordere. Was meinen Sie damit?

Margret Rasfeld: Ich arbeite viel mit Unternehmen zusammen. Da wirst du als Mitarbeiter in Projekte gesteckt, musst dich selbst organisieren. Gefragt sind kreative Leute, die es gewohnt sind, in Teams zu arbeiten. In der Schule wird kaum interdisziplinär, sondern meistens in Fächern gearbeitet. Was zählt, ist die Einzelleistung. Auf die Dynamik der Digitalisierung muss die Schule vorbereitet werden.

Was wollen Sie dem entgegensetzen?

Unsere Initiative „Schule im Aufbruch“ hat in Österreich schon Fuß gefasst. Ich war in den vergangenen drei bis vier Jahren bis zu 40 Mal in Ihrem Land. Wir zählen bereits bis zu 600 Schulen, die sich im Umbruch befinden.“

Sie vertreten unter anderem selbstbestimmtes Lernen. Was genau ist damit gemeint?

Es geht kurz gefasst um offenen Unterricht, in dem die Schüler nicht im Gleichschritt-Marsch unterwegs sind, sondern Lerninhalte und Testtermine selbst bestimmen können. Statt Konkurrenz untereinander steht Zusammenarbeit im Vordergrund.

Die Regierungsverhandler wollen in den ersten beiden Grundschulklassen wieder Noten einführen. Ihnen wird das vermutlich nicht gefallen.

Das ist die Rolle rückwärts hin zur Selektion. Schon Einstein wusste: Wir können die Herausforderung von heute nur mit neuen Denkweisen und Methoden lösen und nicht durch diese, wodurch sie entstanden sind. Die Politik denkt nicht pädagogisch. Sie will Wählerstimmen gewinnen. Die Kinder in Dänemark und Schweden sind Pisa-Sieger. Beide Länder kommen zwischen neun und zehn Jahre ohne Noten aus.

Was ist Ihr Gegenmodell?

Das ist eine achtjährige Grundschule für alle. Kinder kommen mit allem ausgestattet in die Schule und verlieren ganz schnell ihre Kreativität. Im Fächerkorsett geht ihre Motivation zugrunde. Die Schule prägt viel zu vielen Menschen Angst vor Fehlern ein. In den nächsten 20 Jahren wird sich das Überleben der Menschheit entscheiden. Begegnen wir diesen Her-ausforderungen mit Fehlerangst oder Mut? Mit Kooperation oder Konfrontation? Die Schule muss darauf passende Antworten geben.

 

 

 

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Artikel Erik Famler 30. November 2017 - 05:48 Uhr
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