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Steyr

Pyhrn-Priel GmbH: Entscheidung fällt im Sommer

Von Hannes Fehringer   09. Mai 2018 03:51 Uhr

Pyhrn-Priel GmbH: Entscheidung fällt im Sommer
Schätzgutachten: Der Turm auf dem Wurbauerkogel ist 707.000 Euro wert.

WINDISCHGARSTEN. Bei der Prüfungstagsatzung am Dienstag wurde die Weiterführung der Tourismusfirma beschlossen. Ein Schätzgutachten liegen vor.

Auf dem Papier ist die Touristische Freizeiteinrichtungen Pyhrn-Priel GmbH doch nicht so arm wie eine Kirchenmaus, wie es den Anschein nach der Insolvenz hatte. Im Eigenantrag zur Verfahrenseröffnung wurden die Vermögenswerte nicht beziffert und praktisch bei null angesetzt. Gestern wurden den Gläubigern bei der Prüfungstagsatzung am Landesgericht Steyr zwei vom Masseverwalter Norbert Mooseder beauftragte Schätzgutachten vorgelegt. Demnach werden in den den OÖN vorliegenden Gutachten die Aussichtswarte auf dem Wurbauerkogel auf 707.000 Euro, das "Trailogiegebäude" beim Bikerpark auf 86.000 Euro und Mountainbikestrecken sowie Klettersteige auf 550.900 Euro geschätzt. Dem stand im Insolvenzantrag eine Überschuldung von 763.000 Euro gegenüber, an der sich bei der gestrigen Tagsatzung nichts änderte.

Aus der Bahn geworfen hatten die "Touristische Freizeiteinrichtungen Pyhrn-Priel GmbH", die als Tochterfirma der Tourismusregion gegründet wurde, mutmaßliche Machenschaften des ehemaligen Geschäftsführers Markus M., der laut Staatsanwalt 120.000 Euro in die eigene Tasche abgezweigt haben soll. Dass die mutmaßlichen Verfehlungen des Ex-Managers, den in Steyr ein Strafprozess erwartet, die Firma aus dem Tritt gebracht hätten, wollte aber nicht nur der ehemalige und mittlerweile ausgetauschte Vorstand des Tourismusverbandes Pyhrn-Priel nicht glauben. Bei einer Versammlung in den Räumlichkeiten des Kreditschutzverbandes von 1870 in Linz, die der Direktor der Raiffeisenbank Windischgarsten, Klaus Schmaranzer, und die Referentin der OÖ. Raiffeisenlandesbank, Daniela Staude, vermittelt hatten, äußerten Gläubiger Unmut über die Insolvenz und die Mindestquote, mit der man sie "abspeise".

Bei der gestrigen Tagsatzung herrschte aber Einsicht, dass das Insolvenzverfahren unvermeidlich gewesen sei. "Na schön, wenn der Turm am Wurbauerkogel mit 700.000 Euro bewertet ist", sagt der als Sanierer geholte neue Geschäftsführer der Pyhrn-Priel Freizeit GmbH, Gerold Royda, "aber wer kauft mir das Gebäude ab, der es für irgendetwas gebrauchen könnte?" Royda berichtet, dass als wichtigster Beschluss die Fortführung der Touristischen Freizeiteinrichtungen Pyhrn-Priel GmbH den Sanktus der Gläubiger bekommen hat. Das sieht auch der Kreditschützer vom KSV so: "Hauptsache, es geht weiter." Der wahre Lostag für die Insolvenzfirma ist der 5. Juni, an dem die Gläubiger die Annahme des Sanierungsplanes beschließen sollen. Ein Finanzierungskonzept liegt noch keines auf dem Tisch. Zehn Gemeinden, die im Tourismusverband haften, müssten die Summe aber aufbringen. "Selbst wenn eine höhere Quote gefordert wird", merkt ein Insider an, "denn eine Zerschlagung würde niemandem helfen."

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