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Kaufleute in Gmunden sagen Amazon den Kampf an

GMUNDEN. Auf der Website www.gmunden-stilvollshoppen.at können Kunden in Gmundner Geschäften stöbern und per Mausklick Waren bestellen, die dann am Abend geliefert werden. Eine Premiere in Österreich.

Österreich-Premiere: Kaufleute in Gmunden sagen Amazon den Kampf an

25 Handelsbetriebe sind vorerst dabei, ihre Zahl soll sich bereits nächstes Jahr mehr als verdoppeln. Bild: Stadtgemeinde

Der Online-Handel gräbt dem klassischen Einzelhandel immer mehr das Wasser ab. Die Kaufleute in Gmunden jammern aber nicht, sondern nehmen diesen Wettbewerb an. Sie steigen – tatkräftig unterstützt von der Wirtschaftsstelle der Stadtgemeinde – jetzt selbst in den Online-Handel ein. In Österreich ist das eine Premiere.

Auf der Website www.gmunden-stilvollshoppen.at können Kunden in Gmundner Geschäften stöbern und per Mausklick Waren bestellen. Diese werden abends vom Gmundner Taxiunternehmer Dominik Premm gratis ins Haus geliefert. Das ist rascher als Amazon. Und vor allem mit regionaler Verantwortung verknüpft. Ausgeliefert wird auch in den Gemeinden Altmünster, Pinsdorf, Laakirchen, Ohlsdorf und Gschwandt.

"Derzeit sind 25 Handelsbetriebe im Boot", sagt VP-Stadträtin Irene Schönleitner, die mit ihrem Modegeschäft selbst teilnimmt. Weitere Unternehmer würden aber bereits in den Startlöchern scharren. 2019 soll sich die Zahl der Teilnehmer mindestens verdoppeln.

Auch für Gastronomen und Dienstleister steht die Plattform offen. Wirte können beispielsweise ihre Tagesmenüs veröffentlichen oder Veranstaltungen bewerben. "Je mehr Betriebe teilnehmen, desto stärker wird die Besucherfrequenz auf der Website", sagt Modehändler Jochen Forstinger. Theoretisch könnten sich mehr knapp 440 Betriebe anschließen. So viele gibt es in Gmunden.

Die Teilnahme kostet jeden Unternehmer 29,90 Euro pro Monat. Darüber hinaus gehen acht Prozent des Online-Umsatzes an den deutschen Plattformentwickler und -betreuer Atalanda. Vor allem aber sind auch virtuelle Auslagen mit Arbeit verbunden. Die Händler müssen sie laufend mit Inhalten und Angeboten befüllen. "Wer hier mehr Zeit investiert, bekommt auch mehr Zugriffe", sagt der Lederbekleidungshändler Andreas Paschinger.

Die Gmundner Händler setzen große Erwartungen in ihr Pionierprojekt. Und es geht ihnen längst nicht nur um Online-Umsätze. "Wir bemerken schon jetzt, dass mehr Kunden ins Geschäft kommen", sagt Modehändler Forstinger. "Viele Kunden entdecken ein Kleidungsstück auf der Website und wollen es in echt sehen, bevor sie es kaufen. Oder sie möchten noch beraten werden."

"Uns gibt es wirklich"

Denn auch das ist der große Unterschied der Gmundner Online-Händler zu den anonymen Anbietern im weltweiten Netz: "Uns gibt es wirklich", sagt Irene Schönleitner. "Mit uns kann man reden."

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Artikel Edmund Brandner 05. Oktober 2018 - 01:23 Uhr
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