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Hallstättersee-Plätte soll Weltkulturerbe werden

HALLSTATT, BAD GOISERN, OBERTRAUN. Nur noch ein Mann weiß, wie man die Plätten baun - ein Verein in Bad Goisern will sein Wissen in die Zukunft retten.

Hallstättersee-Plätte soll Weltkulturerbe werden

Alfred Lenz ist der letzte Plättenbauer am Hallstättersee. Bild: ebra

Alfred Lenz ist der letzte Bootsbauer am Hallstättersee. Der 67-Jährige war Tischlerei-Lehrer in der HTL Hallstatt. Wie man eine Plätte baut, lernte er bei seinem Schwiegervater Leopold Edlinger, dem letzten professionellen Bootsbauer in Hallstatt.

Plätten gibt es auf allen Seen im Salzkammergut. Aber die Hallstättersee-Plätte ist in ihrer Form einzigartig. Ihr Kranzling (Bug) ist besonders schmal und ragt 80 Zentimeter aus dem Wasser heraus. Das erleichtert die Zufahrt bei Ufermauern.

Es gibt noch rund 80 Plätten

Wann dieser Bootstyp entstand, ist nicht überliefert. „Wir wissen nur, dass die Hallstättersee-Plätten jahrhundertelang das wichtigste Transportmittel hier waren“, sagt Lenz. „Auch das Salz wurde auf Plätten die Traun abwärts transportiert.“ Heute gibt es zwar Straßen. Doch in Hallstatt sind einige Uferhäuser so schwer zugänglich, dass für die Anlieferung sperriger Gegenstände die Plätte immer noch unverzichtbar ist.

Rund 80 Hallstättersee-Plätten gibt es noch in Bad Goisern, Obertraun und Hallstatt. Weil sie aus Fichten- oder Lärchenholz hergestellt sind, halten sie nur einige Jahrzehnte. Doch Alfred Lenz ist mittlerweile der Letzte, der weiß, wie man eine Hallstättersee-Plätte macht. Am Fuß des Dachsteins herrscht deshalb die Angst, dass die eleganten Fuhren nach und nach aus dem Landschaftsbild verschwinden und durch bunte Plastikboote ersetzt werden.

Um das zu verhindern, wird in Bad Goisern nun ein Verein gegründet, der die Aufgabe übernimmt, das Wissen zur Herstellung von Hallstättersee-Plätten weiterzugeben. Aufgetaucht ist die Idee bei einer Bürgerbefragung in Goisern, und SP-Bürgermeister Peter Ellmer (selbst stolzer Besitzer einer Plätte) will sie unbedingt vorantreiben. „Wir möchten eine Bootshütte erwerben, in der wir mit Hilfe von Alfred Lenz Plätten herstellen und auch aufbewahren“, sagt Ellmer. „Jeder, der sich einbringt und beim Bau mithilft, darf dafür die Plätte benützen.“ Entsprechende Bootshütten am Goiserer Ufer hat Ellmer bereits im Auge. Auch der Neubau einer Hütte wäre denkbar. Allerdings steht und fällt das Unternehmen mit der Erlaubnis der Naturschutzbehörde. Denn selbst wenn der „Verein zur Erhaltung der Hallstättersee-Plätte“ eine alte Bootshütte übernehmen kann, muss er sie ein klein wenig ausbauen, um Platz für eine mindestens acht Meter lange Plätte zu schaffen.

Doch der Verein will das Wissen um den Plättenbau nicht nur retten, sondern auch schützen lassen. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Kunst des Hallstättersee-Plättenbaues in die UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen wird“, sagt Ellmer.

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Artikel Edmund Brandner 30. April 2013 - 00:04 Uhr
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