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Oberösterreich

Corona-Virus: Mehr als 900 Oberösterreicher im Spital

Von nachrichten.at/apa   10. November 2020 15:46 Uhr

Krankenhaus Coronavirus
(Symbolfoto)

LINZ. Mehr als 900 mit Corona infizierte Patienten liegen in Oberösterreich aktuell im Spital. Angesichts einer drohenden Überlastung hat sich Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) mit einem dringenden Appell an die Oberösterreicher gewandt.

"Jetzt müssen wir gemeinsam alles daran setzen, diesen medizinischen Notstand zu verhindern." Er mahnte, sich an die Maßnahmen zu halten und auf zu Feiern verzichten. "Bleiben Sie, wenn das möglich ist, zu Hause."

"Unser Handeln in diesen Tagen und Wochen entscheidet darüber, ob weiterhin jeder Mensch in unserem Land medizinische Hilfe bekommt, wenn er sie benötigt", so der Landeshauptmann. Oberösterreich habe eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung, "aber jedes Gesundheitssystem stößt irgendwann an die Grenzen. Jede einzelne Oberösterreicherin und jeder einzelne Oberösterreicher hat es jedoch selbst in der Hand, diese dramatische Entwicklung zu stoppen." Man solle sich auch bewusst sein, dass Covid-19 nicht nur ältere Menschen treffe, es gebe auch Jüngere mit sehr schweren Verläufen, betonte Stelzer. "Niemand darf dieses Virus unterschätzen."

Video: Thomas Stelzer appelliert an die Bevölkerung

Plätze aufgestockt

Die Disziplin bezüglich der Maßnahmen ist laut Stelzer auch nötig, um Schulen und Kindergärten offenhalten zu können. "Ich bin weiterhin dagegen, Schulen und Kindergärten zu schließen, aber wenn die Infektionszahlen weiterhin so steigen, sind weitere bundesweite Maßnahmen wohl nicht auszuschließen." Um dem vorzubeugen, möge man seine sozialen Kontakte reduzieren.

Die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern zeigt, wie dramatisch sich die Lage in Oberösterreich entwickelt: 803 Patienten mussten auf Normalstationen und 101 auf Intensivstationen behandelt werden. Letztere sind diese Woche um 50 auf 150 Intensiv- und Beatmungsplätze aufgestockt worden.  "Quer über alle Spitäler", wie die Sprecherin der oberösterreichischen Gesundheitsholding, Jutta Oberweger, am Dienstag erklärte. Die Plätze seien in Intensiv- und Überwachungsstationen sowie in Aufwachräumen eingerichtet.

Zwei Intensivstationen am KUK gefüllt

Normale Betten für Covid-19-Patienten gäbe es in unterschiedlichen Bereichen, "auf verschiedenen Stationen, die sich gut eignen". Derzeit seien es rund 800 und sie würden nach Bedarf aufgestockt. Dienstagvormittag wurden 904 an Covid-19 Erkrankte in Oberösterreichs Spitälern behandelt, 101 davon auf einer Intensivstation.

Laut Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Linzer Kepler Universitätsklinikum (KUK) habe es im Frühling ein bis zwei Stationen für Covid-19-Patienten am KUK gegeben, jetzt seien es sieben. Jens Meier, Vorstand der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin ebendort, berichtete, dass zwei Intensivstationen ganz, eine dritte zur Hälfte gefüllt seien.

Strengere Kontrollen, 17 Todesfälle

1183 neue positive Testungen gab es in den vergangenen 24 Stunden in Oberösterreich. Mit Stand Dienstag, 12.00 Uhr waren 12.912 Oberösterreicher infiziert, 30.657 – das sind etwa zwei Prozent der Bevölkerung – waren in Quarantäne. Die Behörden kündigten an, die Einhaltungen der Quarantänebestimmungen verstärkt kontrollieren zu wollen. Am Dienstag wurden vom Krisenstab des Landes 17 neue Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Die Verstorbenen waren zwischen 66 und 95 Jahre alt. 

Wegen der aktuellen Infektionszahlen werden auch die Öffnungszeiten und Parteienverkehr der Bürgerservicestellen an den Bezirkshauptmannschaften (BH) und im Landesdienstleistungszentrum (LDZ) reduziert. Die BH haben nur mehr Montag, Mittwoch und Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr geöffnet, das LDZ Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr. Es gibt aber Kontaktmöglichkeiten über Telefon, E-Mail oder online.

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