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Reisen wird im Sommer 2023 deutlich teurer

Von nachrichten.at/apa, 14. Dezember 2022, 14:56 Uhr
Traumurlaub auf der Malediven-Insel Kuredu
Relaxen auf einer Trauminsel: Die Malediven stehen derzeit hoch im Kurs Bild: Carsten Hebestreit

WIEN. Die hochfliegende Inflation hinterlässt auch ihre Spuren in der Urlaubskasse. Im kommenden Sommer wird man für die Auszeit vom Alltag teils deutlich höhere Preise zahlen müssen.

Beim zweitgrößten österreichischen Reiseveranstalter Rewe Austria Touristik bewegen sich die Teuerungen - je nach Destination - zwischen 2 und 20 Prozent. Im "preisattraktiven Tunesien" sind es 2 bis 5 Prozent, in Richtung USA 10 bis 20 Prozent, wie Geschäftsführer Martin Fast am Mittwoch umriss.

Gebucht wird trotzdem. Im vergangenen Sommer waren die Umsätze bei der Rewe Austria Touristik mit Veranstaltermarken wie ITS Billa Reisen, Dertour, Jahnreisen und Meiers Weltreisen sogar höher als vor der Pandemie. "Der Sommer 2022 hat uns wieder komplett zurückkatapultiert, sogar über das Niveau 2019", sagte der Unternehmenschef vor Journalisten in Wien.

Nachholbedarf bei Urlaubsreisen

Es habe "einen großen Nachholbedarf an Urlaubsreisen", gegeben. "Die Leute hatten genug davon, zuhause eingesperrt zu sein." Gefragt waren die klassischen Flugreiseziele Griechenland, Türkei und Spanien sowie "erstaunlich stark" auch die Malediven. Viele fuhren auch wieder mit dem Auto nach Italien.

"Die Kundinnen und Kunden haben sich etwas gegönnt, sich etwas geleistet", berichtete Fast. "Sie haben mehr Geld in das Produkt Urlaub investiert." Die Aufenthaltsdauer sei im Schnitt um 15 Prozent gestiegen, die Ausgaben für die Reise um 14 Prozent. Der Reiseveranstalter selbst hatte die Preise für den Sommer 2022 im Schnitt um nur 3 bis 5 Prozent angehoben.

Zuwächse bei den Malediven am größten

Gegenüber dem letzten Sommer vor der Corona-Pandemie (2019) legten die Buchungsumsätze heuer massiv zu - am meisten in Richtung Malediven (plus 89 Prozent). Zuwächse verbuchten auch die Destinationen Türkei (plus 47 Prozent), Mauritius (plus 47 Prozent), Griechenland und Ägypten (beide plus 28 Prozent) sowie Italien (plus 7 Prozent) und Spanien (plus 2 Prozent). Es gab aber auch Rückschläge - Kroatien mit einem Einbruch von 38 Prozent und die USA mit minus 32 Prozent. Nach Kroatien seien zahlreiche Kundinnen und Kunden "auf eigene Faust gefahren" und in den USA schlugen wohl die Einreiserestriktionen durch. "Was fehlt momentan, ist die USA."

Bildergalerie: Im Paradies: So schön ist es auf den Malediven

Im Paradies: So schön ist es auf den Malediven
(Foto: Braun) Bild 1/20
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Das "Sorgenkind" des Reiseveranstalters im jetzigen Winter ist - neben weiterhin den USA - Thailand. Thailand hole aber langsam auf. "Thailand versucht die Kundinnen und Kunden teilweise mit sehr guten Preisen zurückzuholen", so Fast. Die Emirate (VAE) wurden von vielen wegen der Fußball-WM etwas gemieden.

Ägypten boomt weiterhin

Dafür seien auch im Winter 2022/23 Reisen auf die Malediven "unglaublich" gut gebucht. Ägypten boome weiterhin sehr stark. Nach aktuellem Buchungsstand die beliebtesten Winterziele sind - hinter den Malediven - Spanien und Mauritius.

Auch für den Sommer 2023 seien trotz immer kurzfristigeren Buchungen bereits erste Trends zu erkennen. "Der Trend Nummer eins sind Anreisen mit dem Auto und das Mittelmeer", sagte der Rewe-Austria-Touristik-Chef. Weiters sehr gefragt seien das "preisattraktive Tunesien" und die Türkei. "Die Malediven sind nach wie vor und unglaublich für mich auch im Sommer 2023 der 'Darling' unserer Kundinnen und Kunden", freut sich Fast.

Frühbucher sparen bis zu 50 Prozent

Insgesamt herrsche zwar weiterhin großer "Nachholbedarf" betreffend Urlauben, doch der Reiseveranstalter bekomme seitens der Kundinnen und Kunden auch eine starke "Preissensibilität" zu spüren, nachdem auch die Energiepreise deutlich in die Höhe gehen. Frühbucher könnten aber "bis zu 50 Prozent" sparen. In der Deluxe-Sparte wiederum seien die Buchenden "nicht preissensibel". "Luxus läuft", konstatierte Fast.

Die Pandemie mit der "Rückholung gestrandeter Kreuzfahrtpassagiere und Urlaubern in Italien, die nicht mehr ausreisen durften," ist jedenfalls vorerst ausgestanden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Reiseveranstalters hätten "Überdurchschnittliches geleistet, und das bei Homeworking", ist Fast dankbar. "Das war wirklich eine harte Prüfung." Nun sei schon langsam Entspannung spürbar. Ein schwieriges Thema sei jetzt aber, Beschäftigte "zu halten und zu finden".

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