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Gesundheit

Ich fühle mich so energielos!

Von Dr. Johannes Neuhofer   02. November 2019 09:00 Uhr

 Ich fühle mich so energielos!
Dr. Johannes Neuhofer

Ich bin ein 55-jähriger Mann und seit Monaten immer weniger belastbar. Mein Hausarzt hat mich durchuntersucht – er hat keine Ursache für meine Beschwerden gefunden. Was kann ich tun?

Ein Leistungsknick ist gerade in unserer fordernden Arbeitswelt, in der wir rund um die Uhr erreichbar und einsatzfähig sein sollen, ein äußerst belastendes Signal des Körpers.

Zahlreiche Ursachen können dahinterstecken, angefangen von organischen bis hin zu oftmals getarnten psychischen Erkrankungen, etwa einer Depression. Ihr Hausarzt hat völlig richtig gehandelt, indem er zuerst einmal organische Schäden, wie etwa einen Tumor, Eisenmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung, ausgeschlossen hat.

Das sollte Sie zwar beruhigen, aber psychosoziale Aspekte wie die berufliche Situation, die Partnerschaft, also Ihre Gesamtsituation, müssen hinterfragt werden. Für uns alle gibt es im Leben ein Auf und ein Ab, und oft verdrängen wir verschiedene Belastungen, bis sie sich unbarmherzig an die Oberfläche drängen und wir nicht mehr wegschauen können.

In unserer hektischen und getriebenen Gesellschaft ist es gar nicht verwunderlich, dass unser Akku einfach leer wird, wir antriebslos sind und Erschöpfung zum Dauerzustand wird, wie der Psychiater Werner Schöny erläutert.

Diese schwer fassbaren Leiden laufen oft unter der Diagnose "Chronic Fatigue Syndrome" oder dem modernen und umstrittenen Wort "Burn-out". Neben dem Psychiater ist hier oftmals auch eine Behandlung der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) hilfreich. Hier wird durch Stimulation der Meridiane der Energiefluss wieder in Schwung gebracht, wie ich mehrfach auch schon selbst erfahren durfte.

Die Leistungsfähigkeit und die Lebensfreude können damit zurückkommen. Wenn es wieder bergauf geht – und das wünsche ich Ihnen von Herzen –, achten Sie auf Ihren Alltag und strukturieren Sie ihn behutsam, sodass auch genug Zeit bleibt, um sich in der Ruhe, etwa durch regelmäßige Meditation oder das Gebet, Kraft für den Alltag zu holen. Denn der Ernst des Lebens braucht Freude als Treibstoff der Lebendigkeit und hält uns gesund, wie uns einer der Leitsprüche des Johanneswegs lehrt.

 

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie OÖN-Doktor Johannes Neuhofer (Dermatologe), der die Kolumne mit einem Ärzteteam betreut: Clemens Steinwender (Kardiologe), Reinhold Függer (Chirurg), Rainer Schöfl (Gastroenterologe), Josef Hochreiter (Orthopäde), Werner Schöny (Psychiater). E-Mail: doktor@nachrichten.at

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