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Kultur

Von der regionalen Zusammenarbeit bis zum internationalen Wettbewerb

Von Peter Grubmüller 08. November 2019 00:04 Uhr

Von der regionalen Zusammenarbeit bis zum internationalen Wettbewerb

Bei der Inauguration formulierte die neue Kunstuni-Rektorin Brigitte Hütter ihre Ziele.

"Nein, gratulieren Sie mir noch nicht, bitte erst hinterher", sagte Brigitte Hütter. Die neue Rektorin der Linzer Kunstuni werkt zwar schon seit 1. Oktober – bei ihrer gestrigen Inauguration hing dennoch der Zauber des Neuen in der Audimax-Luft in der Domgasse. Seit 19 Jahren hat das Rektoren-Einführungszeremoniell an der Kunstuni nicht mehr stattgefunden. So lange lenkte Vorgänger Reinhard Kannonier die Uni.

Neben der Tradition an österreichischen Universitäten existiere die Inauguration in drei weiteren Fällen. "Als Amtseinsetzung des amerikanischen Präsidenten, als Amtsübernahme des russischen Präsidenten und als Inaugurationsmesse eines neuen Papstes. Ich bewege mich also im Feld zwischen dem Transzendenten, dem Unberechenbaren und einer fortwährenden Unschuldsvermutung", sagte Hütter. Die Mitte der 70er-Jahre von Helmuth Gsöllpointner und damit von einem ihrer Vorgänger aus Stahl gefertigte Rektorenkette sei so schwer, dass man unbedingt gerade stehen müsse und keineswegs buckeln dürfe. Hütter, zuvor Vizerektorin der Johannes-Kepler-Uni und interimistische Leiterin des Salzburger Mozarteums, hat klare Vorstellungen davon, wohin sie die Kunstuni führen möchte: Es geht ihr um eine "bessere Durchlässigkeit zwischen den Instituten zur interaktiven Nutzung jeweiliger Kompetenzen". Sie will die "Freiheit der Kunst, der Lehre und der Wissenschaft verteidigen" sowie "regionale Partner" aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst ins Haus holen. Außerdem werde sie den "Außenauftritt und internationale Sichtbarkeit der Kunstuni" forcieren. "Nicht aus Selbstzweck, sondern es geht auch um Wettbewerb", sagte Hütter.

Wer sonst noch ans Rednerpult wollte, der musste ein Geschenk mitbringen. Bei Bildungs- und Wissenschaftsministerin Iris Rauskala war es ein Spielzeugroboter, symbolhaft für "Innovation und Weiterentwicklung", wie sie sagte. Ob der bescheidenen finanziellen Ausstattung des Wissenschaftsministeriums habe sie "bewusst ein Retroexemplar gewählt". Süßsaures Lachen im Publikum.

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) überreichte ein Notizbuch mit Ledereinband. Stelzer: "Sie werden sagen: Superoriginell, da hat er nicht lange nachgedacht. Aber in dieses Buch sollen viele gute Ideen für die Kunstuni, für Oberösterreich geschrieben werden." Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) ließ von einer Mitarbeiterin ein Replikat der Nike von Samothrake anfertigen – "während der Arbeitszeit und ohne Zusatzkosten". Also von jener Skulptur der Künstlergruppe Haus-Rucker-Co, die einst für das Forum Metall geschaffen und 1979 als verachteter "Fetzenvogel" vom Hauptplatz entfernt wurde. Es sei eine Erinnerung für die Kunstuni, auch weiterhin gesellschaftspolitisch einzugreifen.

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