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Bundespräsidentenwahl

Wer wählte Hofer, wer Van der Bellen?

05. Dezember 2016 00:04 Uhr

Ansehen, Amtsverständnis, Erwartungen: Wer wählte Hofer, wer Van der Bellen?
Norbert Hofer, noch zuversichtlich vor dem Wahllokal

WIEN/LINZ. Wahlmotive: In den Städten und mit Ansehen im Ausland konnte Van der Bellen noch stärker punkten, Hofer wurde als Kandidat "gegen das Establishment" gesehen.

Von einem knappen Rennen wie bei der ersten – vom VfGH aufgehobenen – Stichwahl konnte gestern nicht die Rede sein, auch nicht in Oberösterreich. Ein OÖNachrichten-Überblick über die Wahltrends (ohne Briefwahl) in den Ländern.

1. Van der Bellen legte im ganzen Land zu: Bei der aufgehobenen Stichwahl war Oberösterreich neben Tirol jenes Land, in dem das Ergebnis ohne Wahlkarten noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen war. Doch gestern war das Ergebnis schon eindeutig: Ohne Wahlkarten lag Van der Bellen mit 53,3 Prozent vor Hofer. Die Hochrechnung der Landes-Wahlbehörde für das Endergebnis lautete 54,7 zu 45,3 Prozent zugunsten von Alexander Van der Bellen.

Norbert Hofer konnte nur einen Wahlkreis, die traditionelle FP-Hochburg Innviertel, für sich entscheiden.

2. Sicherer Sieger in den Städten: In allen Landeshauptstädten liegt der frühere Grünen-Chef vorne, auch im burgenländischen Eisenstadt, das bein Mai-Wahlgang noch Hofer mehrheitlich für sich gewinnen konnte. In Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck kam Van der Bellen schon vor Auszählung der Briefwahlstimmen auf mehr als 60 Prozent. "Je urbaner, desto mehr Van-der-Bellen-Wähler" bestätigte sich auch diesmal, doch der allgemeine Trend setzte sich auch in kleineren Gemeinden fort.

3. Pessimisten und Optimisten: Im Wahlverhalten gab es laut Wahltagsbefragung von SORA/ISA große Unterschiede zwischen Zukunftsoptimisten und -pessimisten. So habe Hofer unter jenen, die die Entwicklung der Lebensqualität in Österreich pessimistisch sehen, mit 70 Prozent einen Vorsprung von 40 Prozentpunkten gegenüber Van der Bellen.

4. Ansehen und Anti-Establishment: Van der Bellen habe seine Wähler vor allem damit überzeugt, dass er Österreich im Ausland gut vertreten könne (für 67 Prozent seiner Wähler ein "sehr wichtiges" Motiv). Pro-europäische Haltung und "Amtsverständnis" waren ebenfalls wichtige Entscheidungspunkte. Und 42 Prozent der Van-der-Bellen-Wähler erklärten, dass es ihnen eher um die Verhinderung des Gegenkandidaten ging. Hofer wiederum hat bei seinen Wählern als "Anti-Establishment-Kandidat" gepunktet. Wichtigste Wahlmotive für Hofer-Wähler waren, dass er "die Sorgen der Menschen verstehe" (55 Prozent), kompetent sei und gegen das "etablierte politische System" auftrete.

5. Frauen für Van der Bellen, Männer für Hofer: Das zeigte sich auch als Trend bei dieser Stichwahl. Bei Männern erreichte Hofer 56 Prozent, Frauen wählten dagegen zu 62 Prozent Van der Bellen.

 

 

 

Reaktionen

„Gott sei Dank dürfen wir in Österreich unterschiedliche Meinungen haben.“
Reinhold Lopatka, VP-Klubchef

„Wir haben einen langen Wahlkampf hinter uns, der dem Land nicht gut getan hat. Es ist gut, dass es nun eine klare Entscheidung gibt.“
Andreas Schieder, SP-Klubobmann

„Die Schlussmobilisierung hat bei Van der Bellen besser funktioniert.“
Eva Zeglovits, Meinungsforscherin (Ifes-Institut)

„Ich habe immer gesagt, man soll den Kandidaten wählen, der Österreich nach außen besser darstellt.“
Franz Fischler, Ex-EU-Kommissar

„Wir freuen uns, ich erwarte, dass Alexander Van der Bellen ein aktiveres Staatsoberhaupt wird als sein Vorgänger Heinz Fischer.“
Matthias Strolz, Neos-Chef

„Hofer hat im Wahlkampf eine große Rolle gespielt, und er wird noch sehr wichtig für die FPÖ werden.“
Norbert Steger, Ex-FP-Chef

„Ich bin stolz auf dieses Land, dass es sich nicht in einen populistischen Strudel ziehen hat lassen.“
Hannes Androsch, Ex-SP-Finanzminister

 
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