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Studium

Semesterstart mit Maske, Abstand und Gurgeltest

Von René Laglstorfer  02. Oktober 2020 00:04 Uhr

Startschuss für ein neues Studienjahr
Im Dualmodus startete der Unterricht an der Katholischen Universität der Diözese: Während ein Teil der Studierenden im Hörsaal sitzt, folgt der Rest via Stream.

LINZ. Am Montag beginnt an den meisten Hochschulen in Oberösterreich der Unterricht, teils vor Ort, teils digital.

Am Montag startet für einen Großteil der 375.000 Studierenden an Österreichs Universitäten, Fach- und Pädagogischen Hochschulen der Unterricht – wegen Corona teils vor Ort, teils digital in einer Mischform. Die etwa 50.000 Studienanfänger haben Vorrang bei den Präsenzveranstaltungen, wobei Hörsäle höchstens zur Hälfte ausgelastet werden.

An der mit mehr als 6000 Studierenden größten Fachhochschule Österreichs, der FH Oberösterreich, hat das Semester "schleichend" ab 10. September an den vier Standorten in Hagenberg (rund 1600 Studierende), Steyr (1400), Wels (2300) und Linz (800) begonnen. Je nach Studiengang wurden Blockveranstaltungen für die mehr als 2400 Studienanfänger teilweise vorgezogen. "Speziell für Erstsemestrige wollen wir mit so viel Präsenzlehre wie möglich einen optimalen Einstieg in das Studium ermöglichen, damit sie den FH-Betrieb und alle Kommilitonen gut kennen lernen können", sagt Michael Rabl, Dekan des Campus in Wels.

QR-Scan an Sitzplätzen

Seit gestern, dem offiziellen Semesterbeginn, ist für alle FH-Studierenden und -Mitarbeiter der Mund-Nasen-Schutz in den Gebäuden und auf den Gängen verpflichtend bis zum Erreichen des Sitz- bzw. Arbeitsplatzes zu tragen. Am Montag geht die FH OÖ in den Voll- und Präsenzbetrieb. "Dort, wo es didaktisch möglich und sinnvoll ist, gibt es Fernlehre", sagt Elisabeth Merta, Marketing-Leiterin der FH OÖ. So werden bei den internationalen Studiengängen alle Lehrveranstaltungen im Online-Modus abgehalten.

Geplant sind auch 60 bis 100 freiwillige Gurgeltests pro Woche, die an den FH-Standorten Wels und Linz ausgewertet werden. "Wir sehen die Gurgeltests als Kernelement eines Frühwarnsystems gegen eine Clusterbildung", sagt Gerald Reisinger, Präsident der FH OÖ. Er appelliert an die Studierenden, Eigenverantwortung wahrzunehmen und "im eigenen und unserem Interesse die Sicherheits- und Hygienevorschriften einzuhalten". Ab Sicherheitsstufe 2 plant die FH OÖ die Anwesenheit von Studierenden per QR-Code-Scan an den Sitzplätzen der Lehr- und Hörsäle zu erfassen, um Kontaktpersonen von möglichen Infizierten schneller identifizieren zu können. Eine reine Fernlehre an der FH OÖ soll es erst bei einem neuerlichen Lockdown geben.

Anders als an einer Grazer FH, wo Studienabschlussfeiern im Herbst wie im Autokino als Drive-in mit Radioübertragung und Livestream organisiert werden, setzt die FH OÖ auf den persönlichen Kontakt unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen. "Wir haben unsere Studierenden befragt, und sie waren von einer virtuellen Sponsion nicht gerade begeistert", sagt Merta. Deshalb hat die FH OÖ fünf Veranstaltungsorte angemietet, die viel Platz bieten. Ab Montag bis Ende November finden rund 50 Sponsionen im Linzer Brucknerhaus, in den Redoutensälen, im Neuen Rathaus sowie im Welser Minoritenkloster und im Steyrer Stadtsaal statt.

Uni mietet Kirche als Lernort an

An der FH für Gesundheitsberufe, an der etwa 2100 Studierende an den fünf Standorten Linz, Wels, Steyr, Ried und Vöcklabruck eine Ausbildung im Gesundheitsbereich absolvieren, hat das Semester bereits Mitte September begonnen. Statt wie üblich bei einem großen "Welcome Day" hat jeder Studiengang die insgesamt 620 Studienanfänger im kleinen Kreis unter Einhaltung aller Hygienevorschriften begrüßt. "So kam zumindest eine kleine, aber feine Welcome-Stimmung auf. Durch unsere Nähe zu den Krankenhäusern und Patienten sind wir uns unserer großen Verantwortung bewusst", sagt Bettina Schneebauer, Geschäftsführerin der FH Gesundheitsberufe OÖ, an der eine generelle Maskenempfehlung gilt. Diese wird auch von der Hochschulvertretung der FH Gesundheitsberufe unterstützt. "Damit zeigen wir Studierenden, dass wir Verantwortung tragen", sagt Maximilian Lindpointner, ÖH-Vorsitzender an der FH Gesundheitsberufe.

Auch an der Pädagogischen Hochschule OÖ, an der mehr als die Hälfte der 5500 Studierenden eine Ausbildung zu Kindergartenpädagogen bzw. Lehrer für Volks-, Mittelschulen und Gymnasien absolvieren, hat der Unterricht zum Teil bereits begonnen. Die Studieneingangsphase für 190 angehende Volksschullehrer startete als Präventionsmaßnahme als "Open Air" im Linzer Stadion auf der Gugl.

Startschuss für ein neues Studienjahr
190 angehende Volksschullehrer bei einer Auftaktveranstaltung im Linzer Stadion

Die Uni Wien mietet Covid-bedingt sogar die zweitgrößte Kirche der Stadt an. Die Votivkirche wird zu gottesdienstfreien Zeiten Lern- und Aufenthaltsort.

26 Prozent mehr Bewerber

Ebenso am Montag beginnt der Präsenzunterricht an der Linzer Kunstuni, die ein Viertel mehr Bewerbungen als im Vorjahr verzeichnete. "Auf Distanzlehre weichen wir nur aus, wenn es zum Schutz aller nicht anders möglich ist", sagt Rektorin Brigitte Hütter.

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Artikel von

René Laglstorfer

Redakteur Land und Leute

René Laglstorfer
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