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Ski Nordisch

WM in Seefeld: Bronze für Stefan Kraft von der Normalschanze

Von nachrichten.at/apa   01. März 2019 19:55 Uhr

SEEFELD. Der bei teils dichtem Schneefall und schwierigen Windbedingungen zur Farce verkommene WM-Normalschanzenbewerb der Skisprung-Herren in Seefeld hat mit Dawid Kubacki, Kamil Stoch und Stefan Kraft nach kuriosem Verlauf doch noch ein Favoriten-Podest gebracht.

Für sein Team sei das Ganze glücklicherweise doch noch gut ausgegangen. "Es waren sicher einige Sachen dabei, die man vielleicht anders hätte machen können, gerade bei einer WM sollte das Skispringen schon ein bisschen anders ausschauen. Aber die ersten drei haben es sich absolut verdient", meinte Stecher.

Auch Verbandspräsident Peter Schröcksnadel atmete nach dem irregulären Bewerb tief durch. "Wir haben Glück gehabt. Wir haben eine Bronzene in der Lotterie gewonnen und darüber freuen wir uns. Es war ein verrücktes Springen und für mich nicht regulär" sagte Schröcksnadel.

Die Wind- und Gatekompensation sei bei diesem Wetter an ihre Grenzen gestoßen. "Da sieht man, wie anfällig dieses Regelsystem ist, es lässt sich bei gewissen Bedingungen gar nicht mehr einstellen. Die Gateregel stimmt nicht, aber nachdem es zu unseren Gunsten den Ausschlag gemacht hat, akzeptieren wir sie heute." Mit längerem Zuwarten hätte man den dichtesten Schneefall übertauchen können, das schnelle Durchziehen nur für das Fernsehen sei nicht richtig gewesen.

ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder wies wie Stecher darauf hin, dass es keine Zufallsmedaillengewinner gegeben habe, das Zustandekommen sei aber unschön gewesen. "Jeder Durchgang hat seine Opfer gefordert, für uns ist es Gott sei Dank noch einmal glücklich ausgegangen. Das war ein absolut irreguläres Springen, aber im Grunde genommen ausgeglichen irregulär. Es sind keine Außenseiter vorne, damit hat es wenigsten ein gutes Gesicht", meinte Felder.

"Bin sehr happy"

Kraft habe sich mit guten Sprüngen in einem "eigenartigen" WM-Bewerb Bronze verdient. "Ich bin sehr happy, Stefan ist wirklich stark drauf gewesen auf dieser Schanze. Im Endeffekt waren Leute vorne, die auch im Training und der Qualifikation vorne waren", so Felder. Das gelte auch für das polnische Duo, obwohl der Bewerb viele Verlierer hervorgebracht habe. "Es war schon ein bitteres Springen. Es war schon im ersten Durchgang zerrissen, im zweiten hat es wieder alles umgedreht."

FIS Renndirektor Walter Hofer sprach von hyperselektiven Bedingungen. "Ich kann mir vorstellen, dass die Jury permanent am Diskutieren war. Es ist unglaublich schwierig, und du weißt immer erst danach, ob es gut war oder nicht." Die besondere Problematik sei gewesen, dass man nicht gewusst habe, wie sich die Bedingungen entwickeln werden. "Letztendlich müssen wir dafür gerade stehen, was zum Schluss rauskommt." Anlaufverlängerungen in der Schlussphase seien keine Option gewesen. Ein positiver Aspekt sei, dass man wenigstens zwei Durchgänge durchgebracht habe, die zu keinem Sensationspodium geführt hätten. "Zum Schluss stehen doch drei Athleten oben, die man nicht als Zufallssieger bezeichnen kann."

Reaktionen zum Bewerb 

Dawid Kubacki (POL/Gold): "Nach dem ersten Durchgang habe ich nicht im Traum daran gedacht, ich war so weit weg und hätte nicht geglaubt, dass so etwas möglich ist. Im zweiten Durchgang habe ich einen guten Sprung gemacht, ich bin glücklich, dass es gereicht hat. Bis zu den ersten Zehn habe ich nicht geglaubt, dass es möglich ist, dann ist es immer realistischer geworden. Es war verrückt, war nicht fair, aber es haben alle die gleichen Chancen gehabt, einen guten Sprung zu machen. Ich bin glücklich über die Medaille."

Das strahlende Siegerpodest (Bild: Gepa)

Stefan Kraft (AUT/Bronze): "So einen Wettkampf habe ich noch nie erlebt. Die Medaille habe ich, dass das noch passiert, damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe mich wohlgefühlt, versucht meine Sachen zu machen. Beim Wegfahren habe ich mir gedacht, ich werde langsamer und langsamer, ich habe trotzdem voll riskiert. Danach habe ich mir gedacht, jetzt werde ich wieder Fünfter oder Sechster, weil ich gedacht habe, dass die zwei vorne schon die Qualität haben, dass sie es runterbringen. Anscheinend ist das Pech vom ersten Durchgang ein bisschen zurückgekommen. Es war sicher wenig sinnvoll, wenn man das gesehen hat. Wenn man sieht, dass die Besten vom ersten Training und der Quali auch jetzt vorne sind, dann kann es auch nicht ganz unfair gewesen sein. Ich war den Tränen sehr nahe, was passiert ist vom Sommer bis daher, jetzt die zweite Medaille das ist unfassbar, mit dem hätte ich nie gerechnet, es geht wirklich ein Traum in Erfüllung."

Andreas Felder (ÖSV-Cheftrainer): "Wir haben gewusst, dass es für eine Medaille äußerst schwierig wird, aber auch, dass Stefan einen guten Sprung machen wird. Er war locker drauf. Man hat heute überhaupt nicht gewusst, wohin es geht. So verrückt geht es ab und zu zu. Es war nicht nur die Wind-Gate-Regel, es war das Problem, dass der Schneefall die Spur extrem langsam gemacht hat, es war dann extrem schwierig. Es hat sich ein bisschen ausgeglichen. Die, die es im ersten Durchgang total schlecht gehabt haben, hatten es im zweiten ein bisschen besser. Wir sind alle froh, dass es vorbei ist. Es ist wie es ist, das Wetter ist so wie es ist. Wenn, muss man es gleich verschieben, aber wenn es gestartet ist, muss man durch."

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

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