Lade Inhalte...

Black Wings

Zeugnisverteilung für die Cracks der Black Wings

Von Markus Prinz  und  Alexander Zambarloukos 25. März 2019

Morgen dürfen die Black Wings nicht ausrutschen
Wenn Coach Tom Rowe spricht, spitzen alle Spieler die Ohren.

LINZ. Die Eishockeysaison 2018/19 ist Geschichte. Zeit für eine OÖN-Bilanz:

Der Notenschlüssel:

Note 1 = Herausragend, der Spieler übertraf die Erwartungen deutlich
Note 2 = Sehr gut, der Spieler übertraf die Erwartungen
Note 3 = Gut, der Spieler erfüllte die Erwartungen
Note 4= Naja, der Spieler blieb unter den Erwartungen
Note 5= Schlecht, der Spieler blieb deutlich unter den Erwartungen
Note 0= Der Spieler wurde nicht oft genug eingesetzt

 

David Kickert - Note 2

Der Goalie war wohl die beste Transferentscheidung der Black Wings im vergangenen Sommer. Kickert, rasch zu einem der Publikumslieblinge aufgestiegen, blieb im Grunddurchgang und auch im Playoff mit seinen Statistiken über jenen von Mike Ouzas, der aber etwas mehr Spiele absolvierte. Schlussendlich stehen 64 Gegentreffer bei 789 Schüssen zu Buche, Fangquote 91,9 Prozent. Unvergessen bleibt sein Auftritt im fünften Viertelfinale in Graz, wo der den Linzern mit 51 Saves den 3:2-Sieg rettete. 

 

Mike Ouzas  - Note 3

Ouzas musste bei 1202 Schüssen insgesamt 115 Mal hinter sich greifen und hält bei einem Gegentor-Schnitt von 3,26. Das ist insofern erklärbar, als er von seinen Vorderleuten oft im Stich gelassen wurde. Zuletzt bremste ihn eine Knöchelverletzung aus, wodurch die Playoff-Viertelfinalserie früher als erwartet (in Spiel 4) zu Ende ging. Offizielle Statements blieben bisher noch aus - allerdings zeichnet sich ein Ende der Ära Ouzas in Linz ab.

 

Paul Mocher - Note 0

Mocher bekam im letzten Heimspiel der Qualification Round (4:3 gegen Villach) die Möglichkeit, sich zu beweisen. Er tat dies mit dem von den Black Wings ausgerufenen "Save des Jahres" in Fußball-Goalie-Manier. Der 19-Jährige ist ein Versprechen für die Zukunft.

 

Mario Altmann - Note 3

Pechvogel Mario Altmann, der noch Vertrag hat, musste im Dezember des Vorjahres die Saison mit einem Kreuz- und Seitenbandriss im Knie beenden. Bis dahin agierte der Verteidiger solide, er wird aller Voraussicht nach die Vorbereitung auf die nächste Saison wieder mit der Mannschaft absolvieren können.

 

Aaron Brocklehurst - Note 4

Der kanadische Verteidiger spielte eine solide Saison mit sieben Treffern und 25 Vorlagen, nahm aber mit 58 Strafminuten die drittmeisten seiner Mannschaft. Insgesamt konnten er und Kevin Kapstad die große Lücke, die Dorion und Piche hinterließen, nicht füllen. Der 33-Jährige absolvierte alle 58 Spiele in dieser Saison. 

 

Mathieu Carle - Note 3

Auch der Nachfolger von Mario Altmann darf als Pechvogel bezeichnet werden. Nach solidem Einstand mit einem Treffer und sechs Vorlagen im Grunddurchgang wurden die Rückenschmerzen immer stärker. Nach einem Tor im Playoff gesellte sich noch eine Schulterluxation zur scheinbar endlosen Krankenakte des Frankokanadiers. Auch Carle denkt über eine Beendigung der Karriere nach. Er zeigte aber sein Können und verhalf der Defensive der Linzer zu mehr Stabilität.

 

Jonathan D'Aversa - Note 3

Der gestandene Verteidiger der Black Wings denkt laut über ein Karriereende nach. Zweimal musste D'Aversa heuer verletzungsbedingt auf der Tribüne Platz nehmen. Zuerst war es eine Adduktoren-Verletzung rund um die Weihnachtsfeiertage gewesen, von einer Schulterluxation Anfang März erholte sich der Kanadier bis zum Saisonende nicht mehr. Immerhin gelangen fünf Tore und 16 Vorlagen - kein schlechter Wert für "nur" 41 Partien.

 

Jordan Hickmott - Note 5

Der Top-Scorer der Villacher Adler aus der Vorsaison konnte in Linz nicht an die Leistungen in Kärnten anschließen und verletzte sich nach nur zehn Spielen (ohne Scorerpunkt) an der Schulter. Nach dreimonatiger Zwangspause ohne realistische Aussicht auf ein Comeback in Linz übersiedelte der Kanadier zu den Tölzer Löwen in die DEL2.

 

Jonas Kail - Note 0

Achtmal stand der in Gmunden geborene Verteidiger im EBEL-Kader der Black Wings. Die Wechsel, die dem 18-Jährigen zugesprochen wurden, sind aber überschaubar. Er muss weiter an sich arbeiten und wird früher oder später zu seinen Einsätzen kommen.

 

Kevin Kapstad - Note 3

Für den 33-jährigen US-Amerikaner gilt eigentlich dasselbe wie für Brocklehurst, er hat aber um ein Tor mehr erzielt und deutlich weniger Strafen genommen (32 Minuten). Mit seinen beiden Playoff-Treffern rettete Kapstad Spiel 2 gegen Graz, er kann mit seinem Tempo und der Schussstärke den Unterschied ausmachen. Auch der Wille ist lobenswert, schließlich spielte auch Kapstad nach einem heftigen Bluterguss mit Schmerzen in den Playoffs.

 

Ivan Korecky - Note 0

Der Austro-Tscheche stand zwar 22 Mal im Aufgebot der Black Wings, wirklich viele Wechsel durfte der bullige Verteidiger aber nicht absolvieren. Der 20-Jährige hat mit einer Körpergröße von 1,93 Metern physische Vorteile, die er bisher aber nicht zeigen konnte oder durfte. Die Beweglichkeit hat Verbesserungspotenzial. 

 

Gerd Kragl - Note 3

Der Linzer hatte zu Saisonbeginn mit Neuzgang Moritz Matzka um die Position des sechsten Verteidigers gekämpft. Erst nach dem Trainerwechsel (Tom Rowe statt Troy Ward) bekam der 21-Jährige deutlich mehr Eiszeit. Zwar unterliefen dem Defender im Playoff ein paar Fehler, die müssen den Jungen aber nachgesehen werden. Mit minus elf hält Kragl bei der schlechtesten Plus-Minus-Statistik im Kader der Black Wings (auf die ganze Saison gerechnet). Trotzdem: Er ist auf einem guten Weg.

 

Moritz Matzka - Note 3

Der 21-Jährige startete mit guten Leistungen in die Vorbereitung, litt dann aber zusehends unter dem Druck von Ex-Trainer Troy Ward. Der Verteidiger leistete sich schon einige Fehler, was aber einem Youngster nachgesehen werden sollte. Durch die Ausfälle von D'Aversa und Carle wurde der gebürtige Wiener im Playoff unverhofft zum Vielspieler. Beim 3:7 in Graz war er mit zwei Punkten sogar Topscorer. Auch ein Mann für die Zukunft.

 

Troy Rutkowski - Note 3

Der 26-Jährige, der eigentlich in die schwedische SHL wechseln hätte sollen, hatte die besten Statistiken unter den Verteidigern des EHC. Er gab die meisten Schüsse ab (106), erzielte die meisten Tore (9) und kassierte  kaum Strafen (16 Minuten). Der Kanadier hat als einziger Defender eine positive Plus/Minus-Statistik (+1). Allerdings brauchte er lange, um Fahrt aufzunehmen und sich konstruktiv in die Offensive einzuschalten.

 

Marco Brucker - Note 4

Der gebürtige Linzer bekleidete die Rolle des Viertlinien-Centers und war für viel Drecksarbeit zuständig. Dementsprechend konnte er sich nicht in die Auslage spielen, die heißeste Phase der Saison verpasste er wegen einer Erkrankung und anschließender Bindehautentzündung.

 

Dan DaSilva - Note 3

Mit 56 Punkten aus 58 Spielen führt der Stürmer die interne Scorerliste an, auch in den Playoffs war er mit neun Punkten mit Abstand die Linzer Nummer eins. Trotzdem scheiden sich an ihm traditionell die Geister, Auslöser dafür ist sein oft zu lässiges Auftreten im Grunddurchgang (nicht nur in der Rückwärtsbewegung). Dennoch findet er Jahr für Jahr die Form zur richtigen Zeit - in den Playoffs. Und das, obwohl er heuer nach einem geblockten Schuss eine Handverletzung mitschleppen musste.

 

Michael Davies - Note 3

Der US-Amerikaner startete mit drei Treffern und zwei Vorlagen in den ersten beiden Spielen fulminant, Linz verlor in den ersten 13 Spielen mit Davies nur zwei Partien. Danach ging es jedoch bergab, vor allem in den Playoffs wäre der 32-Jährige als Scorer gefragt gewesen.

 

Stefan Freunschlag -  Note 0

Der 22-Jährige stand heuer 23 Mal im Aufgebot der Black Wings und konnte dabei einen Treffer erzielen. Meist blieb es aber bei der Rolle des 13. Stürmers (wenn überhaupt) mit relativ wenig Eiszeit.

 

Stefan Gaffal - Note 2

Der Linzer hat sich in dieser Saison vor allem physisch deutlich gesteigert und gilt als eine der ganz wenigen positiven Überraschungen im Team der Black Wings. Zwar könnte die Punkteausbeute von vier Toren und sieben Vorlagen noch besser sein, man darf aber die offensiven Unzulänglichkeiten der Black Wings heuer nicht unbeachtet lassen. 

 

Bracken Kearns - Note 5

Geplagt von einer Adduktorenverletzung bestritt Bracken Kearns, mit 37 der älteste Kaderspieler, seine zweite Saison in Europa, konnte aber nie richtig zu seinem Spiel finden. In den Playoffs blieb er ohne Scorerpunkte, davor gelangen neun Treffer und 14 Vorlagen. Diese 23 Punkte können jedoch eben so wenig wie eine Faceoff-Erfolgsquote von 51,9 Prozent (zweitbester Wert unter den Centern) nicht über die bescheidene Vorstellung in der letzten Saison seiner Karriere hinwegtäuschen.

 

Paul Koudelka - Note 3

Der 20-Jährige stand heuer 29 Mal im Aufgebot der Linzer. Er agierte im Playoff als Center der vierten Linie und erledigte seine Aufgaben brav, auch wenn er farblos blieb.

 

Andreas Kristler - Note 3

Der mit einer Schulterverletzung ins Playoff gestartete Stürmer erzielte die fünftmeisten Treffer der Black Wings (14) und leistete 15 Vorlagen. Der 28-Jährige konnte sich nie in den vorderen beiden Linien etablieren, spielte meist mit Gaffal und Kearns in der dritten Reihe, in der offensiv nicht viel zusammenlief. Der gebürtige Osttiroler verlängerte seinen Vertrag heuer um drei weitere Jahre und wird den Linzern als Führungsspieler erhalten bleiben.

 

Brian Lebler - Note 4

Der Neo-Kapitän kämpfte über weite Teile dieser Saison gegen die ominöse "Seuche" am Schläger. Von 245 Schüssen fanden nur 26 (trotzdem interne Bestmarke) den Weg ins Tor. Dieser Wert liegt deutlich unter jenem des Vorjahres. Zudem nahm der zuletzt geschwächte Austrokanadier wieder einmal die meisten Strafen (64 Minuten) aller Linzer. Dennoch wird die Bedeutung der Anwesenheit Lebler eindrucksvoll durch die Plus-Minus-Statistik (+14, Top-Wert in Linz) belegt. Und auch der Wille spricht für die Leader-Figur, schließlich spielte Lebler im Playoff trotz Knieverletzung und Kieferbruch samt fünf ausgeschossener Zähne. Lebler ist die tragische Figur dieser Saison, sein Schicksal steht sinnbildlich für das Jahr der Black Wings. Abhaken und wieder neue Energie tanken muss das Motto sein.

 

Valentin Leiler - Note 4

Der vom VSV gekommene Stürmer erzielte in nur 24 Einsätzen zwei Punkte (ein Tor, ein Assist), fehlte während der Saison aber lange wegen einer Knöchelverletzung. Leiler hat noch Vertrag für nächstes Jahr, obwohl er als mittlerweile 24-Jähriger dann erstmals das Punktekonto seines Teams belasten wird.

 

Corey Locke - Note 5

Was ist nur mit dem kanadischen Spielmacher los? Der 34-Jährige absolvierte heuer sein 1000. Spiel als Profi, verbuchte mit 41 Assists die meisten Torvorlagen und erzielte zwölf Treffer selbst. Sieben der zwölf Tore fielen in den ersten acht Runden. Danach war vom Routinier über weite Strecken nur das Allernötigste an Einsatz zu sehen, geniale Pässe blieben Mangelware. Für einen Mann seiner Klasse ist das viel zu wenig.

 

Laurens Ober - Note 3

Der mittlerweile 24-Jährige verbuchte in seiner letzten Saison als Nullpunkter einen Treffer und eine Vorlage. Ober bestritt alle Spiele der Linzer und konnte sich vor allem auch in Unterzahl zu einem Stammspieler etablieren. Unter dem Strich steht eine Plus-Minus-Wertung von minus acht zu Buche. 

 

Adrian Rosenberger - Note 2

Eine weitere positive Überraschung unter den Jungen war Adrian Rosenberger. Der 20-Jährige spielte ein physisches Spiel, fuhr Checks konsequent zu Ende und wurde dafür zwischenzeitlich mit dem Aufstieg in die dritte Linie befördert - wenn auch nur kurzfristig. 

 

Rick Schofield - Note 3

Der kanadische Center ist so etwas wie der Mann für die wichtigen Tore. Schofield gab in seiner dritten Saison in der Stahlstadt die drittmeisten Schüsse der Linzer ab, traf 23 Mal und leistete 29 Mal die Vorlage für ein Tor. Wenn der 31-Jährige traf, folgten meist Siege. Nur viermal konnten die Black Wings nach Schofield-Jubel nicht punkten. Besonders erfolgreich war der Erstlinien-Center Ende November und Anfang Dezember. In sechs Spielen in Folge gelangen ihm je ein Tor und eine Vorlage. In der internen Wertung führt Schofield die Faceoff-Statistik mit 56,4 Prozent deutlich an.

 

Dragan Umicevic - Note 4

Der Schwede ist ein Leader-Typ und gut für das Klima. Auf dem Eis bestach er heuer anstatt mit klugen Zuspielen oft mit Unsichtbarkeit. In einigen Spielen ließ der Flügelstürmer aber erkennen, welches Potenzial er mitbringt. Elf Tore und 28 Vorlagen bedeuten Rang fünf in der internen Scorer-Wertung. Es lässt sich erahnen, wie hoch die Zahl gewesen wäre, wenn a) die Linienkollegen nicht ständig an der Ineffizienz gescheitert wären und b) er seine Adduktorenverletzung vom Sommer ordentlich auskuriert hätte.

 

Daniel Woger - Note 4

Die Saison fand für den Vorarlberger keinen versöhnlichen Abschluss. Mit minus neun hatte der Stürmer gemeinsam mit Moritz Matzka die schlechteste Plus-Minus-Statistik aller Cracks im Grunddurchgang. Woger erlitt im Jänner eine Gehirnerschütterung, von der er sich bis Saisonende nicht mehr erholen konnte. Der Nationalspieler hat noch Vertrag für nächstes Jahr und kann dann zeigen, was in ihm steckt. Ansatzweise gelang das im Grunddurchgang, als er in den vorderen Sturmreihen zum Einsatz kam und vom Tempo her an Fabio Hofer erinnerte. Mehr als zwei Treffer und drei Vorlagen sprangen heuer nicht heraus.

Video: Black-Wings-Saisonende: So geht's weiter

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr zum Thema

mehr aus Black Wings

2  Kommentare expand_more 2  Kommentare expand_less