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Landespolitik

Oberösterreich bügelt die "Pflegemilliarde" aus

Von Michael Schäfl  06. August 2022 01:13 Uhr

Oberösterreich bügelt die "Pflegemilliarde" aus
Auszubildende in Sozialberufen werden vom Bund weniger unterstützt.

WIEN/LINZ. Das Land zahlt 12 Millionen Euro für Sozialberufe dazu.

Es ist eine der 20 Maßnahmen der "Pflegemilliarde": das Ausbildungsstipendium. 600 Euro pro Monat sollen Pflegeschüler künftig erhalten, doch unterstützt wird nicht gleichmäßig. Auszubildende für Gesundheitsberufe erhalten das Stipendium die gesamte dreijährige Ausbildung lang, jene für Sozialberufe nur ein halbes Jahr. Es geht um verwandte Professionen, doch Gesundheitsberufe unterliegen dem Bundesgesetz, Sozialberufe sind Ländersache.

12 Millionen Euro wendet das Land Oberösterreich bis zum Jahr 2025 auf, um diese Ungleichheit zu beseitigen: Mit kommendem Herbst erhalten auch Schüler in den Sozialberufen für die Dauer ihrer Ausbildung ein Stipendium. Zusätzlich werden auch Pflegeberufe in der Behindertenarbeit gefördert, auch sie scheinen in der Pflegemilliarde nicht auf.

"Damit setzen wir eine wichtige Maßnahme, um die Pflegelandschaft in Oberösterreich abzusichern und mehr Menschen für diese Berufe zu begeistern", sagte Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP).

Brief an den Minister

Das Stipendium wird die kommenden drei Jahre gemeinsam von Bund und Ländern finanziert: 37,7 Millionen kommen vom Bund, 18,9 vom Land Oberösterreich. Hinzu kommen jährlich vier Millionen vom Land, um auch die Sozialberufe zu unterstützen. Von den 1331 Personen, deren Ausbildung vom Land finanziert wird, befinden sich immerhin 86 Prozent in Sozialbetreuungsberufen.

"Jeder Pflegende leistet unabhängig von seiner Ausbildung einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft", sagte Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (VP). In einem Brief hatten er und Landeshauptmann-Stv. und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (VP) den Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) auf die Kluft zwischen Gesundheits- und Sozialberufen aufmerksam gemacht. Ohne Erfolg. Es sei daher "klar gewesen", dass das Land die Prämie des Bundes ausweiten werde müssen, sagte Hattmannsdorfer. "Mit dem Ausbildungszuschuss schaffen wir einen Anreiz für Ein- und Umsteiger, eine Ausbildung im Gesundheitsbereich zu machen", sagte Haberlander. Durch die Prämie des Landes werden auch Schüler, die Pflichtpraktika in Krankenhäusern und Heimen absolvieren müssen, unterstützt.

Beansprucht kann die Förderung ab Herbst werden. Da die Zuständigkeiten für die Auszahlung "sehr kurzfristig" geklärt werden müssen, könne aber noch kein genauer Zeitpunkt für die Beantragung genannt werden, hieß es gestern in einer Aussendung des Landes. Eine Arbeitsgruppe wurde eingerichtet.

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Michael Schäfl

Redakteur Politik

Michael Schäfl

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