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Weltspiegel

Verirrter Belugawal aus der Seine gerettet

Von nachrichten.at/apa   10. August 2022 06:31 Uhr

Verirrter Belugawal aus der Seine gerettet

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RENNES. In einer dramatischen Rettungsaktion haben französische Einsatzkräfte den in der Seine verirrten Belugawal aus dem Wasser gezogen.

Der vier Meter lange und etwa 800 Kilogramm schwere Meeressäuger wurde in der Nacht auf Mittwoch in einem Netz mit Hilfe eines Krans aus der Schleuse der nordfranzösischen Gemeinde Saint-Pierre-la-Garenne gehoben, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten.

Sofort kümmerte sich eine Reihe von Tierärzten um den Belugawal. "Nach langen Stunden der Vorbereitung und Mühen wurde der Beluga aus dem Wasser geholt", schrieb die Organisation "Sea Shepherd France" am Mittwochfrüh auf Twitter. Auf beigefügten Fotos war zu sehen, wie der Weißwal in einem von Stahlketten getragenen Netz über der Seine schwebte. Der Belugawal sei untersucht worden und befinde sich in einem schlechten Zustand, sagte die stellvertretende Präfektin Isabelle Dorliat-Pouzet am Morgen dem Sender BFMTV.

Der Wal befinde sich nun in einem Kühllaster, wo er mit Tüchern feucht gehalten werde, berichtete der Sender weiter. Er werde nun in ein Meerwasserbecken nach Ouistreham in die Normandie gebracht. An dem seit Dienstagabend, 22.00 Uhr, laufenden Rettungsaktion waren demnach etwa 80 Menschen beteiligt, darunter rund 20 Taucher.

Keine Überlebenschancen im warmen Süßwasser 

Der Belugawal war am Dienstag vergangener Woche erstmals in der Seine gesichtet worden und saß seit Freitag in einer Schleuse in Saint-Pierre-La-Garenne rund 70 Kilometer vor Paris fest - 130 Kilometer von der Seine-Mündung am Ärmelkanal entfernt. In dem warmen Süßwasser kann das Tier nach Angaben von Experten nicht lange überleben. Normalerweise leben Belugawale in arktischen Gewässern vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas.

Tier soll nun aufgepäppelt werden

Tierschützer entwickelten daher die Idee, den Meeressäuger aus dem Fluss zu ziehen und in ein Meerwasserbecken zu transportieren, um ihn aufzupäppeln und dann im Meer freizulassen. Das Interesse und die Spendenbereitschaft in Frankreich sind riesig. Auch Sea Shepherd hat Spenden für die Rettungsaktion gesammelt.

In den vergangenen Tagen waren mehrere Versuche, das abgemagerte und geschwächte Tier zu füttern, erfolglos geblieben. Sein Appetitmangel könnte nach Einschätzung von Experten ein Anzeichen für eine Krankheit sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein großer Wal in den französischen Fluss verirrte: Im Mai verhungerte ein Orca nach wochenlanger Odyssee in der Seine, im Juli wurde mutmaßlich ein Finnwal in der Flussmündung bei Le Havre gesichtet. Es ist Experten zufolge allerdings erst das zweite Mal in der jüngeren Geschichte, dass sich ein Belugawal seinen Weg nach Frankreich fand. Beim ersten Mal hatte ein Fischer im Jahr 1948 in der Loire-Mündung einen Wal in seinen Netzen entdeckt.

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