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In Hallstatt ging still und leise ein Kraftwerk in Betrieb

HALLSTATT. Klein aber effizient: Das "Kleinkraftwerk" im Echerntal liefert mehr Energie als die erneuerte Staustufe in Stadl-Paura.

Klein aber effizient: In Hallstatt ging still und

Das Herzstück des neuen Kraftwerks: eine Pelton-Turbine (grün) samt aufgesetztem Generator. Bild: OÖN

Mit großem Pomp wurde am Wochenende das erneuerte Traunkraftwerk in Stadl-Paura eröffnet. Doch während die Staustufe vor Lambach noch gar keinen Strom liefert, ging 70 Kilometer flussaufwärts wenige Tage zuvor ein anderes Kraftwerk still und heimlich in Betrieb. Es handelt sich um eine nach außen hin kleine Anlage im Hallstätter Echerntal, die über eine Hochdruckleitung vom 330 Meter höher gelegenen Waldbach gespeist wird. Mit einer Leistung von 4,1 Megawatt liefert sie mehr Strom, als Stadl-Paura (3,6 Megawatt) es tun wird.

Ökologisches Vorzeigeprojekt

„Technisch gesehen fahren wir noch im Probebetrieb, aber die Anlage läuft tadellos, und der Strom wird bereits ins Netz gespeist“, sagt Gerhard Breitenbaumer von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf). Breitenbaumer ist Geschäftsführer der Hallstatt Wasserkraft GmbH, an der die ÖBf mit 51 Prozent und die Marktgemeinde Hallstatt mit 49 Prozent beteiligt sind.

Aus Sicht der beiden Projektpartner ist das Kraftwerk ein ökologisches Vorzeigemodell. Hoch über dem Echerntal zweigt die Anlage pro Sekunde rund 1500 Liter (ein Drittel der gesamten Wassermenge) ab. Im Talboden schießt das Wasser mit 300 km/h aus der Hochdruckleitung und treibt eine Pelton-Turbine an, die Strom für 4500 Haushalte erzeugt. „Die Rohrleitung wurde unter einem Wanderweg verlegt und ist nicht sichtbar“, sagt Hallstatts SP-Bürgermeister Alexander Scheutz. Weil der Waldbach im Winter weniger Wasser führt, ruht das Kraftwerk in den Monaten Jänner und Februar.

Besonders für die Marktgemeinde Hallstatt ist das Kraftwerk ein Glücksfall. Es schafft zwar kaum Arbeitsplätze – die Anlage läuft vollautomatisch und wird vom ÖBf-Standort Purkersdorf aus gesteuert –, doch 49 Prozent der Stromeinnahmen gehen künftig direkt an die Gemeinde. Und weil die Errichtung der Anlage mit 6,5 Millionen Euro um rund 40 Prozent günstiger war als angenommen, verkürzt sich die Amortisationszeit. „Wir zahlen jetzt zehn Jahre lang den Kredit zurück“, sagt Bürgermeister Scheutz. „Danach verdienen wir am Kraftwerk nur noch.“

Für die ÖBf öffnet das Kraftwerk indessen die Tür zu einem neuen Geschäftsfeld. „Wir planen noch weitere Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien“, sagt Breitenbaumer. „Die Bundesforste werden kein klassischer Energiekonzern. Aber das Kraftwerk in Hallstatt passt zu unserem Leitgedanken der Nachhaltigkeit.“

Mit der offiziellen Eröffnung der Stromfabrik am Fuß des Dachsteins lassen sich ÖBf und Hallstatt indessen noch Zeit. Die Feierlichkeit soll erst nach der Winterpause stattfinden. Bis dahin wird auch das Traunkraftwerk der Energie AG in Stadl-Paura Strom liefern.

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Artikel Edmund Brandner 11. September 2013 - 00:04 Uhr
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