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Bad Ischl darf seine Dampflok behalten

BAD ISCHL. Im Oktober 1989 gab es in Bad Ischl einen kleinen Volksaufstand. Grund war der geplante Abtransport der letzten Zuggarnitur der 1957 eingestellten Salzkammergut-Lokalbahn.

Bad Ischl darf seine Dampflok behalten und will sie im Stadtzentrum aufstellen

Die Stadtgemeinde sucht jetzt einen Platz, an dem mehr Menschen die Lok bewundern können. Bild: ebra

Das Technische Museum Wien als Eigentümer wollte den Schienen-Oldtimer in die Bundeshauptstadt holen. Dutzende Menschen stellten sich damals schützend vor die Lokomotive, als sie mit einem Schwertransporter abgeholt werden sollte.

Wiener Experten machten Druck

Die Ischler erreichten 1989 einen Kompromiss: Die Dampflok wurde nur nach Mondsee gebracht, und Bad Ischl erhielt eine vergleichbare Dampflok als Leihgabe, die vor den historischen Waggon gespannt wurde. Mit der eher lieblosen Unterbringung des Zugs neben der Wolfgangsee-Bundesstraße waren die Experten des Technischen Museums allerdings nicht zufrieden. Deshalb versuchten die Wiener vor zwei Jahren ein zweites Mal, den Zug abzutransportieren.

Seither suchten die Stadtgemeinde Bad Ischl und das Technische Museum nach einer Kompromisslösung, die jetzt im Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde und mit der die Ischler Eisenbahnfreunde durchaus zufrieden sein können. Die Republik schenkt der Stadt den Zug und entlässt ihn aus dem Denkmalschutz. Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadtgemeinde, den Zug mindestens 50 Jahre lang der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

"Damit können wir endlich einen Schlussstrich unter einen jahrzehntelangen Streit setzen", sagt SP-Bürgermeister Hannes Heide. Zugleich habe die Stadt jetzt die Chance, einen angemesseneren Standort für die alte Lokomotive zu suchen. "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass wir den historischen Zug vor dem Bahnhof zwischen den Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage aufstellen. Er sollte an einem Ort sein, wo möglichst viele Menschen ihn auch sehen."

Heide will die Zusammenarbeit mit historischen Eisenbahnvereinen suchen. Sie könnten sich darum kümmern, dass die Garnitur behutsam restauriert und gepflegt wird.

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Artikel Edmund Brandner 29. Dezember 2015 - 03:44 Uhr
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