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Linz

Graffiti-Kunst im Hafen: Kult-Sprayer zu Gast

Von Reinhold Gruber 20. September 2019 00:04 Uhr

Graffiti-Kunst im Hafen mit einem Grinsen
Seit vier Wochen sprayt "Mein lieber Prost" in Linz.

LINZ. Mural Harbor bietet einem Kult-Künstler ein Podium. Mit seinen Smiley-Figuren hat "Mein lieber Prost" von Berlin aus die Welt erobert. Ab heute Abend stellt er in Linz aus.

Die Tür geht auf, und augenblicklich muss man grinsen. Das ist auch so gewollt. Denn der Mann, der sich in den Räumlichkeiten der Zentrale von Mural Harbor an der Industriezeile im positivsten Sinn des Wortes austobt, hat einen Smiley zum Markenzeichen erhoben.

"Mein lieber Prost", von Mural-Harbor-Chef Leonhard Gruber nach Linz gelotst, hat sich mit seiner Smiley-Figur – schlicht "Prosti" oder "Prost" genannt – einen Namen gemacht und von Berlin aus internationalen Kultstatus erreicht. Ab heute kann man mit den Charakteren der guten Laune im Mural-Harbor-Büro Bekanntschaft machen. Passend zum am Wochenende in der Tabakfabrik stattfindenden Treffen der Graffitiszene und den von den OÖN präsentierten "Tagen des Ungehorsams".

Vielseitiger Sprayer

"Simple is not easy" ist das Motto des Sprayers, dessen Kreationen comichafte Züge tragen und der mit wenigen Strichen viel Ausdruck in die Gesichter zaubert. Während seine Geschichten mit Augenzwinkern und Witz die Fröhlichkeit befördern, ist seine eigene Geschichte die eines der "aktivsten illegalen Sprüher in Berlin" (Gruber), der auch schon die Härte des Gesetzes am eigenen Leib zu spüren bekommen hat. Das hat mit seinen Ad-Bustings zu tun. So nennt man die Veränderung von Werbebotschaften auf Plakaten im öffentlichen Raum, die viele Lacher bei Betrachtern, aber keine Freude der Werbenden gebracht hat.

Die Vielseitigkeit ist es, die begeistert. "Das eine ist die Figur, die er auf Dächern in unzähligen Satellitenschüsseln verewigt hat", sagt Gruber und lacht. "Dazu spielt er sich mit der Sprache, baut die Werbebotschaften um oder erfindet auf Schildern Ministeriumsabteilungen, Ärzte oder Kirchen." Seit einem Monat arbeitet der Kult-Sprayer bereits hier, er hat die Räume praktisch nicht verlassen.

Die Räume im Erdgeschoß sind damit "Prost"-Land und werden es ein Jahr lang auch bleiben. Der Grund dafür: Danach wird die Hafen-Galerie eine andere Zentrale finden müssen. Denn die jetzige Heimat für Mural Harbor wird abgerissen. Man hört, dass hier in unmittelbarer Nachbarschaft des Posthofs ein Hotel entstehen soll.

Ausstellung "Kunst, Krimi & Kommerz", Eröffnung heute, 20. September, 19 Uhr, geöffnet bis Herbst 2020 jeweils Dienstag, Mittwoch, Donnerstag nachmittags oder bei Führungen an den Wochenenden, Infos unter www.muralharbor.at

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Artikel von

Reinhold Gruber

Lokalredakteur Linz

Reinhold Gruber
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