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Oberösterreich

Häftlinge auf der Flucht: So kam es zum Ausbruch in Garsten

Von nachrichten.at/apa   05. September 2019 16:28 Uhr

Die Häftlinge sollen sich aus rund 14 Metern Höhe abgeseilt haben.

GARSTEN. Seit Ende Juni sind zwei Häftlinge, die aus der Justizanstalt Garsten ausgebrochen waren, auf der Flucht. Nun wurden Mängel an der Außensicherung bekannt.

Irmgard Griss (Neos) wollte vom Justizministerium wissen, wie es zum Ausbruch kommen konnte. Ein Grund: Wegen "Vorgaben des Denkmalschutzes" könne die Nordseite des Koventtraktes - das Gefängnis ist in einem früheren Kloster - nicht optimal gesichert werden.

16 Punkte umfasst die parlamentarische Anfrage an Minister Clemens Jabloner, deren Antwort jetzt vorliegt. Als erstes wird ausgeführt, wie sich die beiden den Weg in die Freiheit bahnten. So gelangten sie "durch eine etwa 20 mal 30 Zentimeter große Öffnung in der Geschoßdecke des gemeinsamen Haftraums über den Dachboden auf das Dach des Anstaltsgebäudes, von wo aus sie sich abseilten."

Werkzeug manipuliert

Bemerkt wurde ihre Verschwinden aber erst in der Früh um 7.10 Uhr. Wie viele Justizwachebeamte in Garsten Nachtdienst machen, darauf gab der Justizminister mit Verweis auf "äußerst sensible Daten" keine Antwort. Als Hilfsmittel dienten den Ausbrechern "manipulierte Werkmaterialien". Absprachen mit Fluchthelfern innerhalb oder außerhalb gebe es nach aktuellem Erkenntnisstand nicht. Auch Hinweise auf einen Gefängnisausbruch würden nicht vorliegen, heißt es in der Anfragebeantwortung.

Inzwischen Stachelbandrollen angebracht

Die Vermutung von Griss, dass bauliche Gegebenheiten in der Justizanstalt "eine Entweichung begünstigen", bestätigte Jablobner. Im Bereich der Nordseite gebe es "hinsichtlich der Außensicherung Verbesserungspotenzial". Wegen Auflagen des Denkmalschutzes seien diese jedoch zum Zeitpunkt des Ausbruchs noch nicht getroffen worden. Inzwischen wurden jedoch Stachelbandrollen angebracht.

Die Häftlinge befanden sich laut Jabloner im Normalvollzug und arbeiteten bei einem Unternehmen im Gefängnis. Beide hatten u.a. wegen schweren bzw. versuchten schweren Raubs mehrjährige Haftstrafen ausgefasst. Einer hätte noch bis Februar 2027 einsitzen müssen, der zweite bis Mai 2023. Vorzeitige bedingte Entlassungen seien wahrscheinlich gewesen.

Die OÖN haben über den Ausbruch ausführlich berichtet - den Artikel können Sie hier nachlesen.

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