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Oberösterreich

Fünf vor neun: Vom Sport-Entzug bis zur politischen Verantwortung

Von Wolfgang Braun  30. März 2020 08:55 Uhr

Fünf vor Neun

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Sport-Entzug: Bei all den persönlichen Sorgen, die man sich in diesen Corona-Wochen natürlich um seine Familie macht, gestehe ich, dass mir eines besonders fehlt: Fußball. Keine Spiele, kein traditionelles Fußball-Schauen im Kreis der Familie am Samstag-Abend, keine Euro. Was gäbe ich jetzt für ein 0:0 zwischen Admira und Mattersburg? Und dazu auch keine Olympischen Spiele. Was ein pralles Jahr für Sportfans hätte werden sollen, wird zur Katastrophe - vor allem, weil kein Silberstreif am Horizont zu sehen ist. Spannend war vor dem Hintergrund auch die Diskussion, die sich vor der Verschiebung der Spiele in Tokio entwickelt hat. Bei all den Argumenten, die für oder gegen eine Absage ins Treffen geführt wurden, hat man eines nie gehört - zumindest nicht ernsthaft: Dass es ursprünglich bei der Olympischen Idee, wiederbelebt 1896 von Pierre de Coubertin, in erster Linie um Völkerverständigung und die Überwindung nationaler Egoismen gehen soll. Also, zumindest in der Welt des Sports, um ein Zeichen globalen Gemeinsinns. Aber vielleicht bewirken die Corona-Wochen auch da ein Umdenken, ein Innehalten. Toni Innauer, ehemals Skisprung-Olympiasieger und ein großer Intellektueller des Sports, widmet dem Thema Corona & Sport heute einen großen Kommentar und landet dabei wieder einmal weit jenseits des Tellerrandes. Viel Vergnügen bei dieser Lektüre.

Tests & Zahlen: Woche 3 des Corona-Ausnahmezustandes in Österreich - und erstmals wird die Regierung verstärkt auch mit Kritik konfrontiert. Es geht dabei um die zu niedrige Zahl an Corona-Tests in Österreich. Zwar gibt es nun das Ziel, bald täglich 15.000 solcher Tests durchzuführen, aber das ist laut Experten auch nötig, um aufzuholen und von einer stabilen Datenbasis aus zu arbeiten. Der österreichische Verhaltensökonom Ernst Fehr, der an der Universität Zürich forscht und lehrt, hat vergangene Woche zum Thema Corona-Tests eine sehr kluge Anmerkung gemacht. Für ihn wäre es „vordringlich“, eine repräsentative Zufallsstichprobe über das ganze Land zu erheben. Damit könne man den Blick dafür schärfen, wie groß die Infektionsrate im Land tatsächlich bereits sei. Aus Österreichs Regierungskreisen sickerte übrigens durch, dass man sich ab dieser Woche dieser Methode bedienen will. Unterdessen ist am Wochenende das eingetreten, was Experten befürchtet haben: Die Zahl der schwerer Erkrankten ist gestiegen und damit auch die Zahl der in Oberösterreichs Spitälern belegten Intensivbetten. Den täglichen Überblick darüber finden Sie auch heute wieder in den OÖNachrichten bzw. auf nachrichten.at.

Alpen-Ballermann: Spätestens mit der Ausbreitung des Coronavirus gilt Ischgl als der Ballermann der Alpen. Der Tiroler Wintersport-Ort kommt in internationalen Medien genauso schlecht weg wie das Corona-Krisenmanagement Tirols. Da entsteht ein Imageschaden, dessen Auswirkungen bis in Nach-Corona-Zeiten wirken dürften. Abgesehen vom Sonderfall Tirol ist die Bewertung der Politik in der Corona-Krise aber keine so leichte Aufgabe. Noch in der letzten Februar-Woche hätte niemand vorhergesagt, dass wir heute in einem Ausnahmezustand leben, Lokale, Schulen und Universitäten geschlossen sind, Unternehmen Zwangspausen einlegen müssen und unsere grenzenlose Freiheit zusammenschrumpft auf ein paar Spaziergänge im Freien. Noch vor Wochen haben viele Virologen erklärt, warum die Influenza viel gefährlicher sei als Corona – und hochrangige Politiker ließen sich mit Sätzen zitieren, in denen sie den Besuch von großen Veranstaltungen als unbedenklich einstuften. In Wahrheit haben alle – Politik und Wissenschaft – die Corona-Dimension nicht so gewaltig erwartet. Das ist auch Thema unseres heutigen Leitartikels.

Wolfgang Braun, Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Politikredaktion

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