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Innenpolitik

Mehr als 100 Tote in Österreich, 49-Jährige Linzerin gestorben

Von nachrichten.at   30. März 2020 16:57 Uhr

MED CAMPUS III, UKH, Coronavirus
(Symbolfoto)

WIEN/LINZ. In Österreich gibt es wegen des Coronavirus bereits mehr als 100 Tote. Im Linzer Ordensklinikum ist eine 49-Jährige gestorben, in Braunau ein 94-Jähriger.

Die Zahl der durch das Coronavirus verstorbenen Personen in Österreich ist Montagvormittag auf mehr als 100 gestiegen. 108 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung, teilte das Innenministerium in einer Aussendung mit. 999 Erkrankte wurden inzwischen in Spitälern behandelt, 193 davon auf Intensivstationen.

9.377 nachweislich an Covid-19 Erkrankte führte das Gesundheitsministerium um 15.00 Uhr auf. Das waren im 24-Stunden-Vergleich 564 Fälle bzw. 9,9 Prozent mehr und damit erstmals seit Freitag eine Steigerung des prozentuellen Anstiegs. Für Tirol wurden 2.205 Infizierte ausgewiesen, für Oberösterreich 1.535 und für Niederösterreich 1.533. Wien hielt bei 1.235 Fällen, die Steiermark bei 958, Salzburg bei 855, Vorarlberg bei 616, Kärnten bei 261 und das Burgenland bei 179 Infizierten.

636 Personen sind in Österreich wieder genesen, gaben Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bekannt. 

Das Innenministerium wies darauf hin, dass das Dashboard unter info.gesundheitsministerium.gv.at ein dynamisches System sei und die Daten aus dem Epidemiologischen Melderegister (EMS) beziehe. EMS ist das offizielle Register, in welches von den Bezirksbehörden sowie von Labors eingetragen wird. Insbesondere in der Früh könne es hier zu Verzögerungen bei den Eintragungen kommen. Es werde unter Einbezug der Länder "mit Hochdruck an der Optimierung gearbeitet".

Immer mehr Intensivpatienten in Oberösterreich

Alarmierende Zahlen wurden am Wochenende in Oberösterreich gemeldet: Die Zahl der Corona-Intensivpatienten hatte sich von Freitag auf Sonntag von neun auf 22 mehr als verdoppelt. Auch die Zahl der Corona-Kranken auf den Normalstationen ist deutlich gestiegen: Statt 75 Patienten am Freitagabend waren es bis Sonntag 138.

Am Ordensklinikum Linz Elisabethinen ist am Sonntag eine mit dem Coronavirus infizierte 49-jährige Frau gestorben. Das teilte das Spital am Montag mit. Die Patientin sei aber "mutmaßlich an den Folgen ihrer jahrelangen schweren Grunderkrankung" und mit Zusatzbefund Covid-19 gestorben, erklärt der Ärztliche Direktor Michael Girschikofsky. Auch im Krankenhaus Braunau ist ein 94-jähriger Patient, der an Covid-19 erkrankt war, verstorben. Der Verstorbene wurde bereits mit Vorerkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Das Gesundheitsministerium hat am Montagnachmittag die aktuellen Zahlen bezüglich der in Spitälern zur Verfügung stehenden Beatmungsgeräte bekannt gegeben. Demnach sind nun 43 Prozent aller Beatmungsgeräte frei für Corona-Patienten, mit Stand vom vergangenen Freitag hatte das Ressort noch 35 Prozent ausgewiesen. Mehr über die Kapazitäten in Österreichs Spitälern lesen Sie in diesem Artikel.

Darüber spricht Oberösterreich

Regierung verschärft Maßnahmen

Zwar hat sich die Steigerung bei den Neuinfektionen etwas abgeflacht, doch geht man davon aus, dass der Höhepunkt der Corona-Krise in Österreich nun unmittelbar bevorsteht. Mitte April wird dieser von Regierungsseite erwartet. Am Montag gaben Bundeskanzler Kurz, Gesundheitsminnister Anschober und Innenminister Nehammer eine weitere Verschärfung der Maßnahmen bekannt. Unter anderem dürfen Supermärkte künftig nur mit einem Nasen-Mund-Schutz betreten werden, die vor Ort ausgegeben werden. >> Mehr dazu in diesem Artikel

"Auf Verlässlichkeit prüfen"

Fest steht, dass wesentlich mehr als bisher getestet werden soll. 15.000 Tests täglich – dieses Ziel hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP) vergangene Woche ausgegeben. Noch ist man davon aber weit entfernt. Bis zu 4000 Covid-19-Tests werden derzeit pro Tag durchgeführt. Die Labore könnten ihre Kapazitäten zwar steigern, doch nach wie vor fehlen die für die Tests benötigten Reagenzien.

Bei den sogenannten Schnelltests, bei denen auf Antikörper getestet wird, gibt man sich im Gesundheitsministerium zurückhaltend: "Sie werden eingesetzt, wenn sie verfügbar sind und auf Verlässlichkeit überprüft wurden." Es gebe aber "enorme Entwicklungsschritte".

  • Video: Österreichs Coronavirus-Situation im Überblick

Zum Einsatz könnten diese Tests kommen, wenn man einen Sample-Test durchführt. Dabei wird ein repräsentativer Ausschnitt der Bevölkerung untersucht. So ist es möglich, einen besseren Überblick über den Grad der Durchseuchung – also wie viele Menschen das Virus in sich tragen oder getragen haben – zu bekommen. In Island wurde diese Art Untersuchung bereits gemacht. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Dunkelziffer hoch sein könnte und die Hälfte der Infizierten nicht bekannt sei, erklärte Epidemiologin Eva Schernhammer in einem ORF-Interview. Diese Einschätzung teilt man im Gesundheitsministerium: "Die Ergebnisse könnten im Rahmen der Gesamtstrategie eine große Chance darstellen." Derzeit arbeite man "mit Hochdruck" an den Rahmenbedingungen für einen Sample-Test. Bereits angelaufen ist die großflächige Testung des Gesundheitspersonals. (eiba)

Intensivbetten

Mit 65.000 Betten, davon 2500 Intensivbetten, ist Österreich im internationalen Vergleich gut aufgestellt.

In Oberösterreich gibt es 7278 Spitalsbetten und 250 Intensivbetten. Etwa die Hälfte davon ist seit dem Wochenende belegt. Die Kapazität kann bei Bedarf auf 420 ausgebaut werden.

Die Lage im Rest der Welt

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