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Oberösterreich

Sierninger verkroch sich fünf Tage in Berghütte: Beschwerliche Suche

JOHNSBACH. Der fast fatale Ausflug startete am vergangenen Donnerstag: Das Tal im obersteirischen Johnsbach war noch grün, die Wetterprognose für die nächsten Tage allerdings stürmisch mit großen Neuschneemengen.

Sierninger verkroch sich fünf Tage lang in Berghütte: Beschwerliche Suchaktion

Nach dem geglückten Einsatz: Die Einsatzkräfte begleiteten den vermissten Sierninger (re.) bis ins Tal. Bild: BRD Admont

Dennoch machte sich der 49-Jährige auf den Weg in Richtung Hesshütte. Er habe ein paar ruhige Tage ohne Menschenkontakt in den Bergen verbringen wollen, erzählt ein Bergretter.

Herausgekommen ist eine beschwerliche Suchaktion. Der Mann flüchtete in den Winterraum der auf 1699 Meter gelegenen Hesshütte. Ein Abstiegsversuch scheiterte, sein Proviant war aufgebraucht, er war bereits zwei Tage ohne Essen. "Er hat auf Hilfe gewartet", schildert Einsatzleiter Stefan Schröck von der Bergrettung Admont. Telefon hatte er keines dabei. Empfang hätte es in dem Gebiet auch keinen gegeben.

Wirt setzte Suchaktion in Gang

Ins Rollen brachte die erfolgreiche Rettungsaktion der aufmerksame Ludwig Wolf, Chef im Gasthaus Kölblwirt in Johnsbach. Das Auto des Sierningers stand tief verschneit auf dem Parkplatz vor dem beliebten Gasthaus. Mit der Schwiegermutter hatte der Wirt noch beobachtet, wie der Mann schwer bepackt mit Skiern aufgebrochen war. "Nachdem er am Sonntag noch nicht zurück war, haben wir uns große Sorgen gemacht", erzählt der Kölblwirt. Er verständigte die Bergrettung.

Eine Vermisstenanzeige war bei der Polizei keine eingegangen. Als sich am Montag das Wetter besserte, startete ein Polizei-Hubschrauber einen Suchflug. Vergeblich. Eine Landung war aufgrund der Schneemassen nicht möglich. Deswegen machte sich gestern Früh eine 16 Mann starke Gruppe aus Bergrettern, Alpinpolizisten und Hundeführern auf den mühsamen Weg, um nach dem Abgängigen zu suchen – bei minus 19 Grad und 1,20 Meter Neuschnee. Ein großer Kraftakt. Fündig wurden sie im Winterraum der Hesshütte. Sie begleiteten den Unverletzten ins Tal.

"Aufgrund der Wettersituation war das nicht gerade eine geschickte Aktion, in diese Region aufzusteigen", sagt Einsatzleiter Schröck. "Da wird’s richtig kompliziert zum Überleben." Trotz seiner Fehleinschätzung habe der Mann in seiner misslichen Lage aber noch richtig reagiert. Zehn Stunden lang habe er am Montag bereits den Rückweg gesucht, was er nicht schaffte. Daraufhin kehrte er in den beheizbaren Winterraum zurück. "Wir sind froh, dass es gut ausgegangen ist", sagt der Wirt.

 

Hilfe für die Helfenden: Die „Alpine Parkuhr“

Wenn auf Gesäuse-Parkplätzen längere Zeit Autos herrenlos geparkt sind, werden viele stutzig: Ist der Besitzer noch unterwegs? Auf einer Hütte eingekehrt? Oder gar verunglückt? Ludwig Wolf, der „Kölblwirt“ in Johnsbach, hat deshalb die Alpine Parkuhr erfunden. Bevor Berggeher starten, sollen sie Tag und Uhrzeit der geplanten Rückkehr einstellen und Handynummer notieren. Erhältlich sind die Uhren u. a. in Gasthäusern und im Tourismusbüro.

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Artikel Marlies Czerny 20. Januar 2016 - 00:04 Uhr
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