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Oberösterreich

Pilsl wird erster Landespolizeidirektor - Bruder von Minister wird Kriminal-Chef

Von OÖN   24. August 2012 00:04 Uhr

Pilsl wird erster Landespolizeidirektor Bruder von Minister wird Kriminal-Chef
Der 43-jährige Andreas Pilsl aus Grein macht weiteren Karrieresprung und wird neuer Landespolizeidirektor.

LINZ. Offiziell läuft das Auswahlverfahren des Innenministeriums noch, doch hinter den Kulissen sind die Würfel, wer die Spitzenpositionen innerhalb der Polizei in Oberösterreich einnimmt, längst gefallen.

Wie die OÖNachrichten aus mehreren gut informierten Kreisen erfuhren, wird der momentane Landespolizeikommandant Andreas Pilsl (43) Oberösterreichs erster Landespolizeidirektor.

Wie berichtet krempelt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Führungsstruktur innerhalb der österreichischen Exekutive um und legt den Behördenapparat (die Sicherheitsdirektionen in den Bundesländern und die Bundespolizeidirektionen) mit dem Wachkörper (Landes- und Bezirkspolizeikommanden) zusammen. Dadurch schrumpfen die österreichweit 31 Polizei-Führungsebenen zu acht Landespolizeidirektionen zusammen. Die „rote“ Bundeshauptstadt Wien behält im Wesentlichen ihre Sonderstellung.

Alois Lißl als Stellvertreter

Pilsl war als Landespolizeikommandant bisher Chef des Wachkörpers in Oberösterreich. Mit 1. September wird er der neue Direktor. Der Jurist Alois Lißl (54), bisher Sicherheitsdirektor für Oberösterreich, rückt ins „zweite Glied“ zurück und wird Pilsls Stellvertreter. Beide Spitzenpolizisten werden der ÖVP zugeordnet. Pilsl galt als Vertrauter des ehemaligen Innenministers Ernst Strasser (ÖVP), der 2004 in einer großen Polizeireform die Bundespolizei mit der Gendarmerie fusionierte. Zweiter Stellvertreter des neuen Landespolizeidirektors wird der Linzer Polizeijurist Erwin Fuchs. Er war bisher Stellvertreter des scheidenden Linzer Polizeidirektors Walter Widholm und wird der SPÖ zugeordnet.

Auch an der Spitze des Landeskriminalamtes soll es zu einem Wechsel kommen. Der bisherige Leiter, der als Top-Jurist bekannte, parteilose Rudolf Keplinger, soll von Personalchef Oberst Gottfried Mitterlehner ersetzt werden, der der Bruder von ÖVP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ist. Damit ist – zumindest in Oberösterreich – das Match „Polizei-Juristen versus Offiziere“ im Postenkarussell eindeutig zugunsten Zweiterer ausgegangen. Bereits die Ausschreibung für die neuen Landespolizeidirektoren sah unter anderem als Qualifikation eine „akademische Ausbildung“, und nicht dezidiert ein abgeschlossenes Jus-Studium vor. Generalmajor Pilsl ist gelernter Polizist und hat das Masterstudium „Strategisches Sicherheitsmanagement“ absolviert. Mit der Entscheidung für Pilsl dürfte sich die Ministerin gegen Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) durchgesetzt haben, der dem Vernehmen nach Lißl als neuen Polizeichef forciert hatte.

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