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"Klimt hat sehr genau gewusst, was er an ihr hat"

Unternehmerin, Designerin, Partnerin von Gustav Klimt – Maxi Blaha spielt Emilie Flöge (1874–1952).

"Klimt hat sehr genau gewusst, was er an ihr hat"

Maxi Blaha: "Ich bin manchmal sehr müde und würde mich gerne zurücklehnen. Aber wenn ich von so inspirierenden Frauen wie Emilie Flöge lese, denke ich mir wieder: Geh bitte, steh auf! Mach auch etwas." Bild: Klimt-Foundation/Georg Buxhofer

Wer an Emilie Flöge erinnert, feiert die Wienerin meist bloß als "Muse" von Gustav Klimt, die den Maler zwischen 1910 und 1916 an den Attersee begleitet hat. Doch am 14. Juli feiert ebendort, in Seewalchen, ein Theaterstück Uraufführung, das Emilie Flöge auch aus dem Schatten des Jugendstil-Künstlers holt. "Süße Wiener Dunkelheit / tiefheller See", geschrieben von der Linzerin Clara Gallistl, 28, zeichnet einen Abriss ihres Lebens als kluge Geschäftsfrau, innovative Modedesignerin und Teil der Intellektuellen Wiens.

Mit den Männern gestritten

Flöge, die auf der Bühne als gereifte Frau zurückblicken wird, spielt Maxi Blaha. "Ich habe in weit mehr als hundert Vorstellungen Bertha von Suttner gespielt. Dabei haben mich die Herrschaften der Klimt Foundation gesehen und mich mit diesem Part beauftragt", sagt die Schauspielerin, 44.

Flöge habe viel mit Suttner, der Friedensforscherin (1843– 1914), gemein. "Selbstbestimmtheit, modernes Denken, Feministisches. Im Gewerbeamt hat Flöge mit den Männern gestritten, weil sie nicht akzeptieren wollten, dass sie als Leiterin eines Modesalons geführt werden wollte. Ham S’ ned an Bruder, hat es geheißen." Die Rolle der Geschäftsfrau habe sie aber "voll durchgezogen" – auch gegenüber Klimt. "Während sie mit ihm zusammen war, hat er drei uneheliche Kinder gezeugt. Sie ist aber drübergestanden: ‚Soll er ruhig seine Affären haben. Ich habe eine ganz andere Beziehung zu diesem Mann: eine hochgeistige, künstlerische.‘" Zudem hatten sie einen "sehr guten Deal". Klimt vermittelte ihr neue Kundinnen, sie ihm Modelle.

"Klimt hat sehr genau gewusst, was er an ihr hat"

Emilie Flöge, Gustav Klimt am Attersee

Um ihre Beziehung zu verstehen, hat Blaha die zahlreichen Briefe gelesen, die Klimt an Flöge geschrieben hat. "Er war sehr fasziniert von ihr, auch weil sie sehr klug war. Er hat sehr genau gewusst, was er an ihr hat." War sie Sommerfrische-Gast, erteilte er anderen Damen Hausverbot. Ab 14. Juli wird sich in der Villa Paulick auch alles nur um sie drehen, denn an dem pittoresken Originalschauplatz findet die Premiere (ausverkauft!) statt.

Folgetermine: 15. 7., 18./19. 8., 18 Uhr; 16. 7., 20. 8., 11 Uhr, Karten beim Klimtzentrum: Tel. 0664 / 82 83 990, klimt-am-attersee.at

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Artikel Nora Bruckmüller 07. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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