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Gesundheit

Werden wir bald alle 120 Jahre alt?

Von Valerie Hader 16. Oktober 2019 07:20 Uhr

Werden wir bald alle 120 Jahre alt?
Eine „einzigartige Erfolgsgeschichte“: Wir werden immer älter und bleiben auch länger gesund.

So weit ist die Wissenschaft: Es gibt Wirkstoffe, die das Leben verlängern – allerdings bisher nur bei Mäusen, erklärten renommierte Altersforscher beim Experten-Talk in Linz.

Bei Würmern, Mäusen und Fliegen hat es bereits geklappt: "Es gibt Wirkstoffe, mit denen man das Leben von solch kurzlebigen Organismen verlängern kann", erklärte Pidder Jansen-Dürr, Leiter des Instituts für Biomedizinische Altersforschung an der Universität Innsbruck beim Bank-Austria-Future-Talk über die "Zukunft des Alterns" am Montagabend im Linzer Schlossmuseum. Ob das allerdings auch bei Menschen funktioniert, sei fraglich. "Dazu fehlen die Langzeitstudien".

Was hingegen gut erforscht sei und tatsächlich etwas bringe, sei die Kalorienreduktion. "Wenn man weniger isst, setzt der Körper die Autophagie in Gang, also den Reinigungsmechanismus der Zellen, der wiederum das Altern verlangsamt."

Der Prozess werde durch Hungern aktiviert, die Wissenschaft arbeite aber daran, ihn auch künstlich herstellen zu können. Der größte Trend in der Altersforschung sei, einen Weg zu finden, alte seneszente Zellen auszuschalten. "Die gelten als entzündungsfördernd und damit altersbeschleunigend. Da rittern die Forscher gerade darum, wer als Erstes einen Weg findet, diese Zellen zu zerstören."

Statt "Für immer jung um jeden Preis" plädiert der Universitäts-Professor allerdings dafür, Menschen die Freiheit zu lassen, ihr Leben so zu gestalten, wie sie möchten. "Nicht jeder will nur noch Fastensuppen essen. Das macht keine Freude." Und man solle Spaß am Leben haben, "sonst hat das Ganze ja keinen Sinn." Für Roberta Maierhofer, Professorin an der Universität Graz, ist das Alter "eine einzigartige Erfolgsgeschichte, denn wir werden schließlich immer älter und auch gesünder älter."

Positiver Blick aufs Altern

Viele Leute seien allerdings gefangen in der Vorstellung, dass Alter nur mit Verfall gleichzusetzen sei. "Davon sollten wir uns verabschieden und stattdessen lieber darauf schauen, trotz aller Beschränkungen, die vielleicht auf uns zukommen, ein gutes Leben zu führen", so die renommierte Altersforscherin. "Denn wie schon Bette Davis erkannte: Älterwerden ist nichts für Feiglinge."

Der Altersrekord

122 Jahre und 156 Tage: So alt wurde Jeanne Calment, bevor sie 1997 starb. Bis heute hält die Französin damit den Altersrekord. Was ihr zu dem hohen Alter verhalf, könnte eine Mischung aus Erbanlagen und Glück gewesen sein, vermuten Forscher. Viele ihrer Vorfahren wurden ebenfalls sehr alt. Die Familie war zudem wohlhabend und gebildet – Faktoren, die Langlebigkeit begünstigen.

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