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Fit und schlank in 8 Wochen

Warum Diäten dick machen

Von (gul)   17. Mai 2016 00:04 Uhr

Warum Diäten dick machen

Crash-Diäten, Abführmittel und Diätpillen helfen langfristig nicht gegen Übergewicht. Im Gegenteil, sie schädigen den Körper sogar. Die Diätologin Sophie Demelmair von der OÖ Gebietskrankenkasse räumt mit den gängigen Mythen zum Thema Abnehmen auf.

Sie sollen fit machen, die Haut erstrahlen lassen, das Bindegewebe stärken und den Alterungsprozess bremsen – und das innerhalb von Tagen oder Wochen. "Was Trenddiäten laut Werbung alles können, ist zu schön, um wahr zu sein", sagt die Diätologin Sophie Demelmair von der OÖ. Gebietskrankenkasse. In Wirklichkeit sei nur eine langfristige Ernährungsumstellung sinnvoll, um einen dauerhaften Gewichtsverlust zu erreichen. Mit kurzfristigen, extremen Nahrungsumstellungen würde sich der Körper schwertun.

So entsteht der Jo-Jo-Effekt

Einseitige Diäten, wie zum Beispiel die Krautsuppen- oder Ananasdiät stören die Organe in ihrer natürlichen Funktion. "Vor allem der Stoffwechsel leidet unter Crash-Diäten sehr", sagt Demelmair. Denn der ganze Körper schalte nach kurzer Zeit auf Alarmbereitschaft um. So wenig Energie wie möglich werde verbraucht. Sobald der Körper dann aber wieder Energie zur Verfügung gestellt bekomme, die er nicht unmittelbar zur Systemerhaltung benötige, würde er diese bunkern. Der allgemein bekannte Jo-Jo-Effekt trete ein.

Kurze Diäten sind sinnlos

"Je öfter unser Körper einer derartigen Stresssituation ausgesetzt ist, umso geiziger wird er", erklärt die Diätologin. Das bedeutet, je öfter Diäten ausprobiert werden, umso weniger wird man abnehmen, denn der Körper wehrt sich dagegen. Die Quintessenz dessen ist: Diäten machen dick. Damit Abnehmwillige nicht auf Falschinformationen hineinfallen, räumt Demelmair mit Mythen rund um das Thema "Abspecken" auf:

 

1. Kohlenhydrate machen dick:

Kartoffeln, Nudeln und Brot sind in den vergangenen Jahren in Verruf geraten. Zu Unrecht. Kohlenhydrate sind wesentliche Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung. Aber: Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate. Weißer Zucker, Weißmehlprodukte und Süßigkeiten sollten nur ganz selten auf dem Speiseplan stehen. Gegen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Gemüse spricht aber nichts. Sie enthalten Kohlenhydrate, die vom Körper aufgespalten werden, bevor sie langsam ins Blut gelangen. Man fühlt sich daher länger satt. Außerdem liefern sie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Zucker und Weißmehl haben diesen Mehrwert nicht. Vorsicht bei der Zubereitung: Gedämpfte Kartoffeln sind kalorienarm, Pommes frites sind Kalorienbomben.

 

2. Schnelles Abnehmen:

Fastenkuren, bei der jegliche (feste) Nahrung stark eingeschränkt wird oder nur sehr einseitig gegessen wird, sind beliebt. Mit dieser Art der Ernährung verliert man zu Beginn zwar Gewicht, jedoch kaum Körperfett, sondern vor allem Wasser und Muskeleiweiß. Sobald man wieder zu seinen alten Gewohnheiten zurückkehrt, macht sich der Jo-Jo-Effekt bemerkbar. Denn auf "Kuren" dieser Art reagiert der Körper, indem er den Kalorienverbrauch nach unten schraubt und zugeführte Nahrung besser ausnützt. Bekommt er wieder mehr Essen angeboten, verwertet er alles doppelt so gut.

 

3. Gezielt Gewicht verlieren:

Viele wünschen sich, an Bauch, Beinen oder Po gezielt abzunehmen, aber das ist unmöglich.

 

4. Negative Kalorien:

Manchen Lebensmitteln wird nachgesagt, ihr Kaloriengehalt sei so gering, dass sie durch die Verdauung mehr Energie verbrauchen als sie zuführen. Tatsächlich gibt es einige Lebensmittel, die sehr wenige Kalorien enthalten und sich durch hohe Ballaststoffanteile positiv auf die Verdauung auswirken. Dazu zählen beispielsweise Gurken. Trotzdem ist ihre Energiebilanz nicht negativ.

 

5. So lange ich mich bewege, kann ich essen, was ich will:

Grundsätzlich ist Bewegung ein Muss, wenn man seinem Körper Gutes tun und Gewicht verlieren will. Aber: Viele überschätzen den Kalorienverbrauch beim Sport.

 

6. Erfolg zeigt nur die Waage:

Die anfängliche Motivation zum Abnehmen wandelt sich in Frustration, wenn sich der Zeiger auf der Waage nicht in die gewünschte Richtung bewegt. Ein besseres Mittel zur Erfolgskontrolle ist die Messung der Körperzusammensetzung. Damit kann man oft Erfolge (weniger Fett, mehr Muskeln) beobachten, obwohl die Waage das gleiche Gewicht anzeigt. Oder man freut sich, wenn die Hose plötzlich nicht mehr zwickt und das Treppensteigen leichter fällt.

 

7. Light-Produkte:

Wenn das Wort "Light" auf einem Produkt steht, kann das vieles bedeuten: weniger Salz, weniger Zucker, weniger Fett. So kann auf einem Produkt "0,1 Prozent Fett" stehen, dafür ist aber meist sehr viel Zucker enthalten. Anders ist es beim Wort "kalorienreduziert": In diesem Fall muss das Produkt 30 Prozent weniger Kalorien enthalten als das ursprüngliche.

 

8. Abführmittel:

Statt sich beim Essen zu zügeln, nehmen manche lieber Abführmittel. Das macht keinen Sinn. Zwar zeigt die Waage weniger Gewicht, nachdem der Darm entleert ist, aber das berührt die Fettpolster nicht. Erstens werden die meisten Nährstoffe im Dünndarm aufgenommen, während Abführmittel im Dickdarm wirken. Zweitens machen Abführmittel den Darm auf Dauer träge und sie schwächen die Darmflora.

 

9. Abendessen streichen:

Wann gegessen wird, hat einen sehr geringen Einfluss auf das Gewicht. Es geht um das Wieviel. Wenn man dazu neigt, abends zu schlemmen, wird es seine Wirkung zeigen, wenn hier eingespart wird. Wenn allerdings den ganzen Tag mehr gegessen wird, um dem Hunger am Abend entgegenzuwirken, wird sich auf der Waage nichts tun.

 

10. Fatburner:

Angeblich regen Enzyme wie Bromelin (in der Ananas) oder Papain (in Papayas) die Fettverbrennung an. Diese Enzyme werden aber bereits im Magen aufgespalten und erreichen den Dünndarm nicht mehr in ihrer intakten Form, so dass sie dort wirkungslos sind. Auch scharfe Gewürze können den Stoffwechsel nicht so auf Trab bringen, dass mehr Fett verbrannt wird. Auch "Diätpillen" sind wirkungslos, im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich. 

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