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Essen & Trinken

Entführung auf dem Griller: Süße Desserts über der Glut

Von Philipp Braun  01. Juli 2020 00:05 Uhr

Entführung auf dem Griller: Süße Desserts über der Glut
Strudel, Soufflés oder Schmarren. Der Griller wird zum Backrohr.

Manfred Ahorner zeigt als Staatsmeister, wie vielfältig ein Griller eingesetzt werden kann. Mehlspeisen lassen Fleisch verblassen.

Machen Sie die Augen zu, und denken Sie an einen Griller. Gas oder Kohle ist egal. Was würden Sie auf den Rost legen? Laut Umfragen brutzelt wahrscheinlich ein herzhaftes Steak oder ein paar Würstel über der Hitzestelle. Womöglich schnappen Sie sich gedanklich ein paar Paprika, Erdäpfel oder Zucchini und beglücken ihre vegetarische Seele. Eher selten wird überlegt, welche Süßspeisen sich eignen.

Aber Desserts und Grillen – Funktioniert das überhaupt? "Auf jeden Fall. Theoretisch kann alles, was im Ofen gemacht wird, auch auf dem Griller gemacht werden. Zudem kann man die Restwärme nutzen", sagt Manfred Ahorner, Grillstaatsmeister und Küchenchef im UKH Linz. Vergangene Woche gab er bereits einen Überblick, wie das perfekte Steak gelingt und wie Gemüse besonders schmackhaft wird (die OÖN berichteten). Dieses Mal erklärt Ahorner, warum ein Dessert niemals fehlen darf. "Es dreht sich immer um Steak und Würstel. Doch Süßes ist ein Höhepunkt. Die Gäste rechnen nicht damit und es schmeckt außergewöhnlich", sagt Ahorner.

Vieles hat er ausprobiert: Buchteln, Soufflés, Kaiserschmarren. Mit etwas Übung und entsprechender Vorbereitung gelingt alles davon.

Bananenbeginn

Für Grillanfänger rät Ahorner, mit dem Klassiker, gegrillte Banane, zu beginnen. Dafür wird die Banane in der Schale längs aufgeschnitten und mit etwas Schokolade gefüllt. Nach ungefähr zehn Minuten direktem Grillen ist die Banane schön weich, die Schokolade geschmolzen, und die Gäste können nach Lust mit einem Löffel die Frucht aushöhlen und mit Eis genießen. Schmeckt gut, ist einfach und gelingt nahezu immer. Fehler passieren eher bei anderen Desserts, die sich vermeiden lassen. Zu große Hitze tut den wenigsten Nachspeisen gut. Deswegen arbeitet Ahorner auch gerne mit der Resthitze. Selbst wenn die Neugierde zu groß sein sollte – der Deckel bleibt zu. Ansonsten entweicht die Hitze zu schnell und die Arbeit beginnt von vorne.

Für Hobbypatissiers ist es günstig, sich nicht ablenken zu lassen, damit man die Temperatur und die Zeit nicht aus den Augen verliert. "Mir ist das auch schon passiert, wenn ich zu viel getratscht habe. Und das ist ärgerlich. Wegschmeißen musste ich noch nie etwas", sagt Ahorner. Der Staatmeister jammert auf hohem Niveau. Seine Fehler beziehen sich auf die Königsklasse beim Grillen: Salzburger Nockerl. "Die fallen manchmal zusammen. Du musst schon gut drauf sein", sagt Ahorner. Das nächste Malheur passiert, wenn alles richtig gemacht wurde: Voller Stolz wird die Mehlspeise aus allen Perspektiven fotografiert. Und dabei warten die Leute ungeduldig aufs Essen. Viele Desserts schmecken frisch und warm einfach am besten. Deswegen will Ahorner keine Kuchen für den nächsten Tag produzieren. "Viel besser ist es, immer frisch zu konsumieren."

Ein süßes Ende

Also, stellen Sie sich so einen heißen, flaumigen Kaiserschmarren vor. Leicht karamellisiert, luftig, schön angebacken. Kann es etwas Schöneres geben, als eine frisch gegrillte Nachspeise zu schnabulieren? Sie können davon träumen, oder Sie nutzen beim nächsten Mal die Gunst der Stunde und überraschen Ihre Gäste mit sündigen Desserts.

3 süße Tipps für Grilldesserts

  1. Vorbereitung und genügend Zeit einrechnen ist unerlässlich, um Gästen ein süßes Vergnügen zu bereiten.
  2. In der Hitze des Gefechts darf dieselbe beim Griller ruhig etwas niedriger sein. Nutzen Sie auch die Resthitze.
  3. Neugierige müssen sich beherrschen. Der Deckel bleibt zu, bis das Dessert fertig ist.

Rezepte

Dreierlei Buchteln

Zutaten: 500g Mehl glatt, 40g Germ, 75g Staubzucker, 75g Butter, ca. ¼ l Milch, Spritzer Rum, 3 Eidotter, 2 Eier, Prise Salz, 1 EL Vanillezucker, Schale von 1 Zitrone, gerieben

Zubereitung: Germ in der Hälfte der lauwarmen Milch auflösen. Mit etwas Mehl zu einem weichen Dampfl verarbeiten. Oberfläche mit etwas Mehl bestauben; das Dampfl zugedeckt an einem Ort gehen lassen, bis die Oberfläche des Teiges grobe Risse aufweist. In der Zwischenzeit restliches Mehl in eine Schüssel sieben. Erwärmte Butter, lauwarme Restmilch, Rum sowie restliche Zutaten beigeben; mit Dampfl zu einem geschmeidigen Teig schlagen, bis dieser Blasen wirft. Zugedeckt an einem warmen Ort ½ Stunde rasten lassen. Teig zusammenschlagen und mit Powidlmarmelade, Marillenmarmelade und Mohn füllen. Nochmals gehen lassen. Nach dem backen mit Vanillesauce servieren. Bei indirekter Hitze (ca. 150–180C°) ca. 30–40 Minuten backen.

Kaiserschmarren

Zutaten: 4 Eigelb, 4 Eiweiß, 30g Kristallzucker, ¼ l Milch, 120g Mehl, Prise Salz, Rosinen

Zubereitung: Milch, Eigelb und Mehl verrühren. Eiweiß, Salz und Kristallzucker zu einem Schnee schlagen. Eischnee unter die Masse heben und auf der Grillplatte bei geschlossenem Deckel backen. In kleine Stücke reißen und mit Zwetschkenröster anrichten.

Artikel von

Philipp Braun

Kulinarik-Redakteur

Philipp Braun
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