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Urig, g´schmackig

Rettet die oberösterreichische Zehrung!

Von Josef Kreilmeier   08. Oktober 2015 10:30 Uhr

Bei uns in Oberösterreich gibt es die wunderbare Tradition des Totenmahls, hierzulande „Zehrung“ genannt.

Die Trauergäste können sich bei Speis' und Trank vom Verblichenen verabschieden, Verwandte, die sich schon lange nicht mehr gesehen haben, wieder ins Gespräch kommen. Dabei ist die Speisenfolge immer vorgegeben, nicht frei wählbar, werden die Speisen doch von den Erben bzw. dem Erblasser bezahlt.

Als ersten Gang gibt es echte Rindsuppe mit Gemüse und Nudeln und darauf folgend Rindfleisch (am besten Schulterscherzl) mit Semmelkren und als Beilage keine Erdäpfel sondern die Totensemmel. Das ist eine spezielle Handsemmel, doppelt so groß wie üblich, und mit Anis bestreut. Nun glauben immer mehr Trauergäste, sich das Mahl aussuchen zu können, die organisierenden Angehörigen geben diesem Druck (leider) nach. Es sollte auch hier das Prinzip gelten: wer zahlt schafft an! Hier geht gerade ein Stück oberösterreichische, speziell hausruckviertler Tradition verloren. Wenn ein Trauergast etwas anderes essen will, bitte sehr, dann aber selber zahlen. Offenbar zieht auch hier der Zeitgeist der Beliebigkeit ein, lassen wir uns gerade bei den Speisen nicht  der Traditionen berauben.

Nach Todesfällen in der Familie sind wir Angehörige aufgefordert, uns wieder zu besinnen – Rindfleisch mit Semmelkren bei der Zehrung? Ja, unbedingt!

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