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Wirtschaftsraum OÖ

voestalpine startet Sparprogramm

Von Sigrid Brandstätter  07. August 2019 13:52 Uhr

Der logische Nachfolger Von Susanne Dickstein
Herbert Eibensteiner (54) hat Wolfgang Eder im Juli 2019 als voestalpine-Chef abgelöst.

LINZ. Mehr als 100 Millionen Euro sollen jährlich weniger ausgegeben werden.

Trotz eines massiven Gewinneinbruchs in den ersten drei Geschäftsmonaten will der Vorstand der voestalpine AG das Ergebnis des Vorjahres erreichen. Damit das gelingt, laufe bereits ein Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Herbert Eibensteiner. Er ist am 5. Juli Langzeit-Chef Wolfgang Eder nachgefolgt.

50 Millionen Euro sollen im heurigen Geschäftsjahr bis Ende März bereits erreicht werden. „Mehr als 100 Millionen“ sollen es ab dem nächsten Jahr sein. „Das haben wir immer gut gemacht, das ist nichts Neues für uns“, sagte Eibensteiner in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Video: Die Flaute am Automobilmarkt bremst Gewinne bei der voestalpine.

Die Prozesse werden überprüft, die Lager optimiert, damit soll das gebundene Kapital reduziert werden. Auch die Lieferanten soll es treffen: „Wir werden besser einkaufen“, sagt Eibensteiner. In den heimischen Fabriken seien 1500 Leasingarbeiter im Einsatz. Wie viele von diesen womöglich gehen müssen, dazu gebe es keine konkreten Zahlen, sagte Eibensteiner. Beim Stammpersonal wolle man ohne weitere Kündigungen auskommen. Überstunden und Urlaube würden aber abgebaut. Wie berichtet, wird in Kindberg eine Schicht gestrichen, das kostet 125 Stellen. Allerdings habe man 80 Mitarbeitern bereits andere Optionen anbieten können: Jobs in anderen Konzernbereichen, Ausbildungen in der Stahlstiftung oder Jobs bei anderen Firmen, sagte Eibensteiner.

Zu den Zahlen im ersten Quartal von April bis Juni: Der Umsatz blieb mit 3,3 Milliarden Euro um 3,8 Prozent hinter dem Vorjahr. Grund für den Rückgang sei die schwächelnde Weltkonjunktur, insbesondere die abflauende Automobilnachfrage. Ein Drittel des Konzernumsatzes macht das Unternehmen mit Zulieferteilen für die Autoindustrie.

Zertifikate kosten mehr

Dazu kommen höhere Eisenerzpreise bei gleichzeitig sinkenden Stahlpreisen. Einen Faktor strich Eibensteiner gesondert heraus: Allein im aktuellen Geschäftsjahr werden die CO2-Zertifikate 100 Millionen Euro kosten. Im Vorjahr waren das 69 Millionen Euro – allerdings ist das Jahr wegen der fast viermonatigen Hochofen-Renovierung nicht vergleichbar.

Im Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) spiegelt sich der Einbruch nicht in der vollen Dramatik: Dieses liegt mit 371 Millionen Euro um 28 Prozent hinter dem Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) reduzierte sich hingegen um 52 Prozent (auf 157 Millionen Euro), das Ergebnis vor Steuern liegt um fast 60 Prozent hinter dem Vorjahr.

Zum 30. Juni waren 51.670 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt, das sind um 150 weniger als im Vorjahr. Etwa 23.000 Mitarbeiter sind in den österreichischen Werken beschäftigt. 

 

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Artikel von

Sigrid Brandstätter

stellvertretende Leiterin Ressort Wirtschaft

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