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LASK

Der ORF hat ausgespielt

Von Christoph Zöpfl 20. August 2019 00:04 Uhr

Valerien Ismael im Interview mit dem ORF.

Vor einer Woche hat der LASK bei seinem sensationellen Aufstieg gegen den FC Basel nicht nur sportlich aufgezeigt, die Schwarz-Weißen setzten sich auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen perfekt in Szene.

Mit durchschnittlich 586.000 TV-Zuschauern freuten sich die ORF-Programm-Macher auf dem Küniglberg über eine Top-Quote, man vermeldete einen Rekord für ein Champions-League-Match seit 2015. Heute schaut der Gebührenzahler durch die Finger, wenn er das Spiel LASK gegen Club Brügge auf dem öffentlich-rechtlichen Kanal verfolgen möchte. 

Liveticker: LASK gegen Club Brügge heute ab 19.30 Uhr im Liveticker auf nachrichten.at/lask

Die Play-off-Phase gehört bereits zur Champions League, hier sind die TV-Rechte fix vergeben. Die Pay-TV-Anbieter, im konkreten Fall Sky und DAZN, haben im Match um die Lizenzen den gebührenfinanzierten Sendern keine Chance gelassen. Für das bis zur Saison 2020/21 laufende dreijährige Rechte-Paket in Deutschland und Österreich sollen laut Insidern mehrere hundert Millionen Euro gezahlt worden sein. Der ORF soll zuvor fünf Millionen Euro pro Saison geblecht haben, die deutschen Sender ZDF und ARD 50 Millionen. 

"Wir hätten sehr gerne den LASK gezeigt. Der ist ja nicht nur erfolgreich, er spielt auch einen sehr attraktiven Fußball", sagt ORF-Sportchef Hans-Peter Trost, der die Rechte für die beiden Spiele gegen Basel "auf dem freien Markt" gekauft hat. Das war in der Qualifikationsphase noch möglich, ab dem Play-off heißt es für den ORF "Du musst draußen bleiben". LASK-Fans haben heute die Möglichkeit, per Pay-TV auf Ballhöhe zu sein. DAZN bietet ein Gratismonat an und zeigt die Partie in voller Länge, Sky rückt den LASK in einer Konferenz mit anderen Play-off-Spielen ins Bild.

OÖN-TV: Der LASK beim Abschlusstraining

Dass der ORF immer weniger (relevanten) Live-Fußball zeigt, ist derzeit auch ein Thema auf der Wahlkampfbühne. Vor allem der Wegfall der Bundesliga-Rechte wird hier aufgegriffen. ÖVP-Mittelstürmer Sebastian Kurz will sich dafür starkmachen, dass es wieder mehr Bundesliga im Free-TV zu sehen gibt. In einer Verordnung der Bundesregierung ist festgeschrieben, welche "Ereignisse von gesellschaftlicher Bedeutung" im Gratis-Fernsehen gezeigt werden müssen. Das sind derzeit Olympische Spiele, Eröffnung, Halbfinale und Finalspiele von Fußball-WM und -EM sowie Spiele der Nationalmannschaft bei Großereignissen, das ÖFB-Cupfinale, Alpine und Nordische Ski-WM, der Opernball und das Neujahrskonzert.

In Zukunft soll die Liste mit wichtigen Spielen der Fußball-Bundesliga ergänzt werden. Verlangt Kurz. Auf zack-zack-zack wird das aber eher nicht durchsetzbar sein. Denn die Rechte-Vermarkter sind nicht mit heißer Luft zu beeindrucken, sondern nur mit Kohle. 

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