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LASK

Reichel nach Pfändung beim LASK: »Ein Missverständnis«

Von mag/chz   05. April 2011 00:04 Uhr

Auch sportlich kein Profit
Für Reichel ist der Zeitpunkt der Pfändung verdächtig.

LINZ. Zum Kuckuck! Jene Diebe, die in der Nacht auf Montag im LASK-Büro eingebrochen sind, hatten Pech: Das Finanzamt war schneller. Es pfändete am Sonntag während des Spiels gegen Salzburg die Eintrittsgelder.

Sportlich steht der LASK nach dem 1:1 gegen Meister Salzburg am Tabellenende mit dem Rücken zur Wand, im Gegensatz zum Punktekonto sollen die Finanzen des Noch-Bundesligisten in Ordnung sein. So zumindest die offizielle Version von LASK-Präsident Peter-Michael Reichel, dem die Pfändung am Sonntag extrem unangenehm ist. Kein Wunder, passiert doch der Konter des Finanzamtes der Stadt Linz gerade in einer Phase, in der die Bundesliga den Lizenzantrag des LASK prüft.

„Die ganze Sache ist ein Missverständnis. Da ist eine Schlamperei passiert, tatsächlich haben wir bei der Finanz weit weniger Außenstände als gewöhnlich“, sagt der Welser, dem der Zeitpunkt der Pfändung verdächtig erscheint. Jeder wisse, dass gerade die Lizenzprüfung läuft. Reichel: „Ich frage mich schon, ob es ein Zufall ist, dass so eine Geschichte gerade jetzt passiert.“

Der Schuldenstand des LASK bei der Finanz betrug im Vorjahr laut Reichel zwischen 400.000 und 500.000 Euro. Das sei „eine Art rollender Kredit“ gewesen. Per 31. 12. 2010 stellte der LASK die Verbindlichkeiten auf null. Dann kam wieder der Kredit ins Rollen. Reichel: „Dass es uns im Frühjahr etwas zwickt, war abzusehen, das habe ich dem Finanzamt auch am 18. März geschrieben. Aber anstatt eine Antwort zu geben, haben sie uns am Sonntag ohne Vorwarnung die Leute geschickt. Das war völlig unnötig“, sagt Reichel, der zuletzt sein Engagement für den LASK krankheitsbedingt bremsen musste. Auch ein einwöchiger USA-Aufenthalt in Sachen Tennis könnte die Kommunikation zwischen dem LASK-Präsidenten und der Finanz beeinträchtigt haben.

Am morgigen Mittwoch soll die Geschichte erledigt werden. Am Vormittag hat Reichel einen Termin bei Wilfried Ritirc, dem Vorstand des Finanzamtes Linz. Dieser wollte sich gegenüber den OÖNachrichten nicht zu dieser Angelegenheit äußern. „Da geht es um das Steuergeheimnis.“

Übrigens: Die Diebe sollen beim LASK nach dem Schlagermatch gegen Salzburg rund 600 Euro erbeutet haben. Die Linzer Finanz hatte eindeutig mehr vom Spiel.

 

Auch sportlich kein Profit

Sportlich brachte Salzburg mit dem glücklichen 1:1 den LASK um die verdienten Einnahmen in Form von Punkten. Torhüter Thomas Mandl blieb da nur noch der Galgenhumor: „Wir haben gegen Rapid 0:0 und gegen Salzburg 1:1 gespielt, wie’s ausschaut, sind wir im Titelrennen dabei.“ Auch bei Sturm Graz hatten die Linzer mit dem 1:1 einen Punkt geholt.

U21-Teamchef Andreas Herzog lobte den LASK und tadelte die Salzburger: „Man hat eine Mannschaft gesehen, die nicht absteigen will, und eine, die nicht Meister werden will.“ Salzburg-Trainer Huub Stevens redete seinen Spielern gestern ins Gewissen, LASK-Coach Walter Schachner streute noch Salz in die Wunden seines Gegenübers: „Wenn ein Klub den Anspruch hat, dass er Meister werden will, und mit solchen Millionenstars bestückt ist, und wir als abgeschlagener Tabellenletzter so mithalten können, dann sagt das schon einiges.“

 

Lizenz: Prüfung läuft

Am 15. März reichte der LASK die Lizenzunterlagen ein. Der Klub muss doppelt planen: mit sechs Millionen Euro Budget in der Bundesliga, mit 3,5 Millionen Euro für den wahrscheinlichen Fall des Abstiegs in die Erste Liga. Zurzeit überprüft der Senat 5 der Bundesliga die Unterlagen, am 30. April fällt die Entscheidung in erster Instanz.

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