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Weltspiegel

Weinstein-Prozess - Wütende Anklage: "Muster eines Raubtiers"

Von nachrichten.at/apa   14. Februar 2020 19:04 Uhr

Manhattan District Attorney Cyrus Vance, Jr. watches as prosecutor Joan Illuzzi-Orbon gives her closing arguments in front of Judge James Burke
Staatsanwältin Joan Illuzzi-Orbon griff Weinstein hart an.

NEW YORK. Im Finale des Vergewaltigungsprozesses um Harvey Weinstein hat die Staatsanwaltschaft dem Ex-Filmmogul schwere Sexualverbrechen vorgeworfen.

Die Staatsanwältin Joan Illuzzi prangerte am Freitag in ihrem Schlussplädoyer Weinsteins Missbrauch an: "Der Angeklagte war der Herr des Universums und die Zeugen waren nur Ameisen, auf die er ohne Konsequenzen treten konnte". Sie betonte den "Mangel an menschlichem Einfühlungsvermögen" Weinsteins für seine mutmaßlichen Opfer. Er soll es mit Kalkül auf die unbekannten Frauen abgesehen haben, die in der Filmbranche aufsteigen wollten, dort aber keine guten Verbindungen gehabt haben. Keine der mutmaßlichen Opfer soll voneinander gewusst haben, skizzierte die Staatsanwältin seine Taktik. "Das ist das Muster eines Raubtieres. Isoliere, isoliere, isoliere sie." Deshalb hätten die Frauen ihre Anschuldigungen erst Jahre bis Jahrzehnte später erhoben. Sie hätten gedacht, sie seien die Einzigen - "und er ist ein Riese". 

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Harvey Weinstein bei der Ankunft vor dem Prozess in New York.

Weinsteins Anwältin, Donna Rotunno hatte den mutmaßlichen Opfern eine Mitschuld gegeben. Sie seien verantwortlich für die Partys, die sie besuchen, die Männer, mit denen sie flirten und die Entscheidungen, die sie für ihre eigene Karriere treffen.Weinstein sei demnach unschuldig. Weinstein selbst sagt, jeglicher sexuelle Kontakt sei einvernehmlich gewesen. 

In ihrer lebhaften Rede betonte die Staatsanwältin auch, dass Weinstein mithilfe eines Teams von Privatdetektiven versucht hatte, die mediale Berichterstattung zu unterbinden, die den Skandal 2017 ins Rollen gebracht hatte.  

Mehr als 80 mutmaßliche Opfer

Seit 2017 haben Weinstein mehr als 80 Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. In dem aufsehenerregenden New Yorker Prozess geht es seit Jänner aber vor allem um zwei Vorwürfe: Weinstein soll 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen und eine weitere Frau 2013 vergewaltigt haben. Bei einer Verurteilung durch die Jury droht ihm Gefängnis bis ans Lebensende - eine Entscheidung könnte schon nächste Woche fallen. Der Prozess gilt als Meilenstein der MeToo-Ära, die von dem Fall ausgelöst wurde.

Am Dienstag kommender Woche sollen sich die zwölf Geschworenen zu Beratungen zurückziehen, um über Schuld oder Unschuld Weinsteins zu entscheiden. 

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